Feiertage in Gambia

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Die zwölf gesetzlichen Feiertage in Gambia gründen sich auf die beiden Nationalfeiertage und die religiösen Feiertage der beiden größten im Land vertretenden Religionen. Im westafrikanischen Staat Gambia leben 90 Prozent Moslems und 8  Prozent Christen.[1] Trotz der Mehrheit der muslimischen Bevölkerung haben die christlichen Feiertage ihren Platz, dies liegt begründet in der britischen Kolonialgeschichte. Gambia wurde 1965 vom Vereinigten Königreich unabhängig.

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Sonntag ist seit der Kolonialzeit wöchentlicher Ruhetag. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, so wird er auf den folgenden Montag verschoben, der dann arbeitsfrei ist. Der Freitag ist der Gebetstag der Moslems, strenggläubige halten nach dem Mittagsgebet (Freitagsgebet) ihre Geschäfte geschlossen. Neben den weltlichen und religiösen Feiertagen gibt es noch unzählige regional begrenzte Feste.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Holy Maria Day wurde 1958 zum Feiertag erklärt, dies wurde 1976 wieder rückgängig gemacht. Unter der Regierung Jammeh (ab 1994) wurde dieser Tag wieder eingeführt.[3]

Die Feiertage wurden gesetzlich in Gambia 1990 mit dem „Labor Act 1990“ geregelt. Unter der Regierung Jammehs wurde in der neuen Verfassung im Paragraph 76 Abschnitt 1, die ab 1997 in Kraft trat, dem Präsidenten die Macht verliehen Feiertage zu bestimmen.[3]

So hatte er, nachdem er bis zu später Stunde bei einem Konzert des senegalesischen Megastars Youssou N’Dour verweilt hatte, den folgenden Tag per Dekret zum Feiertag erklärte. So beschloss er es am 19. Dezember 2006, im Anschluss an die Vereidigungsfeierlichkeiten nach der gewonnenen Präsidentschaftswahl. Die Nachricht von seinem Beschluss erreichte viele Gambier nicht rechtzeitig.[4]

2008 erreichte die gambische Fußballnationalmannschaft in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ein Unentschieden gegen die senegalesische Fußballnationalmannschaft, das hätte fast für die Teilnahme für die Weltmeisterschaft gereicht. Aus Freude erklärte Jammeh den 13. Oktober 2008 zum Feiertag.[5] Den 3. April 2009 erklärte Jammeh zum einmaligen Feiertag, wegen der gewonnenen Fußball-Afrikameisterschaft der U-17-Nationalmannschaft Gambias.[6] Ebenfalls im April wurde von der National Assembly beschlossen, das nun jährlich am 25. Mai der Afrikatag als Feiertag begannen wird.[7] An diesem Jahrestag wurde die Organisation für Afrikanische Einheit (Vorläufer-Organisation der Afrikanische Union) gegründet, zufällig ist auch der Geburtstag des amtierenden Präsidenten Yahya Jammeh.

Feiertage[Bearbeiten]

Unbewegliche Feiertage[Bearbeiten]

Datum Name Deutscher Name Anmerkungen
1. Januar New Year's day Neujahrstag
18. Februar Independence Day Tag der Unabhängigkeit Nationalfeiertag
1. Mai Labour Day Tag der Arbeit
25. Mai African Liberation Day, President Yahya Jammeh's Birthday Afrikatag
22. Juli Republic Day Tag der Revolution Nationalfeiertag
15. August Holy Maria Day Mariä Himmelfahrt christlicher Feiertag
25. Dezember Christmas Day Weihnachtsfeiertag christlicher Feiertag
Independence Day

Am Independence Day wird des 18. Februar 1965 gedacht, des Tages, an dem Gambia vom Vereinigten Königreich in die Unabhängigkeit entlassen wurde.

Republic Day

Am Republic Day wird des 22. Juli 1994 gedacht, des Tages, an dem der amtierende Staatspräsident Yahya Jammeh gegen Dawda Jawara putschte und die Zweite Republik ausrief.

Holy Maria Day (Assumption Day, Sang Marie)

Die Marienverehrung hat in Gambia eine besondere Bedeutung. So sind geographische Objekte wie das Kap St. Mary, die Insel St. Mary’s Island und der Ballungsraum Kombo-St. Mary Area nach dem Feiertag Mariä Verkündigung benannt. Ebenso sind die römisch-katholische Kathedrale und die anglikanische Kathedrale in der Hauptstadt Banjul, jeweils Bischofssitz der beiden christlichen Kirchen, der Maria gewidmet. Holy Maria day (Mariä Himmelfahrt) ist gesetzlicher Feiertag.

African Liberation Day (President Yahya Jammeh's Birthday)

An 2009 wird am 25. Mai der Afrikatag als Feiertag begannen, an diesem Jahrestag wurde die Organisation für Afrikanische Einheit gegründet. Zufällig ist auch der Geburtstag des amtierenden Präsidenten Yahya Jammeh.

Bewegliche Feiertage[Bearbeiten]

Muslimische Feiertage[Bearbeiten]

Die Muslimischen Feiertage folgen der islamischen Zeitrechnung. Sie variieren in den einzelnen islamischen Ländern, je nachdem, welche der mächtigen Bruderschaften die Mondphasen interpretiert. In Gambia erklärte zum Beispiel das Supreme Islamic Council (SIC) den 15. September 2007 zum Beginn des Ramadan und Donnerstag den 20. Dezember 2007 als den Tag für Tabaski.[8][9]

Gesetzliche Feiertage sind:

Name Deutscher Name 2010 2011 2012 2013
Koriteh, (Korité) Ende des Ramadan ('Īd al-fitr) 10. September 31. August 19. August 9. August
Tabaski, (Tobaski) Islamisches Opferfest ('Īd ul-Adha) 16. November 6. November 26. Oktober 15. Oktober
Prophet's Birthday, (wolof Gammo, Gamou, Gamo) Geburtstag des Propheten Muhammad (Maulid an-Nabī) 27. Februar 15. Februar 4. Februar 24. Januar

Die Daten stammen aus berechneten Werten, sie können in Gambia noch von den tatsächlichen Tagen abweichen.[10]

Tabaski

Tabaski, das Islamisches Opferfest ('Īd ul-Adha) ist im Jahr neben dem Ramadan das bedeutendste Fest im gambischen Leben. Es ist in seiner Bedeutung vergleichbar mit dem christlichen Weihnachtsfest.

Weitere muslimische Festtage

Folgende Tage sind muslimische Festtage, aber keine gesetzlichen Feiertage in Gambia:

Name Deutscher Name 2010 2011 2012 2013
Ramadan begins Beginn des Ramadan ('Īd al-fitr) 11. August 1. August 20. Juli 9. Juli
Tamkharit Islamisches Neujahr (ra's al'äm) 7. Dezember 26. November 15. November 4. November

Die Daten stammen aus berechneten Werten, sie können in Gambia noch von den tatsächlichen Tagen abweichen.[10]

Christliche Feiertage[Bearbeiten]

Name Deutscher Name 2010 2011 2012 2013
Good Friday Karfreitag 2. April 22. April 6. April 29. März
Easter Monday Ostermontag 5. April 25. April 9. April 1. April

Quellen[Bearbeiten]

  • Jojo Cobbinah: Senegal, Gambia : praktischer Reiseführer an die Westküste Afrikas Meyer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-89859-103-4
  • Rosel Jahn: Gambia : Reiseführer mit Landeskunde ; mit einem Reiseatlas Mai, Dreieich 1997, ISBN 3-87936-239-4
  1. Gambia im „CIA – The World Factbook“; Angaben von 2010
  2. Gesetzliche Feiertage in Gambia www.hotelkatalog24.de, Zugriff Juni 2010
  3. a b Gesetzliche Feiertage für The Gambia, Zugriff Juni 2010
  4. Monday Abruptly Made Public Holiday (Archivversion) (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive) The Gambia Journal, 18. Dezember 2006
  5. Gambia draw sparks public holiday BBC News (online) vom 13. Oktober 2008
  6. President Jammeh celebrates Gambia's victory - Pledges D1Million for each U-17 player The Daily Observer (online) vom 6. April 2009
  7. Assembly approves May 25th as holiday The Daily Observer vom 6. April 2009
  8. Ramadan Begins September 15th Council Declares (Archivversion) (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive) The Gambia Journal, 19. April 2007
  9. Tobaski Thursday The Daily Observer, 17. Dezember 2007
  10. a b Important Religious Dates in Global Calendar www.moonsighting.com/, Zugriff Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten]