Feldberg (Mecklenburg)

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53.33611111111113.43416666666788Koordinaten: 53° 20′ 10″ N, 13° 26′ 3″ O

Feldberg
Das Wappen von Feldberg
Höhe: 88 m
Feldberg (Mecklenburg-Vorpommern)
Feldberg

Lage von Feldberg in Mecklenburg-Vorpommern

Feldberg ist ein Ortsteil von Feldberger Seenlandschaft im Südosten des Landes Mecklenburg-Vorpommern an der Grenze zu Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Feldberg liegt im Südosten Mecklenburg-Vorpommerns, an der Landesgrenze zu Brandenburg. Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche Seen, welche zwischen der Mecklenburgischen Seenplatte und den Uckermärkischen Seen liegen. Die größten Seen sind der Breite Luzin, der Carwitzer See, der Schmale Luzin und der Feldberger Haussee. Das umgebende Endmoränengebiet ist zum Teil kuppig, es werden Höhen von über 150 Metern über NHN erreicht. Feldberg liegt im Naturpark Feldberger Seenlandschaft.

Geschichte[Bearbeiten]

der markante Turm der Feldberger Stadtkirche
Feldberger Haussee (Ölgemälde Hans Licht, um 1930)

Mittelalter[Bearbeiten]

Erste Besiedlungsnachweise im Raum Feldberg stammen aus der Bronzezeit (um 1800–600 v. Chr.). Das Gebiet war bis zur Völkerwanderung germanisch besiedelt. Frühslawische Spuren aus dem 7./8. Jahrhundert wurden in einer gewaltigen Höhenburg auf dem Schlossberg bei Feldberg gefunden. Nach Ausgrabungen durch Carl Schuchhardt und Robert Koldewey 1922 Jahren glaubte man bis in die frühen 1950er Jahre hinein, dass hier das Slawenheiligtum Rethra gelegen habe. Inzwischen wurde diese Ansicht durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse zweifelsfrei widerlegt. Die Keramikfunde vom Schlossberg zeigen aber einen besonders qualitätsvollen altslawischen Stil, der nach der von Ewald Schuldt aufgestellten Typologie slawischer Keramik in Mecklenburg als Feldberger Gruppe bezeichnet wird.

Die Burg Veltberg – als Sitz eines brandenburgischen Feudalherren – wurde im Jahr 1256 erstmals urkundlich erwähnt. Um die Burg entwickelte sich eine kleine dörfliche Siedlung. Burg und Siedlung gehörten damals zur Herrschaft Stargard.

1500–1800[Bearbeiten]

Im Jahr 1519 wurde Feldberg Sitz eines herzoglich mecklenburgischen Verwaltungsamtes (Domänenamt). Unter dem Dreißigjährigen Krieg litt der Ort schwer. Von den 1000 Einwohnern im Amt Feldberg lebten 1639 nur noch drei Familien. Im Jahr 1801 waren es wieder 251 Einwohner.

1700–1900[Bearbeiten]

Um 1700 wurde eine Fachwerkkirche auf der Halbinsel Amtswerder errichtet. Seit der Teilung Mecklenburgs durch den Hamburger Vergleich im Jahr 1701 gehörte Feldberg bis 1918 zum (Groß-) Herzogtum Mecklenburg-Strelitz, dann zum Freistaat Mecklenburg-Strelitz und von 1934 bis 1952 zum Land Mecklenburg.

Im Jahr 1851 begann mit dem Bau einer Wasserheilanstalt der Kurbetrieb in Feldberg. Der Ort besaß zu dieser Zeit den Status eines Marktfleckens, einer mit besonderen Privilegien (v. a. mit Marktrecht) ausgestatteten dörflichen Siedlung. Durch die lange dörfliche Entwicklung fehlen Feldberg bis heute typisch städtische Strukturen, wie etwa ein Marktplatz oder ein historisches Rathaus.

Im Jahr 1869 erhielt der Ort „zum ersten Male Verbindung mit der Außenwelt auf fester Straße“.

1870 brannte die die Fachwerkkirche auf dem Amtswerder ab.

1872 - 1875 wurde die Stadtkirche errichtet.

Neuere Zeit ab 1900[Bearbeiten]

1910 Anschluss an das Bahnnetz als Endpunkt einer Nebenbahn aus Thurow. Die Strecke wurde um das Jahr 2000 stillgelegt.

Da die Siedlungsform Marktflecken nach Sturz der Monarchie im jungen Freistaat Mecklenburg-Strelitz keinen Bestand mehr hatte, erhielt Feldberg am 29. Juli 1919 das Stadtrecht und wurde eine der kleinsten Städte in Mecklenburg.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein größeres KZ-Außenlager des KZ Ravensbrück errichtet, in dem weibliche Häftlinge zu Zwangsarbeit herangezogen wurden. An dieses Kapitel deutscher Geschichte erinnert in Feldberg nichts mehr.

Nach 1945 wurde auf Veranlassung des ersten Nachkriegsbürgermeisters, des Schriftstellers Hans Fallada, auf dem Schulplatz (Kreuzungsbereich vor dem heutigen Amtsgebäude) ein Denkmal für die Opfer des Faschismus errichtet, das in den 1970er Jahren einem Verkehrsprojekt zum Opfer fiel.

In Mechow wurde zu DDR-Zeiten ein Ferienlager errichtet.[1]

Die Einwohnerzahl stieg durch den Zuzug von Umsiedlern auf über 3.000. 1972 wurde Feldberg „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Dadurch kamen zwischen 25.000 und 40.000 Urlauber jährlich in die Erholungseinrichtungen des Ortes. Nach der Wende, Anfang der 1990er Jahre gingen die Übernachtungszahlen drastisch zurück. Durch den Bau zweier Kurkliniken und den Ausbau der Infrastruktur konnten die Gästezahlen inzwischen stabilisiert werden.

Von 1952 bis 1990 gehörte Feldberg zum Kreis Neustrelitz im Bezirk Neubrandenburg. 1991 kam es zum Land Mecklenburg-Vorpommern, gehörte seit der Kreisgebietsreform von 1994 zum Landkreis Mecklenburg-Strelitz und nach der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Der Ortskern wurde in den 1990er Jahren im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.

Zum 13. Juni 1999 verzichtete Feldberg als erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern auf seine Kommunalautonomie und ging in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft auf, die seither ihren Verwaltungssitz im Ortsteil Feldberg hat. Geschichtliche Entwicklungen ab 1999 werden deshalb bei der neu entstandenen Gemeinde beschrieben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Töchter und Söhne des Ortes[Bearbeiten]

  • Gustav Oesten (1839–1924), Wasserbauingenieur, Rethra-Forscher

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Reinhard Barby (1887–1974), Natur- und Heimatforscher
  • Hans Fallada (1893–1947), Schriftsteller, war 1945/46 kurzzeitig Bürgermeister von Feldberg
  • Walter Karbe (1877–1956), Heimatforscher, suchte hier 1922 nach Rethra
  • Friedrich Karl Kaul (1906–1981), besaß ein Sommerhaus in Feldberg
  • Robert Kahn (1865-1951) Komponist und Musikhochschulprofessor, hatte von 1911 bis 1939 seinen Landsitz bzw. Alterswohnsitz in der heutigen Jugendherberge
  • Robert Koldewey (1855–1925), Prähistoriker, suchte hier 1922 nach Rethra
  • Carl Schuchhardt (1859–1943), Prähistoriker, suchte hier 1922 nach Rethra

Literatur[Bearbeiten]

  • Autorenkollektiv: Feldberg - Geschichte und Geschichten. Edition Feldberger Seenlandschaft. 2., überarbeitete Auflage. Verlag Druckerei Steffen, Friedland/Mecklenburg 2006, 256 S., ISBN 3-937669-58-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Facebook-Eintrag

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldberg (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien