Feldwespen

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Feldwespen
Gallische Feldwespe (Polistes dominula)

Gallische Feldwespe (Polistes dominula)

Systematik
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Vespoidea
Familie: Faltenwespen (Vespidae)
Unterfamilie: Feldwespen
Wissenschaftlicher Name
Polistinae
Lepeletier, 1836

Die Feldwespen (Polistinae) sind eine Unterfamilie der Faltenwespen (Vespidae). Weltweit sind etwa 630 Arten bekannt. Die meisten Arten leben in den Tropen und Subtropen, nur fünf Arten, die alle zur Gattung Polistes gehören, leben auch in Deutschland.

Gemeinsamkeiten mit Echten Wespen[Bearbeiten]

Feldwespen sind in Aussehen und Verhalten den höherentwickelten Echten Wespen (Vespinae) ziemlich ähnlich: Sie weisen ebenfalls die typische schwarz-gelbe Warnfärbung auf, und sie sind eusozial in kleinen Völkern. Beide Unterfamilien bauen Nester aus einem papierartigen Stoff, der aus zerkauten Holzfasern gebildet wird, man bezeichnet sie darum auch als Papierwespen im Gegensatz zu den Lehmwespen, die ihre Nester vorwiegend mit oder im Lehm bauen.

Nestbau[Bearbeiten]

Beim Nestbau zeigen sich allerdings auch bedeutende Unterschiede zu den Echten Wespen:

  • Das Nest wird meist von einem einzigen Weibchen (Königin) gegründet (haplometrotisch). Vereinzelt ist auch eine Nestgründung von mehreren Weibchen (Königinnen) zu beobachten (pleometrotisch). In der Zeit der Nestbetreuung kommt bei beiden Gründungstypen die Polygynie häufig vor, ein Volk kann also auch von mehreren Weibchen (Königinnen) betreut werden (polygyne Nester). Meistens finden sich zu dieser Gemeinschaftsbetreuung Schwesterntiere zusammen. Feldwespen können an Merkmalen des Kopfes bekannte und fremde Artgenossen unterscheiden.[1] Dies wurde durch Versuchsreihen mit Polistus fuscatus nachgewiesen.[2]
  • Waben und Völker sind deutlich kleiner als die der häufigeren und in der Bevölkerung bekannteren Echten Wespen.
  • Alle Feldwespenarten bauen ihre Waben vertikal und ohne schützende Hülle, die Waben liegen stets offen und frei. Das wird verschiedentlich in der Literatur falsch dargestellt („mit Hülle“).

Ihre kleinen Waben heften die Feldwespen mit einem zentralen Stiel an Pflanzen und andere geeignete Substrate wie Holz und Steine an. Als eine gut zu verteidigende Engstelle gegen Ameisen dient der meist recht kurze Stiel zwischen Wabe und Substrat. Meist werden die Nester an wärmebegünstigten, südexponierten Stellen gebaut, die Gallische Wespe (Polistes dominula) zeigt eine Tendenz zur Synanthropie, d. h. sie nutzt oft Lebensräume im Siedlungsbereich.

Bei zu hohem Temperaturanstieg im Nest setzen sich die Wespen an den Oberrand der Wabe, um durch Flügelfächeln die überschüssige Wärme wegzutransportieren. Zusätzlich kann Wasser eingebracht werden, um durch die entstehende Verdunstungskälte weiter zu kühlen. Auf diese Weise kann tagsüber eine konstante Nesttemperatur von 30–35 °C erzielt werden.

Feldwespen können kleinere Nektartropfen in leeren Zellen speichern, die dazu natürlich eine ausreichend feste Konsistenz aufweisen müssen.

Parasitismus[Bearbeiten]

In der Gattung Polistes kommen sozialparasitische Arten vor. Diese werden in der Subgattung Sulcopolistes zusammengefasst.

Andererseits spielt die Schlupfwespe Latibulus argiolus (Rossi, 1790) eine Rolle als Parasit bei Polistes. Feldwespen der Gattung Polistes werden weiterhin von parasitoiden Fächerflüglern der Art Xenos vesparum befallen.

Systematik (unvollständig)[Bearbeiten]

Gallische Feldwespe

Belege[Bearbeiten]

  1. Michael J. Sheehan, Elizabeth A. Tibbetts: Robust long-term social memories in a paper wasp, Current Biology, Vol. 18, R851-R852, 23. September 2008; zitiert nach Markus C. Schulte von Drach: Unter Wespen: Dich kenne ich schon, sueddeutsche.de, 23. September 2008
  2. Gesichtskontrolle im Wespennest in: FAZ vom 4. Januar 2012, Seite N2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldwespen (Polistinae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien