Feldwespen

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Feldwespen

Gallische Feldwespe (Polistes dominulus)

Systematik
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Überfamilie: Vespoidea
Familie: Faltenwespen (Vespidae)
Unterfamilie: Feldwespen
Wissenschaftlicher Name
Polistinae

Die Feldwespen (Polistinae) sind eine Unterfamilie der Faltenwespen (Vespidae). Weltweit sind etwa 630 Arten bekannt. Die meisten Arten leben in den Tropen und Subtropen, nur 5 Arten, die alle zur Gattung Polistes gehören, leben auch in Deutschland.

Den höher entwickelten Echten Wespen (Unterfamilie Vespinae) sind Feldwespen in Aussehen und Verhalten ziemlich ähnlich: Sie weisen auch die typische schwarz-gelbe Warnfärbung auf, und sie sind eusozial in kleinen Völkern. Beide Unterfamilien bauen Nester aus einem papierartigen Stoff, der aus zerkauten Holzfasern gebildet wird, man bezeichnet sie darum auch als Papierwespen im Gegensatz zu den Lehmwespen, die ihre Nester vorwiegend mit oder im Lehm bauen. Allerdings gibt es auch bedeutende Unterschiede zu den Echten Wespen:

  • Das Nest wird meist von einem einzigen Weibchen (Königin) gegründet (haplometrotisch). Vereinzelt ist auch eine Nestgründung von mehreren Weibchen (Königinnen) zu beobachten (pleometrotisch). In der Zeit der Nestbetreuung kommt bei beiden Gründungstypen die Polygynie häufig vor, also ein Volk kann auch von mehreren Weibchen (Königinnen) betreut werden (Polygyne Nester). Meistens finden sich zu dieser Gemeinschaftsbetreuung Schwesterntiere zusammen.
  • Waben und Völker sind deutlich kleiner als die der häufigeren und in der Bevölkerung bekannteren Echten Wespen
  • Alle Feldwespenarten bauen ihre Waben ohne schützende Hülle, die Waben liegen stets offen und frei. Das wird verschiedentlich in Literatur falsch dargestellt („mit Hülle“)

Ihre kleinen Waben heften die Feldwespen mit einem zentralen Stiel an Pflanzen und andere geeignete Substrate wie Holz und Steine an. Als eine gut zu verteidigende Engstelle gegen Ameisen dient der meist recht kurze Stiel zwischen Wabe und Substrat. Meist werden die Nester an wärmebegünstigten, südexponierten Stellen gebaut, die Gallische Wespe (Polistes dominulus) zeigt eine Tendenz zur Synanthropie, d. h. sie nutzt oft Lebensräume im Siedlungsbereich.

Bei zu hohem Temperaturanstieg im Nest setzen sich die Wespen an den Oberrand der Wabe, um durch Flügelfächeln die überschüssige Wärme wegzutransportieren. Zusätzlich kann Wasser eingebracht werden, um durch die entstehende Verdunstungskälte weiter zu kühlen. Auf diese Weise kann tagsüber eine konstante Nesttemperatur von 30–35° C erzielt werden.

Feldwespen können kleinere Nektartropfen in leeren Zellen speichern, die dazu natürlich eine ausreichend feste Konsistenz aufweisen müssen. Feldwespen können an Merkmalen des Kopfes bekannte und fremde Artgenossen unterscheiden.[1]

Als Parasit bei Polistes spielt die Schlupfwespe Latibulus argiolus (Rossi, 1790) eine Rolle. Sozialparasitsche Arten werden in der Subgattung Sulcopolistes zusammengefasst.

[Bearbeiten] Systematik (unvollständig)

  • Tribus Epiponini
    • Gattung Agelaia
    • Gattung Angiopolybia
    • Gattung Apoica
    • Gattung Brachygastra
    • Gattung Chartergus
    • Gattung Epipona
    • Gattung Metapolybia
    • Gattung Parachartergus
    • Gattung Polybia
    • Gattung Protonectarina
    • Gattung Protopolybia
    • Gattung Synoeca
  • Tribus Mischocyttarini
    • Gattung Mischocyttarus
  • Tribus Polistini
  • Tribus Ropalidiini
    • Gattung Belonogaster
    • Gattung Icaria
    • Gattung Parapolybia
    • Gattung Polybioides
    • Gattung Ropalidia

[Bearbeiten] Quellen

  1. Robust long-term social memories in a paper wasp, Michael J. Sheehan, Elizabeth A. Tibbetts, Current Biology, Vol 18, R851-R852, 23 September 2008, zitiert nach Dich kenne ich schon, Markus C. Schulte von Drach , Süddeutsche Zeitung, 23.09.2008

[Bearbeiten] Weblinks

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