Felix V. (Gegenpapst)

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Amadeus VIII., genannt „der Friedfertige“ (ital.il Pacifico“, * 4. September 1383 in Chambéry; † 7. Januar 1451 in Genf), war Herzog von Savoyen und später als Felix V. der letzte katholische Gegenpapst.

Amadeus VIII. von Savoyen als Gegenpapst Felix V. (Holzschnitt aus Schedelsche Weltchronik, 1493)

Leben[Bearbeiten]

Amadeus war der Sohn des Grafen Amadeus VII. von Savoyen und dessen Gemahlin Bona, Tochter des Herzogs Johann von Berry. Er folgte seinem Vater 1391 als Graf von Savoyen.

1401 kaufte er Odo von Thoire und Villars die Grafschaft Genf ab. Dessen Erben hingegen verweigerten ihm den Besitz der Grafschaft. 1424, nach 23 Jahren Kampf und Prozessen kaufte er den Prätendenten ihre Rechte an der Grafschaft endgültig ab.

Am 19. Februar 1416 wurde er von Kaiser Sigismund zum Herzog von Savoyen erhoben, seit 1418 war er auch Fürst von Piemont.

Der Herzog war politisch durchaus erfolgreich, wandte sich aber 1434 von der Politik ab und einem religiösen Leben zu. Er übergab seinem Sohn die Amtsgeschäfte und zog sich mit sechs Rittern in ein Kloster am Genfersee zurück, wo er den Moritzorden, einen Ritterorden von mäßig langem Bestand, gründete.

Das Wappen des Gegenpapstes

Als Papst Eugen IV. 1439 das Konzil von Basel nach Ferrara verlegte, spaltete sich das Konzil und der in Basel verbliebene Teil setzte am 5. November Eugen ab und wählte in einem nur wenige Stunden dauernden Konklave Amadeus zum Papst. Er residierte in Genf, Lausanne und Basel, wurde aber nur in Aragonien, Ungarn, Bayern und der Schweiz anerkannt, weswegen er am 7. April 1449 sein Amt niederlegte, wobei ihm der Rücktritt mit der Gewährung mehrerer Privilegien erleichtert wurde. Bis zu seinem Tod 1451 war er Kardinalbischof von Sabina und Genf. Er gilt als der letzte historische Gegenpapst.

Ehe und Nachkommen[Bearbeiten]

Er heiratete am 27. Oktober 1401 in Arras Marie (* 1380; † 1422), Tochter des Herzogs Philipp II. von Burgund und hatte mit ihr folgende Kinder:

  • Antonio (*/† 1407)
  • Antonio (*/† 1408)
  • Amadeus (* 1412; † 1431), Fürst von Piemont
  • Ludwig (* 1413; † 1465) Herzog von Savoyen, Fürst von Piemont, Graf von Aosta und Maurienne
  • Philipp (* 1417; † 1444), Graf von Genf
  • Margarethe (* 1405; † 1418)
  • Marie (* 1411; † 1469) ∞ 1427 Filippo Maria Visconti, Herzog von Mailand
  • Bona (* 1415; † 1430)
  • Hugo (* 1415; † 1439)
  • Margarethe (* 1420; † 1479)
  1. ∞ 1432 Herzog Ludwig III. von Anjou
  2. ∞ 1444 Kurfürst Ludwig IV. von der Pfalz
  3. ∞ 1453 Graf Ulrich V. von Württemberg

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Amadeus VII. Graf von Savoyen
ab 1416 Herzog

1391–1439
Ludwig
Odo von Thoire und Villars Graf von Genf
1401/24–1434
Philipp von Savoyen
Eugen IV.
(Papst)
Gegenpapst
1439–1449
Nikolaus V.
(Papst)
François de Metz Bischof von Genf
1444–1451
Peter von Savoyen
Johannes Bessarion Kardinalbischof von Sabina
1449–1451
Isidore de Thessalonica