Fell’s Höhle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

-52.045861111111-70.064666666667Koordinaten: 52° 2′ 45″ S, 70° 3′ 53″ W

Karte: Chile
marker
Fell’s Höhle

Fell’s Höhle (engl. Fell’s Cave, span. Cueva de Fell) ist eine Halbhöhle mit archäologischen Funden aus der amerikanischen Altsteinzeit zwischen 9000 und 8000 v. Chr., im Chilenischen Patagonien. Sie liegt unmittelbar an der argentinischen Grenze, nahe der Magellanstraße im Tal des Rio Chico. Das auf spanisch als Cueva Fell bezeichnete Abri wurde in den 1930er Jahren ausgegraben. Die Fundstätte erbrachte den Beweis dafür, dass Menschen bereits kurz nach dem Ende der letzten Eiszeit den äußersten Süden von Amerika besiedelt hatten. 1977 wurde in Monte Verde eine noch ältere Stätte erkannt.

Die Südteile des heutigen Chile waren also sowohl in den Sümpfen am Monte Verde (10.500-9.500 v. Chr.) als auch in den trockeneren Gebieten an der Cueva de Fell bewohnt. Die Halbhöhle wurde rund 10.000 v. Chr. von Jägern besetzt, die Abfallschichten hinterließen. Unter dem Schutt des eingebrochenen Abri wurden Feuerstellen mit den zerbrochenen Knochen von später ausgestorbenen Pferden, von Faultieren und Guanakos, sowie Werkzeuge aus Stein und Knochen gefunden. Unter den Steinwerkzeugen befanden sich kurze, breite Fischschwanz-Projektilspitzen, eine Form, die an vielen Plätzen in Südamerika gefunden wurde und als südamerikanisches Äquivalent zu den Projektilspitzen der nordamerikanischen Clovis-Kultur gelten. Die Spitzen waren beidseitig bearbeitet und weisen eine Schulter auf, die dazu diente die Spitze an einem Schaft zu befestigen. Die Jagdwaffen und Werkzeuge der Cueva Fell entsprechen den älteren von Monte Verde. Sie waren also Teil einer langjährigen Tradition in der neuen Welt.

Die Fell’s Höhle wurde zusammen mit der nahe gelegenen Pali Aike Höhle im Nationalpark Pali Aike 1998 von Chile als UNESCO-Welterbe vorgeschlagen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fell’s Höhle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien