Fellheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Fellheim
Fellheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Fellheim hervorgehoben
48.07222222222210.151666666667566Koordinaten: 48° 4′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Boos
Höhe: 566 m ü. NHN
Fläche: 5,08 km²
Einwohner: 1075 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km²
Postleitzahl: 87748
Vorwahl: 08335
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 139
Adresse der Verbandsverwaltung: VG Boos
Fuggerstr. 3
87737 Boos
Webpräsenz: www.vg-boos.de
Bürgermeister: Alfred Grözinger (ohne Wahlvorschlag)
Lage der Gemeinde Fellheim im Landkreis Unterallgäu
Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Kaufbeuren Landkreis Augsburg Landkreis Günzburg Landkreis Neu-Ulm Landkreis Oberallgäu Landkreis Ostallgäu Landkreis Unterallgäu Memmingen Amberg (Unterallgäu) Apfeltrach Babenhausen (Schwaben) Bad Grönenbach Bad Wörishofen Benningen Benningen Böhen Boos (Schwaben) Breitenbrunn (Schwaben) Buxheim (Schwaben) Dirlewang Egg an der Günz Eppishausen Erkheim Ettringen (Wertach) Fellheim Hawangen Heimertingen Holzgünz Kammlach Kettershausen Kirchhaslach Kirchheim in Schwaben Kronburg Lachen (Schwaben) Lauben (Unterallgäu) Lautrach Legau Markt Rettenbach Markt Wald Memmingerberg Mindelheim Niederrieden Oberrieden (Schwaben) Oberschönegg Ottobeuren Pfaffenhausen Pleß Rammingen (Bayern) Salgen Sontheim (Schwaben) Stetten (Schwaben) Trunkelsberg Türkheim Tussenhausen Ungerhausen Ungerhausen Unteregg Westerheim (Unterallgäu) Wiedergeltingen Winterrieden Wolfertschwenden Woringen Baden-WürttembergKarte
Über dieses Bild

Fellheim ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Boos.

Geografie[Bearbeiten]

Fellheim liegt 10 km nördlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Oberschwaben.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht nur aus der Gemarkung Fellheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der ehemaligen Befestigungslinie des Donau-Iller-Rhein-Limes, auf der rechten Seite der Iller zwischen Kellmünz an der Iller und Memmingen. Fellheim gehörte nach mehreren Besitzwechseln ab dem 25. Januar 1555, der Übergabe des Lehensbriefes vom Fürststift Kempten an den Freiherren Reichlin von Meldegg. Die Familie Reichlin von Meldegg kam ursprünglich aus der Nähe von Hohenems im heutigen Vorarlberg. Fellheim war Sitz der gleichnamigen Herrschaft. Zwei Jahre später wurde mit dem Bau des Schlosses begonnen. 1620 erhielt die Freiherrschaft das Recht den Blutbann auszuüben Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Dorf von Schweden, aber auch von kaiserlichen Truppen geplündert und vollkommen verwüstet. In den Jahren 1636 bis 1643 lebte in dem Ort keine einzige Person mehr. Ein einziger Bauer kehrte vom Krieg heim. Die Felder blieben während der Zeit unbestellt. Der Ortsherr der in die Schweiz geflüchtet war, kehrte im Jahre 1643 nach Fellheim zurück.

Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Es gab bis vor dem Zweiten Weltkrieg eine größere jüdische Gemeinde.

Wallfahrt zum Heiligen Kreuz in Pleß[Bearbeiten]

Die Sühnefußwallfahrt zum Heiligen Kreuz von Pleß ist eine auf das Jahr 1665 zurückgehende und im Jahre 1973 wiedereingeführte Sühnefußwallfahrt beginnend in der Pfarrkirche Herz-Jesu in Fellheim zu einem drei Kilometer entfernten angeblich wunderbewirkenden Kreuz in der Kreuzkapelle auf der Gemarkung von Pleß im Landkreis Unterallgäu. Die Wallfahrt findet an jedem zweiten Montag von Mai bis Oktober abends vor Sonnenuntergang statt und hat jeweils bis zu 3.000 Wallfahrer aus dem Illertal und Umgebung.

Fellheimer Synagoge[Bearbeiten]

Jacob Bär war von 1745 bis 1765 Rabbiner in Laupheim. Von ihm wird berichtet, dass er vorher das Amt in der Jüdischen Gemeinde Fellheim im heutigen bayerischen Schwaben innehatte. Das dreistöckige Gebäude der Synagoge im neoromanischen Stil von fünfzehn Meter Länge und zehn Meter Breite wurde während der Novemberpogrome am 9. November 1938 von SS-Truppen verwüstet. Während des Zweiten Weltkriegs lagerten Flugzeugteile im Inneren des Gebäudes. Nach dem Krieg entwickelte Pläne, die Synagoge als jüdisches Gotteshaus für die in Memmingen und Umgebung lebenden Juden wieder aufzubauen, wurden nie verwirklicht. Auch eine Anregung, das Gebäude zur katholischen Kirche oder Rathaus umzugestalten, wurden verworfen. 1950 wurde das Gebäude verkauft und zum Wohnhaus umgebaut. Seit 2007 ist die ehemalige Synagoge wieder im Besitz der Gemeinde Fellheim.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 860, 1987 dann 772 und im Jahr 2000 1.210 Einwohner gezählt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Alfred Groezinger (ohne Wahlvorschlag). Er wurde im Jahr 2008 Nachfolger von Karl Schregle. Karl Schregle wiederum war im Jahr 2002 Nachfolger von Bernhard Kling (Wählergruppe Arbeitnehmer).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 491 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 102 T€.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. April 1948 durch Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums des Innern genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Silber; vorne der heilige Johannes von Nepomuk mit Sternennimbus, hinten ein grüner Weidenbaum.“

Das Gemeindewappen ist reich am sinnbildlichen Beziehungen auf den Ort. Die Farben Rot – Silber erinnern an die Freiherren Reichlin von Meldegg, die fast 400 Jahre lang Grundherren von Fellheim waren; der heilige Johannes von Nepomuk ist Ortspatron. Der Weidenbaum verweist auf den alten Ausdruck „Felwe“ für Weide und stellt damit den Bezug zum Ortsnamen her. Das Wappen der Gemeinde ist auch zeitgeschichtlich interessant. Es wurde nur drei Jahre nach Kriegsende und noch vor der Währungsreform entworfen und wohl auch als eines der ersten Wappen vom Freistaat Bayern aufsichtlich genehmigt.

Der Entwurf des Wappens stammt vom Memminger Walter Braun und die Gestaltung übernahm der Münchner Emil Werz.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Weiß – Rot gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Fellheim

  • Ehemaliges Schloss Reichlin-Meldegg
  • Ehemalige Synagoge
  • Bestand an Häüsern der ehemaligen jüdischen Siedlung
  • Herz Jesu Kirche, 1958
  • Ehemaliger Jüdischer Friedhof
  • Bahnhof Fellheim

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Hauptverkehrsstraße in Richtung Norden, die Ulmer Straße

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 im produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr 77 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 76 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 333. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 3 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 359 ha, davon waren 152 ha Ackerfläche und 207 ha Dauergrünfläche. Die Gemeinde hatte im Jahre 2012 viele Auspendler, die in Memmingen oder im benachbarten Kirchdorf an der Iller bei der Firma Liebherr Hydraulikbagger arbeiteten. Größter Arbeitgeber am Ort war das private Pflegeheim „Johanneshof Schloss Fellheim“.

Verkehr[Bearbeiten]

Fellheim besaß einen Bahnhof an der Bahnstrecke Neu-Ulm–Kempten. Dieser wurde jedoch stillgelegt. Im Zuge der Regio-S-Bahn Donau-Iller ist jedoch eine Wiedereröffnung geplant.[2]

Bildung[Bearbeiten]

Im Dorf Fellheim existiert ein Kindergarten mit 50 Kindergartenplätzen.

Tourismus[Bearbeiten]

Fellheim liegt am Iller-Radweg, einer Fernverbindung für Radfahrer zwischen Ulm und Oberstdorf.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Sebastian Reichlin von Meldegg, erhielt am 25. Januar 1555 den Lehensbrief von der Fürstabtei Kempten und begründete die ca. 300 Jahre währende Herrschaft Reichlin von Meldegg
  • Joseph Rosenthal (1805–1885), Buchhändler
  • Ludwig Rosenthal (1840–1928), Buchhändler
  • Jacques Rosenthal (1854–1937), Buchhändler
  • Hans-Joachim Weirather (* 1959), Landrat des Landkreises Unterallgäu (seit 2006)

Literatur[Bearbeiten]

  • Fellheim an der Iller. Eine bebilderte Führung durch den ehemaligen jüdischen Ortskern Fellheims, hgg. v. Arbeitskreis Geschichte, Brauchtum und Chronik in Zusammenarbeit mit dem Amt für ländliche Entwicklung und der Gemeinde Fellheim (2007)


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fellheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. SMA/Intraplan:Regio-S-Bahn Donau-Iller Ergebnisse der Hauptstudie (PDF; 2,4 MB), 27. November 2012, abgerufen am 19. November 2013