Felsberg (Odenwald)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Felsberg
Der Ohlyturm auf dem Felsberg

Der Ohlyturm auf dem Felsberg

Höhe 514 m ü. NN
Lage Hessen, Deutschland
Gebirge Odenwald
Dominanz 3,4 km → Melibokus
Schartenhöhe 185 m ↓ Beedenkirchen
Koordinaten 49° 43′ 50″ N, 8° 41′ 2″ O49.73068.684514Koordinaten: 49° 43′ 50″ N, 8° 41′ 2″ O
Felsberg (Odenwald) (Hessen)
Felsberg (Odenwald)
Gestein Quarzdiorit
Besonderheiten Felsenmeer
Blick von der L3102 östlich von Brandau westsüdwestwärts zum Felsberg

Der Felsberg gehört mit 514 m ü. NN zu den höchsten Erhebungen im Vorderen Odenwald. Er ist besonders durch das Große Felsenmeer an seinem Südosthang bekannt und liegt auf der Grenze zwischen dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Kreis Bergstraße in Hessen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Felsbergmassiv, das in einem etwa einen Kilometer langen von Südwest nach Nordost ansteigenden Bergrücken gipfelt, bildet auf einer Fläche von 10,70 km² die naturräumliche Untereinheit 145.03 des Melibokus-Odenwaldes. Dem Melibokus ist der Felsberg, durch die Hochstädter Senke getrennt, östlicher Nachbar. Im Süden liegt zu seinen Füßen das Lautertal und im Osten und Norden umgibt ihn das Modautal. Jenseits des Lautertals liegt ihm im Süden der Krehberg gegenüber und im Osten jenseits des Modautals die Neunkircher Höhe.

Drei Kommunen haben Anteil an dem Bergmassiv. Ein kleiner Teil im Westen liegt in der Gemarkung Hochstädten der Stadt Bensheim. Der Nordhang zählt zur Gemarkung Balkhausen der Gemeinde Seeheim-Jugenheim. Der Südhang mit dem Großen Felsenmeer und dem Ohlyturm auf der Spitze liegt in der Gemarkung Reichenbach, der Osten ist Teil der Gemarkung Beedenkirchen. Beide Orte sind Teil der Gemeinde Lautertal. Forststraßen führen von der Kuralpe im Norden und von Beedenkirchen im Osten auf den Gipfel und zu der dort angesiedelten Gastronomie. Aufgrund seiner zentralen Lage zwischen den Metropolregionen Rhein-Neckar und Rhein-Main ist das Felsberggebiet ein beliebtes Ausflugsziel.

Geologie[Bearbeiten]

Das Gestein des Felsbergs besteht aus Quarzdiorit, das zur Gruppe der Granitoide gehört und sich aus den Mineralen Feldspat, Hornblende, Pyroxen, Quarz und anderen untergeordneten Nebenbestandteilen zusammensetzt. An den Flanken des Felsbergs bildeten sich durch Verwitterungsprozesse (Wollsackverwitterung) zahlreiche Blockhalden, die umgangssprachlich Felsenmeere genannt werden. Am bekanntesten ist das Große Felsenmeer am Südosthang des Berges.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Ohlyturm, ein aus Granit gebauter, 27 Meter hoher Aussichtsturm, ist das Wahrzeichen des Felsberges. Heute gilt der Ohlyturm als besonders prägnantes Beispiel für den romantisierenden Historismus des 19. Jahrhunderts, dessen Vorbilder mittelalterliche Burgen und sonstige Wehrbauten waren. Der Turm ist als Kulturdenkmal gemäß § 2 Abs. 1 des Hessischen Denkmalgesetzes eingetragen. Namensgeber des Turmes ist der frühere Darmstädter Oberbürgermeister Christian Karl Albrecht Ohly. Der Turm wurde 1891 von der Sektion Darmstadt des Odenwaldklubs zunächst aus Holz erbaut. 1902 wurde er dann durch den jetzigen Steinbau ersetzt.[1]

Der Olyturm ist seit langer Zeit baufällig und kann daher nicht betreten werden. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung Lautertal und dem APEG (Arbeitskreis Partnerschaft Europäischer Gemeinden) Lautertal e.V. wurde der Turm 2007 überraschend von einem britischen Investor erworben und soll nach Sanierungsarbeiten wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Ohlyturm und Sendemast auf dem Felsberg

Naturschutz[Bearbeiten]

Die Südostflanke des Felsbergs ist Natura 2000- Gebiet. In Anbetracht der mehr als 100.000 Touristen, die jährlich das in diesem Naturschutzgebiet befindliche Felsenmeer besuchen, erwies sich das Nebeneinander von Naturschutz und Tourismus als problematisch. Für die nordwestliche Flanke (Richtung Seeheim-Jugenheim, Bensheim, Lautertal-Elmshausen, Bensheim-Auerbach und Bensheim-Höchstädten) des Felsbergs bestehen keine besonderen Nutzungseinschränkungen.

Literatur und Kartenmaterial[Bearbeiten]

  • Marieta Hiller: Abenteuer Felsberg. Felsenmeere und Römersteine. Hiller, Glaser und Reiser, Lautertal 2002, ISBN 3-9806064-3-0
  • Hessisches Landesvermessungsamt: TF 20-5, Bergstraße-Odenwald. Topographische Freizeitkarte 1:20.000. Hessisches Landesvermessungsamt, Wiesbaden 2001, ISBN 3-89446-311-2.
  • Hessisches Landesvermessungsamt: TF 20-2, Nördlicher Vorderer Odenwald. Topographische Freizeitkarte 1:20.000. Hessisches Landesvermessungsamt, Wiesbaden 2000, ISBN 3-89446-300-7.
  • Károly Henrich: Das Odenwälder Felsenmeer und das „vergessene“ Naturschutzgebiet Felsberg, (PDF), KOBRA, Kassel 2008 (6,30 MB)
  • Klaus Fahlbusch, Werner Jorns, Gudrun Loewe, Josef Röder: Der Felsberg im Odenwald. Mit archäologischen und geologischen Beiträgen über die Entstehung der Felsenmeere und die Technik der römischen Granitindustrie. (Führer zur hessischen Vor- und Frühgeschichte 3) Theiss, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0792-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Sanierung des Ohlyturms ist fast abgeschlossen In: Bergsträßer Anzeiger, Ausgabe vom 9. Mai 2009