Felsberg GR
| GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Felsberg zu vermeiden. |
| Felsberg | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Graubünden (GR) |
| Bezirk: | Imboden |
| Kreis: | Trins |
| BFS-Nr.: | 3731 |
| Postleitzahl: | 7012 |
| Koordinaten: | 755453 / 19055946.8489.477572Koordinaten: 46° 50′ 53″ N, 9° 28′ 37″ O; CH1903: 755453 / 190559 |
| Höhe: | 572 m ü. M. |
| Fläche: | 13.40 km² |
| Einwohner: | 2318 (31. Dezember 2011)[1] |
| Einwohnerdichte: | 173 Einw. pro km² |
| Website: | www.felsberg.ch |
|
Felsberg |
|
| Karte | |
Felsberg (rätoromanisch Favugn) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Imboden des Kantons Graubünden in der Schweiz. Sie liegt unmittelbar westlich von Chur und grenzt an die Gemeinden Haldenstein, Domat/Ems, Tamins und Pfäfers.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Unmittelbar nordwestlich des Ortes erhebt sich der Gebirgsstock des Calanda, der im Felsberger Calanda eine Höhe von 2'697 m erreicht. Aufgrund seiner Lage ist Felsberg immer wieder von Bergrutschen bedroht. So wurde nach einem Felssturz im Jahre 1843 der neu gegründete Ortsteil "Neudorf" weiter vom Hangfuss entfernt errichtet. Dies hatte eine Spaltung des Dorfes in Alt- und Neudorf zur Folge. Weitere bedrohliche Felsabbrüche im Bereich des Altdorfes blieben aus. Deshalb blieb das Altdorf weiter bewohnt.
Bevölkerung [Bearbeiten]
Seit 1850 hat sich die Einwohnerzahl mehr als vervierfacht. Drei Wachstumsphasen zwischen 1850 und 1860, 1910 und 1920 sowie seit 1960 waren dafür verantwortlich. Bei den ersten beiden Wachstumsschüben handelt es sich um regionale Zuwanderung. Für den Dritten sind Einwanderung aus dem Ausland und die Lage die Hauptgründe.
Sprachen [Bearbeiten]
Bereits im Mittelalter wechselte Felsberg von der romanischen zur deutschen Sprache. Daher handelt es bei der bündnerromanischen Minderheit um Zuwanderer aus romanischsprachigen Gemeinden und nicht um eine eingesessene Sprachminderheit. Dies belegt auch die Volkszählung von 1910, wo von 625 Einwohnern nur sechzehn Romanisch als Muttersprache angaben. Die Entwicklung belegt folgende Tabelle:
| Sprachen in Felsberg GR | ||||||
| Sprachen | Volkszählung 1980 | Volkszählung 1990 | Volkszählung 2000 | |||
| Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil | Anzahl | Anteil' | |
| Deutsch | 1183 | 86,41 % | 1599 | 90,23 % | 1859 | 91,62 % |
| Rätoromanisch | 86 | 6,28 % | 71 | 4,01 % | 60 | 2,96 % |
| Italienisch | 59 | 4,31 % | 22 | 1,24 % | 20 | 0,99 % |
| Einwohner | 1369 | 100 % | 1772 | 100 % | 2029 | 100 % |
Im Jahr 2000 war nach Deutsch und Romanisch Albanisch mit gut 1 % dritthäufigste Hauptsprache.
Herkunft und Nationalität [Bearbeiten]
Von den Ende 2005 2051 Bewohnern waren 1907 (= 93 %) Schweizer Staatsangehörige.
Verkehr [Bearbeiten]
Verkehrsmässig ist Felsberg durch den Stadtbus Chur und eine Station der Rhätischen Bahn gut erschlossen.
Ortsbild [Bearbeiten]
Im Ort dominieren Einfamilienhäuser. Durch die Ausrichtung nach Süden ergibt sich eine sonnige Lage.
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswert sind die Reste vergangener Felsstürze, wie z.B. der Felssturz Grossrüfi, das ehemalige Bergwerk Goldene Sonne, der Kalkofen "Hampfrosa" und die reformierte Kirche der Gemeinde.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Ort Felsberg wurde 831 erstmals erwähnt, die Kirche im Jahre 1305. Der Name stammt vom Hügel hinter dem Gemeindehaus (Berg im Felde, Veltsperg, hat nichts mit Fels zu tun). In den Jahren 1368-1742 stand er unter der Herrschaft von Freiherren: Heinrich von Frauenberg trat die Rechte an Felsberg an das Kloster Churwalden ab und nach 1368 herrschten die Freiherren von Rhäzüns. Im September 1843 ereignete sich der erwähnte grosse Felssturz. 1866 erhielt Felsberg ein erstes Schulhaus. 1927, 1954 und 1987 kam es zu schweren Überschwemmungen. Im Januar 1981 ging die Rosstobel-Lawine nieder. 2001 ereignete sich erneut ein schwerer Felssturz (rund 250'000 Kubikmeter), der jedoch glimpflich ablief.
Seit 2001 besteht eine Partnerschaft zur Gemeinde Felsberg in Hessen.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter des Ortes [Bearbeiten]
- Leon Schlumpf (1925–2012), Politiker, Bundesrat
- Eveline Widmer-Schlumpf (* 1956), Politikerin, Bundesrätin
Am Orte tätig gewesene Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Jakob, Oskar und Albert Metzler, Orgelbauer, 1900–1954 und 1968–1971 hier tätig
- Oscar Peer, rätoromanischer Schriftsteller und Philologe; um 1950 als Primarlehrer in Felsberg tätig.
Weblinks [Bearbeiten]
- Felsberg im Historischen Lexikon der Schweiz
- Offizielle Website der Gemeinde Felsberg
- Die Goldene Sonne am Calanda bei Felsberg
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
Felsberg | Flims | Tamins | Trin
Kanton Graubünden | Bezirke des Kantons Graubünden | Gemeinden des Kantons Graubünden | Bezirk Imboden
