Felsenburg Neurathen

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Felsenburg Neurathen
Felsenburg Neurathen

Felsenburg Neurathen

Entstehungszeit: 1100 bis 1200
Burgentyp: Höhenburg, Felsenburg
Erhaltungszustand: Mauerreste, Felskammern
Ständische Stellung: Adlige
Ort: Rathen
Geographische Lage 50° 57′ 42,2″ N, 14° 4′ 28,5″ O50.96172222222214.074583333333Koordinaten: 50° 57′ 42,2″ N, 14° 4′ 28,5″ O
Felsenburg Neurathen (Sachsen)
DEC
Felsenburg Neurathen
Das Mönchsloch, Unterstand für Wachposten der Felsenburg
Burghof und Zisterne

Die Felsenburg Neurathen befindet sich nahe der Bastei bei Rathen in der Sächsischen Schweiz in Sachsen (Deutschland). Von dieser größten Felsenburg der Sächsischen Schweiz sind heute nur mehr die ausgehauenen Räume, Durchgänge, die Zisterne und die Balkenauflager der einstigen hölzernen Aufbauten erhalten. In den Jahren 1982-1984 wurden Teile der weiträumigen Burganlage als Freilichtmuseum rekonstruiert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Vermutlich wurde die Burg schon im 11. Jahrhundert begründet, ein Nachweis dafür liegt jedoch nicht vor. Erstmals urkundlich erwähnt wird raten am 29. November 1261. Zu jener Zeit war die Burganlage böhmisches Lehen. 1361 gehört Neurathen den Herren von Michelsberg.

1406 geht Neurathen durch Kauf an die Berken von der Duba über, Hlinko Berka von der Duba der Ältere wird neuer Eigentümer. 1410 teilt dieser seine Besitzungen unter seinen fünf Söhnen auf. Benesch von Duba erhält Neurathen, übernimmt den Besitz jedoch erst nach dem Tod des Vaters im Jahr 1419.

1428 wechselt die Anlage abermals den Besitzer und Friedrich von der Oelsnitz, Vogt auf dem Königstein, wird Burgherr. Ab 1466 wird Neurathen unter seinem Sohn Hans von der Oelsnitz zur Raubritterburg. Wenig später wird sie von den Truppen des sächsischen Kurfürsten belagert, welche sie 1469 in Brand schießen. Ab Anfang des 16. Jahrhunderts verfällt Neurathen allmählich.

Später dienen die Räumlichkeiten der verfallenen Burg als Zufluchtsort der Bevölkerung in Kriegszeiten. Eine Inschrift von 1706 zeugt davon: Chrjstoph Hase 1706 war ter Swete in Lante es Kvstete vil Gelt.

In den Jahren 1933/34 finden in der Burganlage erstmals archäologische Grabungen statt. Anfang der 1980er Jahre wird die einstige Felsenburg zu einem Freilichtmuseum ausgebaut.

Die heute steinerne Brücke führt über die Mardertelle, eine etwa 110 m tiefe Schlucht, bis zum ehemaligen Burgtor. Im Mittelalter war die Brücke aus Holz, um im Falle einer Erstürmung, sie mit Hilfe von Katapulten und steinernen Kugeln unter den Füßen der Angreifer zu zerstören. Dies gelang auch des Öfteren und riss viele Soldaten in den Tod. Deshalb erhielt die Schlucht auch ihren ursprünglichen Namen „Martertelle“.

Ebenfalls in die Burg einbezogen war der heutige Klettergipfel Mönch, davon zeugt das für die Wachposten in den Fels geschlagene „Mönchsloch“.

[Bearbeiten] Das Freilichtmuseum

Die Reste der Burg, etwa Balkenfalze und aus dem Fels gehauene Räume, eine Zisterne und aufgefundene Steinkugeln mittelalterlicher Steinschleudern bzw. Katapulte können auf einem eigenen Rundgang besichtigt werden. Eine rekonstruierte Steinschleuder wurde 1986 in der Felsenburg aufgestellt. Besichtigt werden können auch Funde der durchgeführten Ausgrabungen, vor allem Keramiken.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Richard Vogel: Werte unsere Heimat Band 1; Gebiet Königstein Sächsische Schweiz. Akademie Verlag, Berlin, 2. Auflage 1985

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Felsenburg Neurathen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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