Felsengänge (Nürnberg)
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Die Felsengänge sind ein weit verzweigtes Stollen- und Kellersystem unter der Nürnberger Altstadt. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war vor allem das Stollensystem geheim. Deswegen, und wegen Aktenverlusten im 2. Weltkrieg, lässt sich heute die Gesamtanlage nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren.
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[Bearbeiten] Lage
Die meisten heute bekannten Felsengänge und Felsenkeller liegen in der nördlichen Altstadt. In der südlichen Altstadt befinden sich wegen der vielen ehemals dortigen Brauereien ebenfalls noch einige nicht öffentlich zugängliche Kelleranlagen. Außerhalb der Altstadt gibt oder gab es ebenfalls einige Anlagen wie z.B. auf dem Johannisfriedhof, am Sandberg in St. Johannis, an der Bucher Straße oder der Bayreuther Straße.
[Bearbeiten] Geschichte
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Die "Felsengänge" entstanden, beginnend im Mittelalter, als ein über mehrere Stockwerke reichendes Gänge- und Kellersystem. Außerdem wurden im Burgberg unterirdische Kasematten und die Lochwasserleitung angelegt.
Die erste urkundliche Erwähnung war eine Verordnung des Rats der Stadt vom 11. November 1380 „wie einer ein hause haben sol, der schenkt“: jeder, der Bier brauen und verkaufen wollte, musste demnach einen eigenen Keller haben, „zehen schuch tieff und sechzehen schuch weit...“.[1]
Als Bauherren traten sowohl die Stadt als auch Privatpersonen auf.
Das System diente vor allem folgenden Zwecken:
- Bewässerung der öffentlichen und privaten Haushalte
- Entwässerung der öffentlichen und privaten Haushalte
- Lagerung und Kühlung von Bier (und Wein)
- Sonstige Nutzung: Unter anderem Gewinnung von Scheuersand
- Während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzanlage für Personen und Kunstgegenstände vor Luftangriffen.
- Nach dem 2. Weltkrieg z.B. kurzfristig teilweise als Sauna oder Champignonzucht.
Ein System von Lüftungsschächten sorgt in weiten Bereichen noch heute für ständigen Luftaustausch. Mit der Verbreitung moderner Kühltechnik verloren sie ihre ursprüngliche Bedeutung als kühle Lagermöglichkeit.
Heute kann ein Teil der Anlagen besichtigt werden. Die Anlagen sind eine Station der Historischen Meile Nürnberg. Ein Zugang ist über eine Treppe beim Albrecht-Dürer-Denkmal auf dem Albrecht-Dürer-Platz in der Sebalder Altstadt. Das Gängesystem ist mit den Lochgefängnissen und dem Historischen Kunstbunker direkt unter der Nürnberger Burg verbunden. Andere Teile werden wieder privat genutzt. Beispielsweise wird in einigen Kellern wieder Bier der Brauerei im Altstadthof gelagert.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
[Bearbeiten] Literatur
- Herppich, Walter: Das unterirdische Nürnberg - Von "geheimen Gängen" und Felsengewölben. 2. Auflage. Hofmann Verlag Nürnberg, Nürnberg 2001, ISBN 3-87191-301-4.
- Käs: Felsengänge. In: Michael Diefenbacher, Rudolf Endres (Hrsg.): Stadtlexikon Nürnberg. 2. Auflage. W. Tümmels Verlag, Nürnberg 2000, ISBN 3-921590-69-8.
[Bearbeiten] Weblinks
- Die Felsengänge auf den Seiten zur Historischen Meile Nürnberg
- Homepage der historischen Felsengänge
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