Feminazi

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Feminazi ist ein verunglimpfender Ausdruck, zusammengesetzt aus den Worten (engl.) feminist und Nazi.[1][2] Er wird dem US-amerikanischen Radiomoderator Rush Limbaugh zugeschrieben[3][4], der ihn in den 1990er Jahren popularisierte. Limbaugh schreibt, er habe den Ausdruck von seinem Freund Tom Hazlett, einem Professor für Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, übernommen.[5]

Als Feminazi bezeichnete Limbaugh bestimmte Feministinnen und Mitglieder der National Organization for Women und anderen Organisationen, die am March for Women's Lives, einer großen Pro-Choice-Demonstration, teilnahmen.[6] Darüber hinaus münzte er den Ausdruck auf ausgesprochene Befürworterinnen der Abtreibung, da Abtreibungen das wichtigste Mittel für „militante Feministinnen“ seien, nach Macht zu streben und ihren Glauben an die Überflüssigkeit der Männer voranzutreiben.[7][8]

Mittlerweile ist der Ausdruck in USA in die politische Umgangssprache eingegangen und wird als Schlagwort von antifeministischen Gruppen bzw. generell zur Diffamierung von feministischen Positionen, aber auch einzelner Personen verwendet.[9][10][11] In US-amerikanischen Medien wird der Ausdruck auch von feministischen bzw. liberalen Autoren wie Katha Pollitt oder Joe Klein in ironisierender Weise verwendet, um z. B. antifeministische Positionen zu karikieren.[12][13]

Laut Michael Kimmel und Michael Kaufman ist der Ausdruck ein gutes Beispiel, wie der Backlash gegen den Feminismus funktioniere. Indem etwas, was man nicht unterstützt (Feminismus) mit etwas, was niemand unterstützt (Nazis), verbunden wird, hofft man die öffentliche Meinung für sich zu gewinnen.[14]

Der Ausdruck wird auch in der Männerrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum gebraucht.[15][16]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary: Feminazi, abgerufen am 1. Dezember 2012.
  2. The Oxford Dictionary of American Political Slang, Oxford University Press 2006, ISBN 978-0-19-530447-3, S. 105.
    Auch in Oxford Dictionaries online
  3. „Rush Limbaugh coined the word Feminazi“, in: Caryl Rivers: Selling Anxiety. How the News Media Scare Women, University Press of New England 2007, ISBN 978-1-58465-737-8, S. 7
  4. „Rush Limbaugh who coined the term "feminazi"“, in: Jeffrey M. Berry, Sarah Sobieraj: The Outrage Industry. Political Opinion Media and the New Incivility, Oxford University Press, Oxford/New York 2014, ISBN 978-0-19-992897-2, S. 5
  5. ""Feminazi": The History Of Limbaugh's Trademark Slur Against Women"
  6. "Limbaugh defended his use of term "feminazi" as "right" and "accurate".
  7. Rush H. Limbaugh, The Way Things Ought to Be, Pocket Books, 1992 S.296
  8. Britt Gillette, The Dittohead's Guide to Adult Beverages, Regnery Publishing, 2005, page xii.
  9. "Authority in contention" By Daniel J. Myers, Daniel M. Cress
  10. Linguistic politics and language usage in the debate on "Political Correctness" by Peter Skutta
  11. "Angry Feminazis and Manhaters: How Women Develop Positive Feminist Identities in the Face of Stigma".
  12. z.B. Katha Pollitt,in The Nation Juli 2006
  13. What Hillary Believes von Joe Klein, in Time-Magazine vom November 2007.
  14. "Feminazi", in: Michael Kaufman, Michael Kimmel: The Guy's Guide to Feminism, Seal Press 2011, ISBN 978-1-58005-362-4
  15. Hinrich Rosenbrock: Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung. Gunda-Werner-Institut (Heinrich-Böll-Stiftung), Berlin 2012, ISBN 978-3-86928-073-8, S.68-75
  16. Ralf Homann: Maskuline Muskelspiele. Eine Recherche im deutschen Cyperspace. ARD Radio-Feature, Mai 2013 (Manuskript, pdf) Radio ARD.de