Feminazi

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Feminazi ist gewöhnlich ein verunglimpfender und herabwürdigender Ausdruck, zusammengesetzt aus den Worten Feminist und Nazi, den der US-amerikanische Talkmaster Rush Limbaugh in den 1990er Jahren geprägt hat.[1][2][3] [4]

Als Feminazi bezeichnete Limbaugh Feministinnen und Mitglieder der National Organization for Women und anderen Organisationen, die am March for Women's Lives, einer großen Pro-Choice-Demonstration, teilnahmen.[5] Darüber hinaus münzte er den Ausdruck auf ausgesprochene Befürworterinnen der Abtreibung, da seiner Ansicht nach Abtreibungen der wichtigste Weg für „militante Feministinnen“ seien, nach Macht zu streben und ihren Glauben an die Überflüssigkeit der Männer voranzutreiben.[4][6][7]

Mittlerweile ist der Ausdruck in USA in die politische Umgangssprache eingegangen und wird als Schlagwort von antifeministischen Gruppen bzw. generell zur Diffamierung von feministischen Positionen, aber auch einzelner Personen verwendet.[8][9][10] In US-amerikanischen Medien wird der Ausdruck auch von feministischen bzw. liberalen Autoren wie Katha Pollitt oder Joe Klein in ironisierender Weise verwendet, um z. B. antifeministische Positionen zu karikieren.[11][12]

Der Ausdruck wird von antifeministischen Männerrechtlern im deutschsprachigen Raum, die Gleichstellungspolitik auch als „Femifaschismus“ bezeichnen, im Kontext der Strategie von Hate speech gebraucht.[13]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Merriam-Webster’s Collegiate Dictionary: Feminazi, abgerufen am 1. Dezember 2012.
  2. The Rush Limbaugh Show"
  3. Rush H. Limbaugh, The Way Things Ought to Be, Pocket Books, 1992 S. 193.
  4. a b Toril Moi: "I Am Not a Feminist, but...": How Feminism Became the F-Word (PDF; 555 kB), in: PMLA , Bd. 121, Nr. 5 (2006), S. 1735–1741 (1736).
  5. "Limbaugh defended his use of term "feminazi" as "right" and "accurate".
  6. Rush H. Limbaugh, The Way Things Ought to Be, Pocket Books, 1992 S.296
  7. Britt Gillette, The Dittohead's Guide to Adult Beverages, Regnery Publishing, 2005, page xii.
  8. "Authority in contention" By Daniel J. Myers, Daniel M. Cress
  9. Linguistic politics and language usage in the debate on "Political Correctness" by Peter Skutta
  10. "Angry Feminazis and Manhaters: How Women Develop Positive Feminist Identities in the Face of Stigma".
  11. z.B. Katha Pollitt,in The Nation Juli 2006
  12. What Hillary Believes von Joe Klein, in Time-Magazine vom November 2007.
  13. Hinrich Rosenbrock: Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung. Gunda-Werner-Institut (Heinrich-Böll-Stiftung), Berlin 2012, ISBN 978-3-86928-073-8, S.68-75