Fenchel
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Foeniculum | ||||||||||||
| Mill. | ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Foeniculum vulgare | ||||||||||||
| (L.) Mill. |
Der Fenchel (Foeniculum vulgare) ist die einzige Pflanzenart der Gattung Foeniculum innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Es ist eine heute weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze. Eine alte deutsche Bezeichnung für mehrere würzige Doldenblütler ist Köppernickel.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Beschreibung
[Bearbeiten] Wuchs
Pflanze: Es handelt sich um eine zweijährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 200 cm erreicht und würzig (anisähnlich) riecht. Der stielrunde Stängel ist kahl und bläulich bereift. Die Pflanze bildet mit ihren Speicherblättern knollenähnliche „Zwiebeln“. Die zwei- bis dreifach gefiederten Laubblätter sind haarförmig geschlitzt. Die Blattstiele besitzen 2 bis 2,5 cm lange, kapuzenförmig gehörte Blattscheiden. Die Blattstiele der unteren Blätter sind 5 bis 15 cm lang.
Blüte: Die doppeldoldigen Blütenstände weisen einen Durchmesser von 5 bis 9 cm auf und enthalten an 2 bis 25 cm langen Stängeln sechs bis 29 (selten bis zu 40) Döldchen. Die Döldchen enthalten 14 bis 39 kleine Blüten. Hüllen und Hüllchen sind keine vorhanden. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Der Kelch besteht aus hinfälligen Kelchzähnen. Die verkehrt-eiförmigen Kronblätter sind gelb. Es gibt nur einen Kreis mit fünf freien, fertilen Staubblättern. Der Griffel ist sehr kurz.
Früchte: Die kleinen Früchte sind mehr oder weniger zylindrisch und nicht geflügelt mit fünf charakteristischen, breiten, stumpfen Rippen.
Genetik: Chromosomenzahl: 2n = 22.
[Bearbeiten] Systematik
Vom Echten Fenchel oder Garten-Fenchel gibt es drei Varietäten:[1]
- Gemüsefenchel, Knollen- oder Zwiebelfenchel (Foeniculum vulgare var. azoricum)
- Gewürzfenchel oder Süßfenchel (Foeniculum vulgare var. dulce)
- Wilder Fenchel oder Bitterfenchel (Foeniculum vulgare var. vulgare)
Die Varietäten unterscheiden sich in ihrer Verwendung und Wuchs.
[Bearbeiten] Nutzung
[Bearbeiten] Anbau und Ernte
Fenchel ist eine alte, ursprünglich mediterrane Kulturpflanze, die in Mitteleuropa gelegentlich verwildert. Sie benötigt einen wärmebegünstigten Standort mit mäßig trockenem, nährstoff- und basenreichem Lehm- oder Lössboden. Beispielsweise werden Schuttunkrautgesellschaften, halbruderale Magerrasen und Weinbergsränder besiedelt.
[Bearbeiten] Krankheiten und Schädlinge
Pilz-Krankheiten: Cercosporidium-Flecken (Cercosporidium punctum), Echter Mehltau (Erysiphe umbelliferarum), Phytophtora syringae, Sclerotinia-Fäule (Sclerotinia minor und S. sclerotiorum).[2]
Schädlinge: Blattläuse, Nematoden, Schnecken, Thrips.
Viren: Bedeutende sind nicht bekannt. Fenchel wird jedoch als Pflanze in Versuchen oft als Wirt für Tests mit Viren verwendet.[2]
Bakterien: Erwinia-Fäule (Erwinia carotovora) und Pseudomonas-Fäule (Pseudomonas syringae).
Physiologische Schäden: Randen (braune Ränder) der verdickten Blätter, Frost, Schossen (vorzeitige Blütenbidlung).
[Bearbeiten] Verwendung
[Bearbeiten] Küche
Weiterverarbeitet und genossen werden einerseits die Knollen (v.a. in Salaten, Gemüsegerichten und als Beilage zu gedünsteten Fischgerichten), andererseits die Samen, die mit dem Anis vergleichbar sind. Letztere werden manchmal als Gewürz in Schwarzbrot mitgebacken oder zu einem Tee aufgegossen, der beruhigend bei Magen- und Darmbeschwerden wirkt.
Fenchel gehört traditionsgemäß zu Fisch. Gegrillter Seebarsch und Rote Seebarbe werden auf getrocknetem Fenchel flambiert. Er wird Saucen und Hackfleisch beigemischt. Fein gehackte Fenchelblätter nimmt man in geringer Menge zum Würzen von Suppen, Salaten, Mayonnaisen und für die "Sauce vinaigrette". Auch in der indischen Küche sind Fenchelsamen sehr beliebt und verbreitet.
Fenchel findet darüber hinaus auch in einigen Spirituosen Verwendung. Häufig dient er dabei zur geschmacklichen Abrundung eines Getränkes, das als einen der Hauptbestandteile Anis (oder Sternanis) enthält, z. B. Absinth oder Pastis.
[Bearbeiten] Lagerung
Knollenfenchel wird am besten bei 0-5 °C und einer Luftfeuchte von 90-95 % zum Beispiel im Gemüsefach des Kühlschranks gelagert.
[Bearbeiten] Inhaltsstoffe
Fenchel enthält ätherische Öle (Frucht: trans-Anethol, Fenchon, α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol, p-Cymol; Kraut: α-Phellandren, α-Pinen, cis-Anethol, Myristicin, α-Terpinen, Limonen; Wurzel: Dillapiol, Myrcen, α- und β-Pinen, α- und β-Phellandren, α- und β-Terpinen, Myristicin, cis-Ocimen, Anethol), Kieselsäure, Mineralsalze, Stärke, Vitamin A, B und C. Der Vitamin-C-Gehalt der frischen Pflanze (Blätter) pro 100 g Frischegewicht beträgt 247,3 mg. [3]
| Wasser | Kalium | Calcium | Magnesium | Vitamin C | Energiewert |
|---|---|---|---|---|---|
| 86 g | 494 mg | 109 mg | 49 mg | 93 mg vgl. Text | 101 kJ (24 kcal) |
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ R. Zander, Handwörterbuch der Pflanzennamen, 14. Auflage, 1993, S. 278+279, ISBN 3-8001-5063-8
- ↑ a b C.-M. Messiaen, D. Blancard, F. Rouxel u. R Lafon, Les maladies des plantes maraîchères, 3ème édition, INRA Paris, 1991, S. 340+341, ISBN 2-7380-0286-2
- ↑ http://www.heilpflanzen-suchmaschine.de/fenchel/fenchel_inhalt.shtml
- ↑ Souci.Fachmann. Kraut, 1994.
[Bearbeiten] Literatur
- Beschreibung in der Flora of China. (engl.)
- Gewürzfenchel bei Katzer's Gewürzpflanzen Webseite.
- Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. – Ulmer Verlag, Stuttgart, 6. Aufl. 1990. ISBN 3-8001-3454-3
- Rudolf Schubert, Klaus Werner & Hermann Meusel (Hrsg.): Werner Rothmaler - Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Bd. 2, Gefäßpflanzen. - Volk und Wissen Volkseigener Verlag, Berlin 1983 (12. Aufl.).
[Bearbeiten] Weblinks
- Gemüsefenchel.
- Infos über Fenchelöl, Fenchelhonig, Fencheltee etc.
- Fenchel - (Foeniculum vulgare)

