Fender Mustang

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fender Mustang

Fender Mustang, Farbe: Vintage White, Bj. 1998

Allgemeines
Typ E-Gitarre
Hersteller Fender; USA, Japan
Produktion 1964–1982, seit 1990
Konstruktion und Materialien
Mensur
  • 24 Zoll (610 mm)
  • 22,5 Zoll (572 mm)
Korpus Solidbody aus Pappel (selten Mahagoni)
Hals Geschraubter Hals aus Ahorn
Griffbrett Palisander, 22 oder 21 Bünde
Sattel Synthetischer Knochen, Breite: 41,3 mm
Mechaniken 6× links; gekapselt
Steg / Brücke Tremolo-System (Fender Dynamic Vibrato) mit einzelnen Saitenreitern
Tonabnehmer und Elektronik
Tonabnehmer

Single Coil

Klangregelung passiv
  • Lautstärke
  • 1× Höhenblende
  • 2× Tonabnehmer-Ein-Aus-/In-Out-Phase-Schalter
Soweit nicht anders angegeben, stammen die Daten von der Webseite des Herstellers (Stand: 16. Dezember 2013)

Die Fender Mustang ist ein E-Gitarren-Modell mit massivem Korpus (englisch: Solidbody), das seit 1964 vom US-amerikanischen Musikinstrumentenhersteller Fender gebaut wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Um die Lücke zwischen den Einsteigergitarren und den teureren Modellen zu schließen, wurde 1964 die Fender Mustang vorgestellt. Sie besitzt den gleichen Korpus wie die Duo-Sonic, ebenso die zwei elektromagnetischen Tonabnehmer in Einzelspulen-Bauweise (Single Coil). Neu an der Mustang waren eine verbesserte elektrische Schaltung und ein neu entworfenes Vibratosystem ähnlich dem der Fender Jaguar und der Fender Jazzmaster. Die Produktion wurde 1981 zunächst eingestellt; seit 1986 stellt Fender Japan eine Neuauflage der Fender Mustang her. Unter dem Markennamen Fresher wurden ebenfalls von einem japanischen Hersteller Kopien angeboten.

Die Mustang gehört neben dem 1966 vorgestellten Fender Mustang Bass zu den letzten Instrumenten, die vom Firmengründer Leo Fender mitentwickelt wurden. Nach dem Verkauf der Firma Fender an den Medienkonzern CBS im Oktober 1964 zog Leo Fender sich im Laufe des Jahres 1965 zurück.

Konstruktion[Bearbeiten]

Die Mustang folgt wie bereits die E-Gitarren-Modelle Fender Telecaster und die Fender Stratocaster dem grundlegendem Konstruktionsprinzip der Firma Fender: Auf einen massiven Korpus wird ein Hals aus Ahornholz geschraubt. Für den Korpus wird jedoch Fender-untypisch Pappelholz oder (sehr selten in alten Modellen vorzufinden) Mahagoni verwendet. Die Stimmmechaniken befinden sich in einer Linie auf der oberen Seite der asymmetrischen Kopfplatte. Die Elektronik ist auf ein aus Kunststoff bestehendes Schlagbrett montiert, das sich unter den Gitarrensaiten auf dem Korpus befindet. Die Mustang wurde zu Beginn in zwei Versionen mit einer kurzen (22,5 Zoll/21 Bünde) und einer langen (24 Zoll/22 Bünde) Mensur angeboten, wobei die Produktion der Hälse mit kurzer Mensur wegen schlechter Verkaufszahlen schnell aufgegeben wurde. Die Elektronik besteht aus zwei Single-Coil-Tonabnehmern, die über zwei Schiebeschalter sowie je einen Lautstärke- und Klangregler verwaltet werden. Durch die beiden Schalter, die jeweils drei Schaltmöglichkeiten besitzen, sind mit der Mustang insgesamt vier verschiedene Klänge abrufbar.

Die Mustang in der Musik[Bearbeiten]

Obwohl die Mustang ursprünglich von Fender als „Students Model“ gedacht war, gibt es nicht wenige bekannte Gitarristen, die dieses Instrument besitzen und auch auf der Bühne einsetzen. Namentlich erwähnt seien Walter Becker von Steely Dan, Shakira, Johnny Winter ebenso wie David Byrne, John Frusciante, Todd Rundgren, Graham Coxon, PJ Harvey, Patti Smith und Adrian Belew.

Jimi Hendrix benutzte eine rote Mustang bei den Aufnahmen für die zweite Platte der Jimi Hendrix Experience mit dem Titel Axis: Bold as Love. Die Gitarre wurde im Jahr 2007 für 400.000 US-Dollar versteigert.[1]

Einer der berühmtesten Mustang-Spieler war Kurt Cobain von der Band Nirvana (unter anderem zu sehen in den Videos zu den Musikstücken Smells Like Teen Spirit und In Bloom). Cobain benutzte die Mustang auch als Vorlage für seine eigene Signature-Gitarre: Auf die Frage, wie ein mögliches „Kurt-Cobain-Sondermodell“ aussehen solle, fotografierte Cobain seine Mustang und eine Fender Jaguar, schnitt die beiden Fotos in der Mitte durch, klebte die Oberseite der Mustang an die Unterseite der Jaguar und präsentierte das Ergebnis mit dem Wort „So!“. Dieser Logik folgend, ging die Gitarre mit dem Kunstnamen „Jag-Stang“ (Jaguar und Mustang) in die Produktion.

Literatur[Bearbeiten]

  • Tony Bacon: Gitarren – Alle Modelle und Hersteller. London, Wien 1991, ISBN 3-552-05073-6.
  • George Gruhn, Walter Carter: Elektrische Gitarren & Bässe – Die Geschichte von Elektro-Gitarren und Bässen. ISBN 3-932275-04-7.
  • Richard R. Smith: Fender – Ein Sound schreibt Geschichte. ISBN 3-937872-18-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fender Mustang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.reuters.com: U2 donates instruments to help Katrina victims. Zugriff am 14. Dezember 2011.