Fender VI

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Fender VI
Fender-VI-Bass mit charakteristischem Tremoloarm
Hersteller Fender
Produktionszeit 1961–1975, 1995–?[1]
Konstruktion
Typ E-Bass
Mensur 30 Zoll/762 mm;
Neuauflage 1990er-Jahre:
30,3 Zoll/770 mm[2]
Halsverbindung geschraubt[1]
Materialien
Korpus Erlenholz[1]
Hals Ahornholz[1]
Griffbrett Palisander[1]
Mechanik/Elektronik
Steg Fender Vibrato
Tonabnehmer 3 Single Coils[1]
Bedienfeld Lautstärke-Poti,
passive Höhenblende,
3 An-Aus-Schalter
für die Tonabnehmer

ab 1963 Schalter für
Bassabdämpfung[1]

Der Fender VI ist ein sechssaitiges E-Bass-Modell des US-amerikanischen Musikinstrumentenherstellers Fender. Das Modell wurde im Jahr 1961 in die Produktpalette aufgenommen und ging als Fender VI oder „Jaguar-Bass“ (wegen seiner optischen Ähnlichkeit zum E-Gitarrenmodell Fender Jaguar) in die Geschichte ein. Der Fender VI wird eine Oktave tiefer als eine Gitarre (gelegentlich auch wie eine Baritongitarre) gestimmt und hat einen verhältnismäßig schmalen Hals, der nur um weniges länger war als der einer E-Gitarre. Dies sollte Gitarristen den Umstieg auf den Bass erleichtern. Das Konzept war kopiert von einem ähnlichen, aber einfacheren und billigeren E-Bass-Modell des Herstellers Danelectro.

Fender-VI-Bass, Kopfplatte

Der Bass hat 22 Bünde, drei Tonabnehmer in Einzelspulen-Bauweise (Single Coil), einen Vibratohebel und einen asymmetrischen Korpus. In klanglicher Hinsicht erreichte der Bass nicht die Qualität der Bass-Klassiker von Fender (Precision- beziehungsweise Jazz Bass). Aufgrund geringer Nachfrage und des relativ hohen Anschaffungspreises wurde die Produktion 1977 nach nur 800 gebauten Exemplaren eingestellt, weshalb Exemplare aus der Originalproduktion jener Jahre heute hochbezahlte gesuchte Objekte sind.

Im Jahr 2013 legte Fender den Bass in einer modernisierten Variante neu auf; die Besonderheiten sind hierbei ein in Brückenposition angebrachter Humbucker in P-90-Optik, ein Fünffach-Wahlschalter statt einzelner Schalter für jeden Pickup und der Wegfall der Chromabdeckung des Elektronikfachs, das jetzt vom Schlagbrett mit abgedeckt wird.[3]

Bekannte Fender VI-Spieler[Bearbeiten]

Die bekannteste Gruppe, die einen Fender VI verwendete, waren die Beatles. Sie erwarben das Instrument im Jahr 1968. Es wurde von den Gitarristen John Lennon und George Harrison eingesetzt, wenn Beatles-Bassist Paul McCartney Gitarre oder Keyboard spielte. Der Bass ist auf einer Reihe von Stücken auf dem sogenannten „Weißen Album“ zu hören. Daneben spielt George Harrison ihn in dem Promotion-Film zu dem Lied Hey Jude.

Die englische Instrumentalband Shadows mit ihrem Sologitarristen Hank Marvin verwendete den Fender VI unter anderem für die Stücke Stingray, Alice in Sunderland sowie Late Night Set. Kurioserweise fungierte der Fender VI hier nicht als Bassgitarre, sondern als Melodieinstrument. Ein weiterer Musiker, der den Fender VI benutzte, war Roy Babbington (Soft Machine). Jack Bruce spielte in seiner Anfangszeit bei Cream Mitte der 1960er-Jahre ebenfalls einen Bass VI (zu hören auf dem ersten Album der Band, Fresh Cream).

Erstmals als Solo-Gitarre setzte Jet Harris (Ex-Mitglied der Shadows) den Bass 1962 ein. Er hatte mit dem Musikstück Diamonds 1963 einen Nr.-1-Hit in England. Ab 1975 setzte Henk Bruysten (Hank the Knife and the Jets) den Fender VI ein. Das Instrument dominierte den größten Erfolg der Band, Guitar King. Von diesem Titel inspiriert, setzt auch Chris Mike („Thunder – the Legend“) den Bass wegen seines Twang-Sounds als Solo-Instrument ein.

Mitte der 1970er-Jahre geriet der Bass VI in Vergessenheit, bis Robert Smith ihn bei The Cure wieder verstärkt einsetzte – zu hören unter anderem in den Liedern Faith, Pictures of You und Lullaby.

Der Bassist der Band Blink 182, Mark Hoppus, nutzte diesen Bass bei einigen Auftritten für das Lied I Miss You. Außerdem ist dieser Bass bei dem Lied All of This (auf dem Untitled Album) zu hören, das Blink 182 zusammen mit Robert Smith eingespielt haben.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g The Fender Bass VI (engl.) auf der Seite von The Band
  2. The history of the Fender VI (engl.) auf musicradar.com
  3. http://www.fender.com/de-DE/series/pawn-shop/pawn-shop-bass-vi/