Fenton John Anthony Hort

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Fenton J. A. Hort.

Fenton John Anthony Hort (* 23. April 1828 in Dublin; † 30. November 1892 in Cambridge) war ein irischer Theologe.

Seine Schulbildung hatte er ab 1841 an der Rugby School und wechselte 1846 an das Trinity College in Cambridge. Er war befreundet mit Edward White Benson und Joseph Barber Lightfoot sowie mit Brooke Foss Westcott. 1852 wurde er gewähltes Mitglied des College und blieb bis 1857. Eine Freundschaft verband ihn auch mit F. D. Maurice, den er öffentlich verteidigte, als dieser 1853 seinen Lehrstuhl am King´s Colleg verlor. 1854 wurde er zum Diakon, 1856 in der Kathedrale von Ely zum Priester geweiht. Die drei Männer Hort, Westcott und Lightfoot wurden auch als „Cambridge Triumvirat“ bezeichnet. Zusammen mit John Eyton Bickersteth Mayor brachte er das Journal of Classical and Sacred Philology heraus.

1857 heiratete er und wurde für fünfzehn Jahre Vikar in St. Ippolyts in Hertfordshire. Hort kam mit dem Beruf als Gemeindepriester nicht zurecht, insbesondere Predigten schreiben und halten war für ihn als perfektionistischem und introvertierten Gelehrten sehr schwierig. 1863 hatte er einen Nervenzusammenbruch und war zwischen 1863 und 1865 nicht tätig als Geistlicher. In dieser Zeit hielt er sich über den Winter in Cheltenham und im Sommer in den Alpen auf. Im Sommter 1860 fassten Hort, Westcott und Lightfoot den Plan zu einem historisch-kritischen Kommentar zum ganzen neuen Testament. Hort verfertigte dazu nur drei kleinere Teile, die posthum veröffentlicht wurden. 1870 wurde er in das Komitee zur Revision des Neuen Testaments der King-James-Bibel berufen zur Herausgabe der Revised Version.

Ab 1871 hielt er die Hulsean Lectures an der Cambridge University, 1872 wurde er Mitglied und Dozent des Emmanuel College und zog nach Cambridge, 1878 wurde er Hulsean Professor of Divinity und danach ab 1887 Lady Margaret´s Professor of Divinity bis zu seinem Tod. Er hielt die Predigt bei der Weihe Westcotts zum Bischof von Durham. Diese Predigt strengte ihn so an, dass seine Gesundheit darunter litt und er verbrachte die letzten zwei Jahre als Halbinvalide. Seine letzte Vorlesung hielt er im April 1892, sein letzter Artikel war über Lightfoot im Dictionary of National Biography.

Er war ein bedeutender Vertreter der neutestamentalen Textkritik im 19. Jahrhundert. Brooke Foss Westcott und Hort gaben 1881 gemeinsam The New Testament in the Original Greek heraus, eine griechische Textausgabe, die als „Westcott und Hort“ bekannt ist und Grundlage für viele Bibelübersetzungen und Revisionen wurde. Sie beschritt methodisch neue Wege und revolutionierte die Textgestaltung der neutestamentlichen Textausgaben. Der Einführungsband von Hort erschien 1896. Nach seiner Methode verläuft die Textkritik in vier Schritten: 1. Die Suche nach dem inneren Zeugnis (internal evidence of readings). Dieses überprüft die innere Wahrscheinlichkeit und den Abschreibevorgang (intrinsic an transsriptional probability). 2. Widerstreiten sich beide ist der Gesamtcharakter rivalisierender Schriftstücke (internal evidence of documents) zu bedenken. 3. Weiterschreiten muss man zu Gruppen gemeinsamer Manuskripte. Gemeinsame Lesarten bedeuten gemeinsamer Ursprung (internal evidence of groups of manuscripts). 4. Die vorhandenen Mischlesarten führen zur Notwendigkeit einer genealogischen Betrachtung (genealogical evidence). Die Mischung führt dazu, dass man die einzelnen Lesarten mehr oder weniger isoliert betrachten muss.

Hort war kein Parteigänger irgendeiner der kirchlichen Partei, sondern hatte ein eigenes Urteil, wodurch er überall aneckte. Sein übertriebener Perfektionismus verhinderte, dass er seine Werke zu Ende brachte und veröffentlichte. Er war kein Spezialist, er war nicht nur ein hervorragender Textkritiker und Neutestamentler, sondern auch ein wichtiger Kirchengeschichtler, Philosoph und Theologe, der in die Fragen seiner Zeit tief eintauchte.

Werke[Bearbeiten]

Zum Dictionary of Christian Biography trug er 70 Artikel bei, vor allem zum Thema frühe Gnosis. Alle sonstigen Werke Horts wurden posthum in London veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]