Ferdinand Hardekopf

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Ferdinand Hardekopf (* 15. Dezember 1876 in Varel; † 26. März 1954 in Zürich; Pseudonyme: Carsten F. Jesper, Stefan Wronski, Jason Bach, Hardy, Ravien Siurlai[1]) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller, Lyriker und Übersetzer.

Leben[Bearbeiten]

Hardekopf kam mit zehn Jahren auf das Oldenburger „Großherzogliche Gymnasium“. Nach dem Abitur an der humanistischen Thomasschule zu Leipzig[2] folgte eine kaufmännische Ausbildung. Im Jahre 1899 ging er nach Berlin, wo er zunächst Literatur- und Theaterkritiken für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften schrieb, u.a. für “Die Schaubühne” (den Vorläufer der “Weltbühne”) sowie für die "Münchner Neuesten Nachrichten". Er avancierte schnell zu einem gefragten Kritiker, zunächst vor allem als Varieté- und Theaterrezensent in dem Wochenblatt „Die Schaubühne“. Von 1906 bis 1912 veröffentlichte Hardekopf rund 50 Beiträge in der Zeitschrift. Im Jahr 1910 trat er eine Stellung als Stenograf im Reichstag an, die ihm ein geregeltes Einkommen sicherte. Ab 1911 publizierte er im Sprachrohr des Expressionismus, der Wochenzeitschrift “Die Aktion”.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges ging der Pazifist Hardekopf im Jahr 1916 ins Exil in die Schweiz. Anfang der 1920er Jahre kehrte er jedoch wieder nach Deutschland zurück. Da er im Berlin der zwanziger Jahre nicht Fuß fassen konnte, wanderte er 1922 endgültig aus und ging nach Paris. Hier war er hauptsächlich als Übersetzer tätig; er übersetzte die Werke bedeutender französischer Schriftsteller u.a. von André Gide und Jean Cocteau. Daneben verfasste er Beiträge für französische und Schweizer Zeitungen und publizierte in der in Amsterdam von Klaus Mann herausgegebenen Zeitschrift “Die Sammlung”.

Er lebte zusammen mit seiner späteren Frau, der Schauspielerin Sita Staub (geb. Levien), in Paris und an der Riviera. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs wurde er interniert und kam nur dank des Einsatzes von André Gide wieder frei. Er geht daraufhin mit seiner Lebensgefährtin in den unbesetzten Süden Frankreichs. Der Zusammenbruch Frankreichs trieb ihn 1940 in die Schweiz, wo er seither mühevoll von Übersetzungsaufträgen für die Büchergilde Gutenberg existierte. Im Jahr 1954 verstirbt er in Zürich in der Psychiatrie des dortigen Spitals.

Sein literarisches Wirken ist nicht sehr umfangreich. Es beinhaltet vorrangig Lyrik und kleine Prosawerke, die hauptsächlich in den 1910er und 1920er Jahren entstanden und ihn als einen der Vorreiter des deutschen Expressionismus in der Literatur auszeichnen. Ein Hauptthema des bekennenden Morphinisten ist der Drogenkonsum.

Auf der Flucht aus der Gefangenschaft aus dem französischen Internierungslager in die Schweiz gingen darüber hinaus wertvolle Manuskripte verloren, worunter sich auch das Exemplar seines Hauptwerkes “Die Dekadenz der deutschen Sprache” befand. Er ist als Dichter heute nahezu in Vergessenheit geraten.

Als Übersetzer französischer Werke hat er sich jedoch einen großen Namen gemacht. Thomas Mann sagte darüber: "...Hardekopf ist, glaube ich, unser bester Übersetzer aus dem Französischen."

Werke[Bearbeiten]

  • Wir Gespenster. Dichtungen. Hrsg. und Nachwort von Wilfried F. Schoeller, Arche, Zürich und Hamburg 2004, ISBN 3-7160-2329-9, enthält:
  • Der Abend. Ein Dialog (1913)
  • Lesestücke (1916)
  • Privatgedichte (1921)
  • Berlin 1907-1909. Theaterkritiken aus der Schaubühne. Herausgegeben von Arne Drews. Revonnah Verlag Hannover. ISBN 3-927715-46-8

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bernhard Echte: Von Sätzen und Pseudonymen. In: Du. Nr. 3, 1994, S. 11 (online).
  2. Richard Sachse, Karl Ramshorn, Reinhart Herz: Die Lehrer der Thomasschule zu Leipzig 1832–1912. Die Abiturienten der Thomasschule zu Leipzig 1845–1912. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1912, S. 90.