Ferdinand Löwe

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Ferdinand Löwe, ca. 1898

Ferdinand Löwe (* 19. Februar 1865 in Wien; † 6. Jänner 1925 ebenda) war ein österreichischer Dirigent.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Löwe wurde 1898 zum Hofopernkapellmeister ernannt. 1897/1898 (und später auch von 1908–1914) war er Chefdirigent des Kaim Orchesters, der heutigen Münchner Philharmoniker. Im Jahr 1900 gründete er das Wiener Concertvereinsorchester (seit 1933 Wiener Symphoniker), dem er in der Folge als Chefdirigent vorstand. Löwe war daneben als Lehrer am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien beschäftigt, dirigierte 1905 bis 1919 die Arbeiterkonzerte und leitete von 1918 bis 1922 die Wiener Musikakademie.

Er war ein Schüler Anton Bruckners und erwarb sich besondere Verdienste um die Aufführungen von dessen Symphonien. Ein umstrittenes Kapitel der Musikgeschichte stellt jedoch sein Umgang mit den Partituren seines Lehrers dar. Gemeinsam mit den Brüdern Franz und Joseph Schalk bearbeitete Löwe Bruckners Werke, um sie dem Publikum der damaligen Zeit gefälliger zu machen. Dabei wurde nicht selten der Gehalt der Kompositionen stark verändert, so dass die Bearbeitungen eher noch zum Unverständnis der Bruckner'schen Musik beitrugen.

Löwe instrumentierte z. B. Bruckners 9. Symphonie vollständig um und griff sogar in den Notentext ein. In dieser Fassung wurde das Werk von Löwe am 11. Februar 1903 uraufgeführt und im selben Jahr veröffentlicht. Erst 29 Jahre später, am 2. April 1932 fand unter Siegmund von Hausegger die erste Aufführung von Bruckners Originalfassung statt. Der Dirigent hatte Bruckners Komposition die Löwe-Fassung vorangestellt. Das Votum des Publikums und der Musikwissenschaft entschied eindeutig gegen die Bearbeitung. Nur sehr wenige Dirigenten, wie Hans Knappertsbusch, hielten noch an Löwes Version fest.

Löwes ehrenhalber gewidmete Grabstelle liegt auf dem Zentralfriedhof Wien (31B-13-9). Im Jahr 1936 wurde in Wien Favoriten (10. Bezirk) die Ferdinand-Löwe-Straße nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]