Ferdinando Galli da Bibiena

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Ferdinando Galli da Bibiena

Ferdinando Galli da Bibiena (* 8. August 1656 in Bologna; † 3. Januar 1743 ebenda) war ein italienischer Szenograph, Architekt und Dekorationsmaler.

Er war der Sohn des Malers und Architekten Giovanni Maria Galli da Bibiena, der sich nach seinem Geburtsort Bibbiena in der Toscana genannt hatte. Er lernte unter Carlo Cignani und erwarb sich großen Ruf als Theaterbaumeister und Dekorateur. Zur Errichtung des bei der Krönung Karls VI. aufgeführten Theaters wurde er nach Prag berufen, kam dann an den Hof Karls VI. zu Wien und arbeitete zuletzt in Bologna, wo er 1743 starb. Seine dem Barockstil folgenden Bauten zeigen eine bedeutende Phantasie und großen Sinn für malerische Wirkung; auch seine Architekturmalereien zeichnen sich durch gewandte Behandlung und treffliche Perspektive aus. Kompositionen von ihm erschienen gestochen unter dem Titel: Varie opere di prospettiva zu Augsburg 1840. Er schrieb auch Architettura civile (Parma 1811).

Seine drei Söhne brachten die Kunst des Vaters durch ganz Italien und Deutschland in Aufnahme. Antonio Galli da Bibiena, 1700 in Parma geboren, arbeitete ebenfalls am Hof Karls VI., kehrte dann nach Italien zurück, wo er die Theater von Siena, Pistoja und La Pergola zu Florenz erbaute und verzierte; starb 1774 in Mailand. Giuseppe Galli da Bibiena, geb. 1696, arbeitete zu Wien, Dresden und Berlin, vornehmlich in Theatern und zu Hoffestlichkeiten, starb 1757 in Berlin. Alessandro Galli da Bibiena stand als Baudirektor in Diensten des Kurfürsten von der Pfalz, in dessen Auftrag er im Rokokostil die Jesuitenkirche zu Mannheim ausführte.

Literatur[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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