Fereydoun Farokhzad

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Fereydoun Farrochsad

Fereydoun Farokhzad (persisch ‏فریدون فرخزاد‎; * 1938 in Tafresch, Iran; † 6. August 1992 in Bonn) war Politikwissenschaftler sowie iranischer Dichter, Sänger und Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Farokhzad schloss seine akademische Ausbildung im Studiengang der Politikwissenschaft mit einer Promotion in der Bundesrepublik Deutschland ab. Er ist der jüngere Bruder der berühmten persischen Dichterin Forough Farokhzad.

Farokhzad gilt bis heute als einer der berühmtesten Sänger und Entertainer der modernen iranischen Musikgeschichte. Viele Stars der iranischen Musikszene der 1970er Jahre gelangten in seinen Sendungen zu höherem Bekanntheitsgrad. Viele seiner Lieder zeichnen eine ganz besondere Vitalität und Freude aus, und sie entbehren meist der bei vielen seiner zeitgenössischen Künstler auffallenden Melancholie.

Exil und Attentat in Deutschland[Bearbeiten]

Grab von Fereydoun Farrochsad

In politischer Hinsicht setzte sich Farokhzad für einen säkularen Kurs und für die quietistische Trennung des Staates von der Religion ein. Er befürwortete die Wiedererrichtung des Iranischen Kaiserreichs auf einer demokratischen Grundlage und thematisierte dies sowie seine Opposition zum seit 1979 herrschenden Klerus in politischen Kampfliedern. Hierbei trat er wiederholt auch künstlerisch auf Demonstrationen in europäischen und amerikanischen Städten in Erscheinung.

Es wird vermutet, dass er, weil er Kritiker des 1979 im Iran errichteten theokratischen Regimes war, am 6. August 1992 in seinem Haus in Bonn ermordet wurde, wo er drei Tage später erstochen und geköpft aufgefunden wurde.[1]

Fereydoun Farokhzad wurde auf dem Bonner Nordfriedhof beigesetzt. Angesichts der zeitlichen Befristung des ersten Grabes wurden im Jahr 2007 nach einer unter Iranern durchgeführten Aktion die finanziellen Mittel für ein neues Grab auf demselben Friedhof aufgebracht, sodass eine feierliche Umbettung erfolgen konnte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fereydoun Farrokhzad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cyrus Kadivar: Dialogue of Murder. In: Payvand.com vom 11. Januar 2003. (online, abgerufen am 5. August 2008)