Ferlach

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Ferlach
Wappen von Ferlach
Ferlach (Österreich)
Ferlach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Klagenfurt-Land
Kfz-Kennzeichen: KL
Fläche: 117,31 km²
Koordinaten: 46° 32′ N, 14° 18′ O46.52694444444414.301944444444466Koordinaten: 46° 31′ 37″ N, 14° 18′ 7″ O
Höhe: 466 m ü. A.
Einwohner: 7.167 (1. Jän. 2013)
Postleitzahl: 9170
Vorwahl: 04227
Gemeindekennziffer: 2 04 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchgasse 5
9170 Ferlach
Website: www.ferlach.at
Politik
Bürgermeister: Ingo Appé (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(27 Mitglieder)
14 SPÖ, 7 FPK, 3 ÖVP,
2 VS/WG, 1 FPÖ
Lage der Stadt Ferlach im Bezirk Klagenfurt-Land
Ebenthal in Kärnten Feistritz im Rosental Ferlach Grafenstein Keutschach am See Köttmannsdorf Krumpendorf am Wörthersee Ludmannsdorf Magdalensberg Maria Rain Maria Saal Maria Wörth Moosburg Poggersdorf Pörtschach am Wörther See Sankt Margareten im Rosental Schiefling am Wörthersee Techelsberg am Wörther See Zell Klagenfurt KärntenLage der Gemeinde Ferlach im Bezirk Klagenfurt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Ferlach (slowenisch: Borovlje) in Kärnten ist die südlichste Stadtgemeinde Österreichs mit 7167 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2013), Hauptort des Rosentals, Sitz eines Bezirksgerichtes und als Büchsenmacherstadt bekannt.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ferlach liegt südlich von Klagenfurt (10 km Luftlinie, 18 km Straße) im Zentrum des Rosentals an der Drau, die hier zum Ferlacher Stausee aufgestaut ist. Nördlich von Ferlach zieht sich das Sattnitzgebirge, südlich erhebt sich der Hauptkamm der Karawanken mit dem „Hausberg“ Ferlacher Horn (1840 m) und dem Singerberg (1589 m), zwischen denen der Loiblbach auf die Stadt zufließt.

Der höchste Punkt des Gemeindegebiets ist der Gipfel der Vertatscha (2181 m), der tiefste liegt bei der Ortschaft Laak (411 m).

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ferlach
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,9 5,0 10,8 15,3 20,6 23,7 25,9 25,6 20,9 14,6 6,3 1,3 Ø 14,3
Min. Temperatur (°C) -7,1 -5,4 -1,4 2,5 7,2 10,7 12,5 12,3 8,6 4,3 -1,1 -5,2 Ø 3,2
Temperatur (°C) -4,0 -1,4 3,5 8,2 13,5 16,7 18,6 18,1 13,7 8,2 1,7 -2,7 Ø 7,9
Niederschlag (mm) 52 50 70 99 104 134 137 120 123 118 115 80 Σ 1.202
Sonnenstunden (h/d) 2,3 4,0 5,0 5,9 7,0 7,5 8,1 7,5 6,0 4,2 2,2 1,7 Ø 5,1
Regentage (d) 5,8 5,1 7,5 9,3 11,4 12,0 11,4 9,8 8,5 8,3 7,8 6,8 Σ 103,7
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5,0
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15,3
2,5
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7,2
23,7
10,7
25,9
12,5
25,6
12,3
20,9
8,6
14,6
4,3
6,3
-1,1
1,3
-5,2
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Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Ferlach ist in neun Katastralgemeinden gegliedert (in Klammer die slowenischen Namen): Ferlach (Borovlje), Kappel an der Drau (Kapla ob Dravi), Kirschentheuer (Kožentavra), Unterloibl (Podljubelj), Waidisch (Bajdiše), Unterferlach (Medborovnica), Glainach (Glinje), Seidolach (Ždovlje) und Windisch Bleiberg (Slovenji Plajberg).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 27 Ortschaften (Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Babniak (Babnjak) 35
  • Bodental (Poden) 131
  • Dörfl (Kajže) 19
  • Dornach (Trnje) 106
  • Ferlach (Borovlje) 4471
  • Glainach (Glinje) 86
  • Görtschach (Goriče) 201
  • Jaklin (Jaklin) 3
  • Kappel an der Drau (Kapla ob Dravi) 262
  • Kirschentheuer (Kožentavra) 256
  • Laak (Loka) 44
  • Laiplach (Liplje) 11
  • Loibltal (Brodi) 49
  • Otrouza (Otrovca) 82
  • Rauth (Rute) 6
  • Reßnig (Resnik) 222
  • Seidolach (Ždovlje) 77
  • Singerberg (Žingarica) 7
  • Strau (Struga) 252
  • Strugarjach (Strugarje) 12
  • Tratten (Trata) 59
  • Unterbergen (Podgora) 171
  • Unterferlach (Medborovnica) 286
  • Unterglainach (Vesca) 37
  • Unterloibl (Podljubelj) 198
  • Waidisch (Bajdiše) 78
  • Windisch Bleiberg (Slovenji Plajberk) 112

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Köttmannsdorf Maria Rain Ebenthal in Kärnten
Feistritz im Rosental Nachbargemeinden Sankt Margareten im Rosental
Žirovnica, Tržič Zell

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Ferlach dürfte im 12. Jahrhundert entstanden sein. Die älteste urkundliche Erwähnung als Vörelach stammt aus dem Jahr 1246, der Ortsname spielt auf die umliegenden Föhrenwälder (slow. Borovlje: Föhrenwald) an.

Ein eisenverarbeitendes Gewerbe ist für Ferlach seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar und war durch die Erzvorkommen in den Karawanken und die Wasserkraft des Loibl- und des Waidischerbachs begünstigt. Die Entwicklung als Produktionsstätte für Waffen geht voraussichtlich auf die Erhebung Klagenfurts zur Landeshauptstadt um 1529 zurück.[2] Vor dem Hintergrund von Türkeneinfällen und Bauernaufständen erhielt das 1514 fast völlig abgebrannte und wiederaufgebaute Klagenfurt von Kaiser Ferdinand I. ein städtisches Zeughaus, das entsprechend auszustatten war. Der Legende nach soll Ferdinand 1558 auch eine Hundertschaft Waffenschmiede aus Lüttich, damals in den Österreichischen Niederlanden gelegen, nach Kärnten geholt haben. In den Listen der Büchsenmacher konnte jedoch bisher kein einziger flämischer oder wallonischer Name identifiziert werden. Wie aus einer Anweisung Ferdinands von 1558 hervorgeht, wurden Hellebarden, Piken und Feuerwaffen zu diesem Zeitpunkt bereits in größeren Mengen erzeugt. Der Kaiser trug dem Laibacher Zeugwart Hans Tillhopff auf, bei „Hansen Pixenschmidt zu Hollenburg“ in Kärnten 400 "Topplhackhn und sovil spanische Ror" zu bestellen.[3] Die bislang frühesten Erwähnungen von Büchsenmachern finden sich in den Unterlagen der Herrschaft Hollenburg. 1551 wird der „puechsenschiffter“ Hans Glawitsch erwähnt, 1555 der Schlosser Hans Hueber und 1557 der „puchsenschmidt“ Hans Butsch. Im Jahre 1641 waren im Raum Ferlach rund 41 Meister tätig. Das Büchsenmachergewerbe erlebte in der Regierungszeit von Kaiserin Maria Theresia seinen Höhepunkt und erlangte Weltruhm. Bis zu 400 Meister sind in den Hollenburger Urbaren nachweisbar. Die Büchsenmacher rüsteten neben dem österreichischen Heer auch noch die Armeen von Frankreich, Spanien und der Türkei aus. In den darauffolgenden Jahrzehnten nahmen die Nachfrage nach militärischen Waffen zunehmend ab, und so konzentrierte man sich in Ferlach auf die Produktion von Jagdwaffen. Die Ferlacher Jagdgewehre, die durchwegs handgefertigt sind, genießen noch heute einen hervorragenden Ruf.

Die Gemeinde konstituierte sich im Jahr 1850 unter dem Namen Oberferlach, anlässlich der Erhebung zum Markt im Jahr 1910 wurde sie in Ferlach umbenannt. 1930 wurde das Stadtrecht verliehen. 1927 wurde die Gemeinde Unterloibl, 1964 Unterferlach und 1973 Windisch Bleiberg eingemeindet.

Der 1905 geborene Ferlacher Büchsenmacher Ivan Dovjak war einer der 13 Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus in Kärnten, die am 9. April 1943 durch Roland Freisler, den Präsidenten des Volksgerichtshofes (VGH) zum Tode verurteilt und am 29. April 1943 im Wiener Landesgefängnis hingerichtet wurde.

Das KZ Loibl wurde ab März 1943 im Loibltal zu beiden Seiten des Loiblpasses als Außenstelle des KZ Mauthausen errichtet. Bis Kriegsende mussten hier rund 1800 Häftlinge und rund 400 Zivilisten einen Tunnel durch die Karawanken unter der Grenze zwischen Slowenien und Österreich graben. Dabei wurden 32 Insassen zu Tode geschunden oder vorsätzlich ermordet.

Nach dem Kapitulationstermin vom 8. Mai brachen heftige Kämpfe in und bei Ferlach zwischen dem 10. und 13. Mai zwischen Partisanen einerseits und Slowenischer Landeswehr und SS-Verbänden andererseits, aus. [4] [5] Zahlreiche Gebäude Ferlachs wurden in Brand geschossen. Die Zahl der toten slowenischen Landeswehr-Männer wird zwischen 3 und 50 angegeben. Die Zahl der toten Partisanen schwankt zwischen 18 und 180. Sie wurden auf dem ehemaligen Ferlacher Friedhof - jetzt Gregoritschpark - begraben. Die Männer der Waffen-SS und der SS-Polizei, die mit der slowenischen Landwehr gekämpft hatten, hatten keine Verluste. [6]

Zwischen 8. Mai und 24. Mai kam es in der Gegend von Ferlach zu mehreren Massakern.[7] Das bekannteste Massaker ereignete sich am 13. Mai 1945 im Reichmannwald in Otrouza. Dort wurden 16 slowenische Flüchtlinge darunter 3 Frauen von Partisanen ermordet, sie liegen in der Massengrabanlage am Pfarrfriedhof von Glainach begraben.[8]

Im Jahr 1997 fand in Ferlach die Kärntner Landesausstellung „alles jagd... eine kulturgeschichte“ statt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Laut Statistik Austria mit Stichtag 31. Dezember 2011 hat die Stadtgemeinde Ferlach 7.272 Einwohner. Davon gehören 8 % der Volksgruppe der Kärntner Slowenen an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 81 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche 3,5 % und zum Islam 4,0 %. Als konfessionslos bezeichnen sich 9,5 %.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ferlach
Hauptplatz in Ferlach
Schloss Ferlach
Ferlach von der Hollenburg aus
Hotel Karawankenhof in Unterbergen im Jahr 1900 (mittlerweile abgebrannt)
Historische Wegkapelle in Görtschach
Pfarrkirche Hl. Zeno in Kappel an der Drau
Blick von Dollich auf die Koschuta
Waidisch
Glainach
Drau-Fähren bei Glainach
Pfarrkirche Hl. Valentin in Glainach
Kirschentheuer 20: Friedlstöckl
Kirschentheuer: Filialkirche Hl. Anna
Unterloibl 31 und 44: Gewerkenhaus
Filialkirche Hl. Magdalena auf der Sapotnica
Pfarrkirche Hl. Leonhard im Loibltal
Alter Loiblpass mit Obelisken
Seidolach, Kirche

Mit 2010 wurde das traditionelle Büchsenmacherhandwerk als Ferlacher Büchsenmacher zum Immateriellen Welterbe, wie es die UNESCO deklariert, im nationalen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbe in Österreich erklärt.[9]

Museen[Bearbeiten]

  • Büchsenmacher- und Jagdmuseum im Schloss Ferlach
  • Carnica-Bienenmuseum in Kirschentheuer
  • Historama, Museum für Technik und Verkehr
  • Museum der Kärntnerischen Eisen- und Stahlwerke (KESTAG) im Rahmen des Historama

Bauwerke[Bearbeiten]

Objekt zum Thema „Kärntner Volksabstimmung 1920“ in Reßnig[Bearbeiten]

Die Idee eines Denkmals zur Erinnerung an die Kärntner Volksabstimmung stammt vom Künstler Rolf Gutenberger. Die technische Umsetzung erfolgte durch den Kunstschmied Markus Pirker unter Mithilfe der HTBL Ferlach. Symbolhafte Darstellung der neun Bundesländer Österreichs in Anlehnung an die Form des Zauberwürfels. Das südlichste Bundesland Kärnten droht aus der Formation zu kippen und wird durch die zwei Figuren in die ursprüngliche Position zurückgeschoben. Diese beiden Figuren symbolisieren den deutschen und windischen Kärntner, die gemeinsam für die Heimat kämpften und mit den grünen Stimmzetteln dazu beitrugen, dass Kärnten bei Österreich verblieb. Der Durchbruch auf der Herzseite steht für die Abstimmungszettel („Gesinnung im Herzen tragend“), das Kiesbett als Symbol für die Drau. Der Stein, auf dem das Projekt ruht, ist Krastaler Marmor.

Natur[Bearbeiten]

Eine großteils unasphaltierte Fahrstraße führt von Windisch Bleiberg ins Bärental und erreicht am sogenannten Krischnig-Sattel im Ortsteil Strugarjach mit 1086 m Seehöhe ihren Kulminationspunkt. Der Krischnig-Sattel liegt zwischen zwei Vorbergen der Karawanken, im Norden der Sinacher Gupf (1577 m) und im Süden der weniger bekannte Ausläufer des Kosiak (2024 m), der Große Rain (1464 m). Bis dorthin ist sie öffentlich befahrbar, die als privat gekennzeichnete, ins Bärental weiterführende Straße ist im Bereich Stornig-Gehöft mit einem Schranken abgesperrt und einem Fahrverbot beschildert. Wandern ist jedoch allzeit möglich. Naturfreunde aus der näheren und auch weiteren Umgebung nutzen den Sinacher Gupf als Ausflugsziel, von dessen Gipfel sich ein Ausblick auf das nördlich gelegene Rosental sowie den Sattnitz-Höhenzug bietet. Ein weiteres Highlight ist die Wanderung zum Talschluss des Bodentales mit der „Märchenwiese“ unter den mächtigen Felswänden der Vertatscha; im Winter endet hier auch die Langlaufloipe, die beim Gasthaus Sereinig beginnt und etwa 150 Höhenmeter überwindet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet von Ferlach führen die Loiblpass Straße (B 91) als Verbindungsstraße von Klagenfurt nach Tržič (Neumarktl) sowie die Rosental Straße (B 85).

Die Rosentalbahn führt über Maria Rain nach Ferlach - und weiter bis nach Rosenbach, wo sie mit der Karawankenbahn zusammentrifft.

Ferlach ist ein Knotenpunkt für den öffentlichen Verkehr. In Ferlach kommen Buslinien der PostBus AG der ÖBB und des privaten Busunternehmens Juwan zusammen. Zudem wird der in Ferlach liegende Bahnhof Weizelsdorf durch die S-Bahn-Linie S3 bedient. Der direkte Busverkehr (Montag bis Freitag) von Klagenfurt nach Ferlach wurde im Zuge dieser Umstellung eingestellt (lediglich einige Kurse in der Früh und am Abend werden noch mit Bussen bedient). An Wochenenden und Feiertagen verkehrt ausschließlich der Bus von Klagenfurt nach Ferlach.

Weiters wird im Sommer eine Linie zur Tscheppaschlucht und zurück geführt.

Bis Mitte der 1950er wurde Ferlach noch durch die ÖBB per Zug bedient. Die Bahnstrecke der sogenannten Ferlacher Bahn gehört heute der Gemeinde und der NBiK. Eine direkte Anbindung von Ferlach per Bahn ist seither immer wieder im Gespräch.

Bildung[Bearbeiten]

  • Berufsschule Ferlach
  • HTL Ferlach
  • Hauptschule Ferlach
  • Volksschulen (VS 1, VS 2 Süd, VS 3)

Handwerk[Bearbeiten]

Seit 500 Jahren ist Ferlach ein Zentrum der handwerklichen Jagdwaffenherstellung.[10] Ein Schwerpunkt der Arbeit der Büchsenmacher sind hochwertige Stutzen.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Der Stadtrat (Stadtregierung) besteht aus 7 Mitgliedern:

  • Bürgermeister Ingo Appé (SPÖ)
  • 1. Vizebürgermeister Christian Gamsler (SPÖ)
  • 2. Vizebürgermeister Johann Werdinig (FPK)
  • Stadträtin Astrid Kirschner-Mack (SPÖ)
  • Stadtrat Franz Wutte(SPÖ)
  • Stadtrat Bruno Kornprat (FPK)
  • Stadtrat Sven Skjellet (ÖVP)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Ferlach hat 27 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Wappen[Bearbeiten]

Das zentrale Motiv des Ferlacher Wappens ist die Föhre, der Baum und die ihn näher kennzeichnenden Zapfen stehen für den Orts- bzw. den Gemeindenamen. Die überkreuzten Nägel spielen auf die Nagelschmieden an, die in Ferlach seit der frühen Neuzeit betrieben wurden, und das Gewehr und die Zielscheibe auf die Ferlach seit dem 16. Jahrhundert prägende Waffenherstellung.

Das Wappen wurde der Stadtgemeinde erstmals am 27. August 1960 verliehen, eine Neuverleihung erfolgte am 20. Juni 1973. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet:

„Roter Halbrundschild mit schwarzstämmigem grünen Föhrenbaum, rechts oben von zwei silbernen gekreuzten Nägeln, links oben von einem nach unten gerichteten silbernen Föhrenzapfen und links unten von einem silbernen Gewehr beseitet, von dessen Lauf eine silbern und schwarz konturierte rote Schützenscheibe überlegt ist.“[11]

Die Fahne ist Rot-Grün mit eingearbeitetem Wappen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hans Schmidt von und zu Helding (1600–1669), Ahnherr der Ferlacher Büchsenmacherschaft
  • Ignatz Jakob Hubmershofen von Silbernagl (* 1755), Gewerkeinhaber in Ferlach und Waidisch, Stifter der Kirchen in Dollich und Waidisch, Verteidiger des Loiblpasses gegen die Franzosen
  • Jakob II. Peregin Paulitsch (* 27. April 1757), erster nichtadeliger Fürstbischof von Gurk
  • Anton Gregoritsch (* 29. November 1868, † 5. April 1923), Offizier, Maler, Kriegszeichner
  • Stefan Singer (* 22. Dezember 1871), ehemaliger Dechant, Ehrendomherr in Kappel an der Drau, Historiker (Geschichte mehrerer Südkärntner Dekanate, 1934 und 1935) im Konzentrationslager Dachau im Bunker inhaftiert
  • Hermann Poschinger (1886–1965), Lehrer und akademischer Maler
  • Josef Friedrich Perkonig (* 3. August 1890), Erzähler, Dramatiker, Autor von Hör- und Fernsehspielen, Filmproduzent, Lehrer sowie Ehrenbürger der Stadt Ferlach
  • Ivan/Johann Doujak (1905–1943), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, hingerichtet am 29. April 1943 in Wien
  • Peter Tschauko (* 6. Februar 1906), Arzt, Weltreisender, Naturforscher und Sammler
  • Johannes Csiesciutti (* 7. Dezember 1906), Lyriker „Baraberdichter“, Ehrenbürger der Stadt Ferlach
  • Anton Woschitz (22. November 1925 - 5. Mai 2004), Schuldirektor, Bürgermeister und Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat
  • Odo J. Struger (1931–1998), Pionier in der industriellen Elektronik, maßgeblich an der Entwicklung der ersten speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) beteiligt
  • Alfred Ogris (* Februar 1941), Univ. Dozent, bedeutender Historiker, ehemaliger Landesarchivdirektor von Kärnten
  • Thomas Partl, Vorsteher des Bezirksgerichts Ferlach und Präsident des Kärntner Fußballverbands
  • Wolfgang Petritsch (* 1947), Diplomat, Schriftsteller, seit 4. März 2008 Botschafter der Republik Österreich bei der OECD in Paris, früherer Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina, Ehrenbürger der Stadt Ferlach

Literatur[Bearbeiten]

  • Rainer Adamik: Ferlacher Chronik. Ein geschichtlicher Überblick über die Ereignisse im Gemeindegebiet. Herausgegeben vom Kulturring Ferlach, 2009, Eigenverlag, 80 Seiten.
  • Stephan Singer: Kultur- und Kirchengeschichte des unteren Rosentales. Dekanat Ferlach. Kappel, 1934. Im Selbstverlage des Verfassers.
  • Hans M. Tuschar: Ferlach. Geschichte und Geschichten. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 1996, 512 Seiten, ISBN 3-8536-6816-X.
  • Dekanalamt Ferlach (Hg.) / Dekanijski urad Borovlje (izd.): Dekanat Ferlach, Geschichte und Gegenwart = Dekanija Borovlje, zgodovina in sedanjost. Klagenfurt/Celovec [e. a.] 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferlach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Stephan Singer, Kultur- und Kirchengeschichte des unteren Rosentales, S. 166.
  3. Hans M. Tuschar, Ferlach. Geschichte und Geschichten., S. 111.
  4. Neue Erkenntnisse zu Partisanengewalt http://kaernten.orf.at/stories/520611/
  5. http://www.wehrschuetz.at/ausgabe-php/slow/fernsehen/detailag.php?id=165
  6. Florian T. Rulitz: Die Tragödie von Bleiburg und Viktring. Partisanengewalt in Kärnten am Beispiel der antikommunistischen Flüchtlinge im Mai 1945. Hermagoras Verlag, Klagenfurt/Ljubljana/Wien, 2011. ISBN 978-3-7086-0616-3, S.235.
  7. Neue Erkenntnisse zu Partisanengewalt http://kaernten.orf.at/stories/520611/
  8. Florian T. Rulitz: Die Tragödie von Bleiburg und Viktring. Partisanengewalt in Kärnten am Beispiel der antikommunistischen Flüchtlinge im Mai 1945. Hermagoras Verlag, Klagenfurt/Ljubljana/Wien, 2011. ISBN 978-3-7086-0616-3, S.219.
  9. Österreichische UNESCO-Kommission: Ferlacher Büchsenmacher, aufgerufen am 6. August 2010
  10. http://www.austria.info/at/leidenschaft-fuer-tradition/ferlacher-buechsenmacherei-1573455.html
  11. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 92