Fernão Pires

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Fernão Pires ist eine autochthone weiße Rebsorte aus Portugal. Sie ist dort in nahezu allen Bereichen weit verbreitet und belegt mit 1999 ca. 23.160 Hektar Rebfläche Rang 1 der weißen Rebsorten Portugals. Sie ist die dominierende Sorte im Bereich Bairrada, wo sie auch maria Gomes genannt wird. Empfohlen ist ihr Anbau in den Regionen Trás-os-Montes, Beira Litoral, Ribatejo, Oeste, Alentejo und den Azoren. Zugelassen ist sie des Weiteren in den Regionen Douro, Minho sowie Beira Interior Sul und Beira Interior Norte. Weitere Anbauflächen gibt es in Australien und Südafrika (ca. 290 Hektar).

Fernão Pires ist vermutlich eine alte portugiesische Rebsorte. Sie hat einen frühen Austrieb mit mittelstarkem Wuchs und später Reife. Durch den frühen Austrieb ist sie anfällig gegen Frost. Weiters ist sie sehr gefährdet durch Echten Mehltau (Oidium) und Falschen Mehltau (Peronospra). Fruchtbare Böden werden von dieser Rebsorte bevorzugt.

Die Trauben sind mittelgroß, breit geschultert und meist konisch geformt. Die Beeren haben Muskatgeschmack und sind mittelgroß und oval bei grüngelber Färbung. Die vielseitige Rebe erbringt fruchtige, aroma- und säurebetonte Weine mit viel Bukett. Oft schmecken sie nach frischem grünen Pfeffer oder gekochten Kohl. Diese werden zumeist in Verschnitten verwendet, wo sie Säure und Alkohol einbringen. Ihre Vielseitigkeit beweist sie beim Ausbau von Schaumwein (im Bereich Bairrada) und edelsüßen Weißweinen. Auf der Halbinsel von Setúbal ergibt die Sorte auf den sandigen Böden einen Most mit sehr hohem Zuckergehalt (siehe auch den Artikel Mostgewicht).

Siehe auch den Artikel Weinbau in Portugal, Weinbau in Australien und Weinbau in Südafrika sowie die Liste der Rebsorten.

Synonyme[Bearbeiten]

Die Rebsorte Fernão Pires ist auch unter den Namen Camarate, Fernam Pires, Fernan Piriz, Fernão Pirão, Fernão Pires do Beco, Gaieiro, Gaeiro, Maria Gomes, Molinha, Rabo de Ovelha und Alvarinhão (irrtümlich) bekannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123633-18.
  •  Farbatlas der Rebsorten, 300 Sorten und ihre Weine. 2. Auflage. Eugen Ulmer, 1998, ISBN 3-8001571-95.
  •  Wolfgang Hubert, David Schwarzwälder: Portugal und seine Weine. 2. Auflage. Hallwag, Gräfe und Unzer Verlag, München, 2008, ISBN 978-3-8338-0641-4.