Fernando del Valle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fernando del Valle

Fernando del Valle (* 28. Februar 1964 als Brian Skinner in New Orleans, Louisiana) ist ein US-amerikanischer Opernsänger (Tenor).

Familie[Bearbeiten]

Er nahm zu Ehren seines Großvaters Fernando Meléndez del Valle, seinerzeit auch ein Tenor, den Namen del Valle an. Er ist der Ururenkel von Andrés del Valle Rodríguez[1][2], der 1876 Präsident von El Salvador war und auch ein direkter Nachfahre von Oberst José María San Martín y Ulloa, Präsident von El Salvador (1854-56) und Gründer der Stadt Santa Tecla in El Salvador.[3][4]

Biografie[Bearbeiten]

Fernando del Valle ist Absolvent der Tulane University sowie der Southern Methodist University in Dallas, Texas. Er erhielt an letzterer ein Berufsstipendium der Dallas Opera. Er ist ebenfalls Absolvent des Merola Opera Program an der San Francisco Opera, wo er von 1992 bis 1993 studierte und Gewinner des Bel Canto-Wettbewerbs in Chicago wurde, weshalb er nach Italien umsiedelte, um unter Carlo Bergonzi und später Thomas Hayward zu studieren. Heute lebt del Valle in Darmstadt.

Anfänge[Bearbeiten]

Del Valle debütierte 1981 als Opernsänger im Alter von 17 Jahren in der Rolle des ersten Hirten in der Inszenierung von John Blows Venus und Adonis, vorgetragen in der Loyola University of the South. Im darauf folgenden Jahr trat er als Tenor in Bachs Matthäuspassion mit dem New Orleans Philharmonic-Symphony Orchestra auf. 1986 fand sein erster Auftritt in der Jordan Hall in Boston statt, mit dem Weihnachtsoratorium, ebenfalls von J.S.Bach. Er gewann damit den Boston Premiere Ensembles Young Artist Wettbewerb. Im darauf folgenden Frühjahr sang er mit der Beethoven Society von New York in der Alice Tully Hall im Lincoln Center.

Del Valle erweiterte sein Repertoire und ging seiner Karriere als Operntenor nach mit Auftritten in Werken wie Beethoven's Missa Solemnis und den Requien von Verdi, Benjamin Britten und Andrew Lloyd Webber. 1993 debütierte der Tenor dann in der Carnegie Hall mit Mozarts Großer Messe in C-Moll. 1994 sang er als Tenor im Messias, begleitet vom Dallas Symphony Orchestra. 1995 folgte sein europäisches Debüt in Beethovens 9. Symphonie, zusammen mit dem Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi, unter der Leitung von Alun Francis. Del Valles erster europäische Opernauftritt erfolgte in der Hugo de Ana Produktion von Carmen im Teatro Comunale von Treviso, in der Rolle des Don José unter der Leitung von Peter Maag. 1996 spielte er den Rodolfo' in einer La Bohème-Inszenierung im Teatro dell'Opera di Roma.

1997 bis heute[Bearbeiten]

1997 trat del Valle als Don José im Gran Teatro La Fenice in Venedig, als Pinkerton in Madama Butterfly in der Palm Beach Opera, sowie als Faust (Gounod) in Colmar, Frankreich, auf. Sein deutsches Debüt machte er 1998 als Rodolfo an der Oper Frankfurt mit Klauspeter Seibel. Im selben Jahr trat er auch beim Wexford Festival in Irland auf. Seit 1999 war Del Valle weltweit an den zahlreichen Orten zu hören, etwa in Frankfurt, Maastricht, am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken, in Düsseldorf, Berlin, München, Helsinki, Belo Hoizonte in Brasilien, Baveno in Italien (RAI di Torino), Wiesbaden, Mannheim, Karlsruhe, Kassel und Hamburg. Del Valle war dann einige Jahre lang Erster Tenor im Ensemble des Staatstheaters Darmstadt[5][6][7] (unter der Leitung von Marc Albrecht), gefolgt von Auftritten in Israel, Korea, Sizilien, Sydney, Lissabon und Prag.

Ricarda Jacobi

2003 malte Ricarda Jacobi, eine Schülerin von Oskar Kokoschka, sein Porträt.[8][9]

Diskografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Santa Tecla, Cronología" ISBN 99923-0-141-4 Recopilada por Dr. Juan José Contreras Callejas, Mauricio Alvarado Cea Campo, Ángela Margarita Alvarado: Consejo National para la Cultura y el Arte, CONCULTURA, San Salvador 2004: Page 14, "El Diario de Hoy, 30 de Noviembre de 1985
  2. New Orleans magazine, July 1999
  3. http://archive.laprensa.com.sv/20040822/opinion/opinion1.asp La Prensa Grafica, 22. August 2004, La distinguida genealogía de los San Martín
  4. "Un tenor lírico con raíces tecleñas" by Morena Azucena 22-09-04 VIDA, Page 106 http://www.elsalvador.com/
  5. Frankfurter Rundschau 3 August 2004
  6. Orpheus Oper International, Rittersstrasse 11, D-10969 Berlin, Heft 5, Juni 2001: Thema: "Tenöre!" A 4848 E ISSN 0932-661
  7. Wer? Wann? Was?, Darmstädter Echo 10-09-2001
  8. "Malen wie ein Vogel, der sein Lied pfeift" - Interview
  9. * Literatur von und über Ricarda Jacobi im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek