Fernitz (Steiermark)

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Fernitz
Wappen von Fernitz
Fernitz (Steiermark) (Österreich)
Fernitz (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Fläche: 10,55 km²
Koordinaten: 46° 58′ N, 15° 30′ O46.97416666666715.498333333333321Koordinaten: 46° 58′ 27″ N, 15° 29′ 54″ O
Höhe: 321 m ü. A.
Einwohner: 3.300 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 313 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8072
Vorwahl: 03135
Gemeindekennziffer: 6 06 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Grazer Straße 1
8072 Fernitz
Website: www.fernitz.gv.at
Politik
Bürgermeister: Karl Ziegler (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
15
5
1
15 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Fernitz im Bezirk Graz-Umgebung
Attendorf Brodingberg Deutschfeistritz Dobl Edelsgrub Eggersdorf bei Graz Eisbach Feldkirchen bei Graz Fernitz Frohnleiten Gössendorf Grambach Gratkorn Gratwein Großstübing Gschnaidt Hart bei Graz Hart-Purgstall Hausmannstätten Hitzendorf Höf-Präbach Judendorf-Straßengel Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Krumegg Haselsdorf-Tobelbad Kumberg Langegg bei Graz Laßnitzhöhe Lieboch Mellach Nestelbach bei Graz Peggau Pirka Raaba Röthelstein Rohrbach-Steinberg Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Schrems bei Frohnleiten Seiersberg Semriach Stattegg Stiwoll Thal Tulwitz Tyrnau Übelbach Unterpremstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Zettling Zwaring-Pöls Graz SteiermarkLage der Gemeinde Fernitz (Steiermark) im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fernitz ist bis Ende 2014 eine Gemeinde mit 3300 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) südlich von Graz im Bezirk Graz-Umgebung in der Steiermark (Österreich). Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform ist sie ab 2015 mit der Gemeinde Mellach zusammengeschlossen,[1] die neue Gemeinde wird den Namen Fernitz-Mellach führen. Grundlage dafür ist das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz - StGsrG.[2]

Bekannt ist sie vor allem für die spätgotische Wallfahrtskirche Maria Trost.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Fernitz liegt 10 km südlich von Graz an der Mur.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[3]):

  • Fernitz (2786)
  • Gnaning (383)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Fernitz und Gnaning.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gössendorf Hausmannstätten Empersdorf
Kalsdorf bei Graz Nachbargemeinden Sankt Ulrich am Waasen
Kalsdorf bei Graz Mellach Sankt Ulrich am Waasen

Geschichte[Bearbeiten]

Im 6. Jahrhundert kamen Slawen aus dem Osten in das Gebiet. Der Name Fernitz zeigt deutlich slawischen Ursprung. 1160 erbauten die Herren von Pranckh eine Kapelle. 1209 wird Fernitz in einer Urkunde unter dem Namen Vorenze (= Ansiedlung am Föhrenbach) erstmals urkundlich erwähnt.

1210 bestätigt Eberhard II., Erzbischof von Salzburg, die Entscheidung des Streites über die Zugehörigkeit der Kirche zu Straßengel. In dieser Urkunde wird wieder die Hube von Vorinze erwähnt. 1482 verpfändet Kaiser Friedrich III. das Ungeld zu Vatersdorf und umher u.a. zu Fernitz um jährlich hundert Pfund an einen Jörg Pettenböck. Die Jahre 1469–1490 waren Schreckensjahre: die Magyaren drangen mit großer Brutalität in das Land ein.

1480 wurde nach dem Türkeneinfall die Kirche von Kaiser Friedrich III. in ihrer heutigen Form als Votivkirche errichtet. Seit dem 1. September 1997 ist Mag. Toni Rindler Pfarrer von Fernitz und Dechant des Dekanates Graz - Land. Mit der Pfarre Fernitz sind die beiden Filialen, Hl. Dreifaltigkeit zu Hausmannstätten und St. Jakob in Enzelsdorf, verbunden. Seit dem 1. Januar 1964 ist Hausmannstätten wieder eine eigenständige Pfarre und bekam mit GR Josef Ament einen eigenen Pfarrer.

1680 wütete die Pest in Fernitz und raffte viele Bewohner hinweg. Zu dieser Zeit bestand in Fernitz bereits ein Schulhaus, welches zu den ältesten Häusern des Ortes gezählt haben muss. 1826 wurden bei einem Brand das Schulhaus und mit ihm 30 Häuser und 34 Wirtschaftsgebäude vernichtet.

Im Jahr 2009 wurde in Fernitz ein römisches Grab mit einem vermutlich weiblichen Skelett sowie Perlen, einem Glasgefäß und einem Keramiktrinkbecher gefunden. Von einer zugehörigen römischen Siedlung ist nichts bekannt.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Fernitz hat im Jahr 2006 die 3000-Einwohner-Grenze überschritten, laut der letzten offiziellen Zählung 2005 lebten in Fernitz 2.942 Menschen.

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 971
1880 1.001
1890 993
1900 1.016
1910 1.112
1923 1.098
1934 1.107
1939 1.117
1951 1.213
1961 1.455
1971 1.664
1981 1.907
1991 2.379
2001 2.773

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Fernitz liegt verkehrsgünstig südlich von Graz, viele Hauptverkehrsstraßen liegen in Gemeindenähe, ohne direkt durch die Gemeinde zu führen.

Straße[Bearbeiten]

Die Pyhrn Autobahn (A9) ist in ca. 5 km über die Anschlussstelle Kalsdorf (194) zu erreichen. Die Süd Autobahn (A2) führt zwar in Gemeindenähe vorbei, ist aber nicht direkt zu erreichen. Die nächstgelegene Anschlussstelle ist Graz-Flughafen/Feldkirchen (183) in ca. 7 km Entfernung.

Auch an das Netz der ehemaligen Bundesstraßen ist Fernitz gut angeschlossen. So sind die Grazer Straße (B 67) in ca. 2 km im Nachbarort Kalsdorf und die Kirchbacher Straße (B 73) in ca. 2 km im Nachbarort Hausmannstätten zu erreichen.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Fernitz hat keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich im Nachbarort Kalsdorf in ca. 3 km Entfernung und bietet Zugang zur Österreichischen Südbahn.

Flughafen[Bearbeiten]

Der Flughafen Graz ist ca. 5 km entfernt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fernitz (Steiermark)

Maria Trost zu Fernitz[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche Maria Trost (November 2006)

Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die spätgotische Wallfahrtskirche Maria Trost, siehe dazu den eigenen Artikel Maria Trost (Fernitz).

Erzherzog-Johann-Park[Bearbeiten]

1966 wurde durch die Kanalisation, Aufschüttung und Trockenlegung der etwa 12.000 m² umfassenden versumpften Dorfwiese, in die bis dahin Abwässer geleitet wurden, ein Park im Dorfzentrum angelegt. Der neu errichtete Park samt Springbrunnen aus vier Fontänen in einem viereckigen Becken wurde im Jahr darauf eröffnet.

Im Erzherzog-Johann-Jahr 1982 erhielt der Dorfpark im Gedenken an den "steirischen Prinzen" seinen heutigen Namen: Erzherzog-Johann Park.

Nach drei Jahren Projektierung und drei weiteren Monaten Ausführung wurde im Zuge der Ortskernerneuerung 1999 auch der Park neu gestaltet. Neben Neubepflanzungen und Wahrung alter Baumbestände wurden die Flanierwege sowie der Brunnen erneuert. Mit diesem Projekt wurde die Gemeinde im Jahr 2000 mit dem steirischen Ortserneuerungspreis ausgezeichnet.[5]

Im Frühjahr 2006 wurde der Park mit Funkien-Themengärten erweitert. Zu den ca. 200 Funkiensorten wurde ungefähr 4000 Begleitpflanzen gesetzt. Somit ist der Erzherzog-Johann-Park in seiner Art österreichweit einzigartig.

Für dieses Bemühen wurde die Gemeinde Fernitz in den Jahren 2004, 2008, 2009, 2011, 2013 und 2014 Fernitz zum „schönsten Blumendorf der Steiermark“ gewählt.

Weitere Sehenswürdigkeiten
  • Tierpark Aumühle

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Fernitz besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich wie folgt zusammen:

  • 15 ÖVP – stellt den Bürgermeister und den Vizebürgermeister
  • 5 SPÖ
  • 1 FPÖ

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Karl Ziegler (ÖVP), Vizebürgermeister Hans Berghold (ÖVP) und Herbert Cartschenko (SPÖ).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Über von Grün und Gold gespaltenem Schildfuß gespalten; vorne in Gold eine blaue heraldische Lilie, hinten in Grün ein silbernes Sech. Die Farbe Grün steht hier als Symbol der Fruchtbarkeit des Grazer Feldes, während die goldene Farbe die "goldenen Ähren" verkörpert. Das Sech steht für den im 19. Jahrhundert erfundenen "Fernitzer Pflug" und war ein wesentlicher Bestandteil desselben. Die blaue Lilie verkörpert die heilige Maria, die auch namensgebend für die Wallfahrtskirche Maria Trost (Fernitz) ist.

Kircheninnenraum (Hauptschiff)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Einwohner[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1984 Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter
  • 2010 Marianne Graf, Präsidentin von AAP, Honorarkonsulin der Rep. Albanien

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fernitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2. § 3 Abs. 3 Z 2 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  4. Artikel des Bundesdenkmalamts über den Fund eines römischen Grabes in Fernitz, Februar 2009
  5. Beschreibung des Projekt (PDF)