Fernsehformat

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Unter Fernsehformat (bzw. Formatfernsehen) versteht man in der Medienwissenschaft „die spezifische kommerzielle Ausgestaltung und lizenzgebundene Festlegung“ von Fernsehproduktionen.[1] Umgangssprachlich wird der Begriff „Format“ mit Gattung bzw. Genre gleichgesetzt.

Während die Gattung, wie beispielsweise der Krimi, offen für Veränderungen ist, steht beim Format die strikte Einhaltung des vertraglich festgelegten Konzepts im Vordergrund. Ein bekanntes Beispiel für ein Fernsehformat ist die aus den USA übernommene Spielshow Glücksrad. Die Rate-Show Wer wird Millionär? wird weltweit als Fernsehformat vermarktet und ist in Abläufen und Details weitestgehend festgelegt, so dass sie – darin Fastfood-Ketten ähnlich – überall wiedererkennbar ist. In dem Kinoerfolg Slumdog Millionär ließ sich das ausgezeichnet studieren.

Seit Beginn der 1980er Jahre dienten Formatfernseh-Serien wie Dallas und Der Denver-Clan mit ihrem Quotenerfolg als Vorbild für entsprechende deutsche Fernsehproduktionen. Charakteristisch war eine Erzähldramaturgie, der zufolge „ständig etwas passiert, ohne dass sich je etwas ändert“. Seit 1981 lief auch die deutsche Format-TV-Serie Das Traumschiff.[2]

Die Kritik an solchen Konzepten riss trotz des Erfolgs nicht ab[3] und wirkte sich auch auf Sender wie Arte aus.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Hörfunkformat
  • Umgangssprachlich werden unter Fernsehformat gelegentlich die unterschiedlichen Seitenverhältnisse bei Fernsehern verstanden, siehe Bildschirmdiagonale

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Knut Hickethier: Einführung in die Medienwissenschaft. Stuttgart: Metzler, 2003. S. 152 f.
  2. 20 Jahre "Traumschiff" - Die Kreuzfahrt-Serie ist zu einem Markenzeichen des ZDF geworden - Vollpension mit Happyend, Berliner Zeitung vom 13. Oktober 2001, abgerufen 29. Januar 2015
  3. Das "Herzkino" im ZDF betoniert ein veraltetes Geschlechterbild, Barbara Sichermann in Der Tagesspiegel vom 1. Juni 2013, abgerufen 29. Januar 2015
  4. Arte will mit Formatfernsehen mehr Zuschauer gewinnen, Hamburger Abendblatt vom 15. November 2011, abgerufen 29. Januar 2015