Elektronische Kamera

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Professionelle Kamera des SWR bei einer Außenübertragung
Zwei Studiokameras auf Pedestals, hr-Fernsehstudio im Main Tower
Modell „KCU“ der Firma FESE: 110-Pf-Briefmarke der Dauermarkenserie Industrie und Technik der Deutschen Bundespost (16. Juni 1982)

Als elektronische Kamera bezeichnet man Geräte, die dem elektronischen Erfassen von Bewegtbildern dienen, die anschließend direkt übertragen oder auf Magnetband aufgezeichnet werden können. Seit Beginn der elektronischen Bildübertragung existieren im professionellen Bereich elektronische Kameras, sie sind als Vorläufer der Videokamera zu betrachten.

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten]

Die Grundlagen der elektronischen Kameras gehen auf das Jahr 1883 zurück, in dem Paul Nipkow die Idee für seine Nipkow-Scheibe hatte. 1923 wurde das Ikonoskop erfunden, der erste vollelektronische Bildabtaster. Durchsetzen konnte sich nur letztere Technik, die, nach einigen Verbesserungen, erst anfang der 1990er Jahre von CCD-Sensor und CMOS-Sensor abgelöst wurde.

Siehe auch: Bildaufnahmeröhre

Typen elektronischer Bewegtbild-Kameras[Bearbeiten]

Elektronische Kameras dienen der qualitativ hochwertigen Aufzeichnung von Bildern. Da diese aus sehr hochwertigen Materialien bestehen, sind diese Kameras dementsprechend teuer. Bei elektronischen Kameras unterscheidet man verschiedene Arten von Kameras.

Studiokamera[Bearbeiten]

Studiokameras erzeugen ähnlich der Kamera für Filmproduktionen hochwertige Bilder, sind jedoch für den Gebrauch in Fernsehstudios ausgelegt. Für Studiokameras ist es wichtig, dass die Tonaufzeichnung von der Bildaufzeichnung getrennt abläuft, damit beide Signale nochmals nachbearbeitet werden können.

Da Studiokameras sehr schwer sein können, gibt es spezielle massive Fahrstative mit drei zueinander 120°-stehenden Doppelrädern und einer von 55 cm bis 155 cm Höhe ab Boden stufenlos veränderbaren fünfgliedrigen Teleskopmittelsäule. Sie heißen technisch korrekt Pedestals. Diese über Drucktanks gesteuerte Konstruktion gleicht das Gewicht der Kamera und des Schwenkkopfes aus, so kann der Kameramann die Kamera ohne jede Mühe vertikal bewegen und auch in jeder Höhe ruhen lassen. Da die Lenkgeometrie der in einem gleichschenkligen Dreieck zueinander angeordneten Vollgummiräderpaare so angeordnet ist, dass sie bei jeder Lenkkranzstellung immer in der Parallelachse zueinander stehen, fahren die Pumpen im Krebsgang, was sowohl ruckfreies Anfahren/Abbremsen als auch verwacklungsfreies Kurvenfahren ermöglicht. Die konstruktionsbedingt kombinierbare Möglichkeit von horizontalen Kamerafahrten und vertikalen (Pumpen-)Fahrten zugleich „im-On“, wie auch das schnelle Verschwinden/Verstecken, wenn eine Kamera „aus dem Bild muss“ – was häufig passiert – machen die Besonderheiten in der Einsetzbarkeit dieser Art von Stativen aus.

Die auf der Briefmarke dargestellte Studiokamera gehört zur sog. „Zweiten Generation“ der Farbfernsehkameras, sie stellt das Modell „KCU“ der Firma FESE (ehemals Fernseh GmbH, dann BOSCH) in Darmstadt dar, noch ausgestattet mit Farbbildröhren. Die Kamera befindet sich auf einer Pumpe der Fa. Vinten (GB), die Kombination beider Geräte galt lange als „Klassiker“, sie war ab Anfang der 1970er Jahre in Vielzahl verwendete Standardausrüstung in praktisch allen Fernsehanstalten. Die KCU war vereinzelt noch bis Ende der 1980er Jahre in Gebrauch, die Pumpenstative sind bis heute Standard in Studios und auf Außenübertragungen geblieben.

Elektronische Berichterstattungskamera (EB)[Bearbeiten]

Kameras für die elektronische Berichterstattung müssen vor allem leicht sein, aber dennoch gutes Bildmaterial aufzeichnen. Meist ist ihr im Gegensatz zu den Elektronische Kameras die Signalqualität nicht der wichtigste Punkt, sondern eher die kompakte Bauweise, sowie eine separate Tonspur.

Digitale Kinokamera / EC-Kamera[Bearbeiten]

Diese jüngste Gruppe der elektronischen Kameras dienen der Spielfilmproduktion und das Hauptaugenmerk liegt auf maximaler Bildqualität. Diese Kameras stehen im Mitbewerb zu dem klassischen 35-mm-Film. Begonnen hat die Einführung der digitalen Kinokamera mit den Geräten in der HDCAM-Norm durch George Lucas, inzwischen sind mit den digitalen Kameras der Anbietern ARRI, P+S Technik / Silicon Imaging, RED, Sony und Thomson hunderte Kinospielfilme produziert und aufgeführt worden, wobei Red und Sony als Pioniere bisher den Löwenanteil des Marktes bestritten.

Andere Kameratypen[Bearbeiten]