Ferrari LaFerrari

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Ferrari
2013-03-05 Geneva Motor Show 8274.JPG
LaFerrari
Produktionszeitraum: seit 2013
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé
Motoren: Ottomotor:
6,3 Liter (588 kW)
+ Elektromotoren:
120 kW
Länge: 4702 mm
Breite: 1992 mm
Höhe: 1116 mm
Radstand: 2665 mm
Leergewicht: 1430 kg
Vorgängermodell: Ferrari Enzo Ferrari
Nachfolgemodell: keines

Der Ferrari LaFerrari ist ein Supersportwagen des italienischen Sportwagenherstellers Ferrari, der auf dem Genfer Auto-Salon am 5. März 2013 als neues Spitzenmodell der Marke vorgestellt wurde. Als erster Serien-Ferrari verfügt er über einen Hybridantrieb – ein System, das bei Ferrari HY-KERS genannt wird und vom KERS aus der Formel 1 abgeleitet wurde. Als direkter Vorgänger des LaFerrari gilt der Enzo Ferrari. Mit einer Gesamtleistung von 708 kW (963 PS) gilt er als leistungsstärkster Zweisitzer der Marke Ferrari.

Allgemeines[Bearbeiten]

Der Ferrari LaFerrari bei dem Genfer Auto-Salon

Der Wagen wurde nach einer langen Reihe von Pininfarina-Modellen in der Designabteilung von Ferrari entworfen und ist mit den Modellen Bugatti Veyron, McLaren P1 und Porsche 918 Spyder vergleichbar. Erstmals in der Geschichte der Marke Ferrari wurde mit dem LaFerrari ein Serienfahrzeug mit Hybridantrieb vorgestellt, das technisch zum Teil auf dem Ferrari 599 HY-KERS Concept basiert, der im Jahr 2010 in Genf als Studie präsentiert wurde. Der LaFerrari hat einen 6,3-Liter-V12-Motor mit 588 kW (800 PS), der bereits in anderen Leistungskonfigurationen im FXX und im F12 eingebaut wurde. Bei Bedarf wird er kurzfristig von zwei Elektromotoren unterstützt, die zusammen 120 kW leisten. Einer dieser Motoren gibt seine Kraft unmittelbar an das Doppelkupplungsgetriebe weiter, der Zweite betreibt verschiedene Aggregate und entlastet so den Hauptantrieb. Die hierfür benötigte elektrische Energie wird beim Verzögern des Fahrzeugs gewonnen und in Akkumulatoren gespeichert, die sich tief unten im Fahrzeug befinden. Die Höchstgeschwindigkeit wird von Ferrari mit „über 350 km/h“ angegeben, für eine Runde auf der Nordschleife des Nürburgrings erwartet der Hersteller eine Zeit von unter sieben Minuten. Auf der hauseigenen Teststrecke in Fiorano soll er mit einer Rundenzeit von 1:20 Minuten rund zwei Sekunden schneller sein als der Vorgänger Enzo Ferrari.

Der LaFerrari, der dem Hersteller nicht zuletzt auch als Imageträger dient, bietet auch aufgrund seiner Limitierung auf 499 Fahrzeuge die Möglichkeit, diese nur an auserwählte Kunden auszuliefern – gute Rahmenbedingungen für die Einführung neuer Techniken, die sich künftig auch in anderen Modellen wiederfinden sollen. So bestehen das Monocoque und die Karosserie des Wagens aus vier verschiedenen Arten von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen. Diese Teile werden laut Ferrari in der Formel-1-Abteilung des Herstellers gefertigt. Charakteristisch sind auch die Schmetterlingstüren, die sehr ähnlich bereits beim Vorgängermodell zu sehen waren. Gemäß Flavio Manzoni, Chefdesigner des LaFerrari, darf auch mit einer seriennahen Rennversion des Wagens, ähnlich dem FXX, gerechnet werden. Die geplante Stückzahl beträgt zehn Fahrzeuge, die über eine Leistung von mehr als 735 kW (1000 PS) verfügen. Der Verkaufspreis wird bei mehr als drei Millionen Euro liegen.

Zur Verbesserung der Fahreigenschaften hat der LaFerrari eine Bremsanlage von Brembo mit Bremsscheiben aus Siliciumcarbidkeramik sowie einen elektrisch ausfahrbaren Heckflügel. Der größte Teil des Abtriebs wird jedoch durch den Unterboden erzeugt.

Der Name[Bearbeiten]

Das Heck des Ferrari LaFerrari

Im Vorfeld der Präsentation machte Ferrari ein großes Geheimnis um das neue Modell. Der Name „LaFerrari“ (dt. DerFerrari) wurde erst bei der Präsentation durch den Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo bekannt gegeben. Der Name verkörpere genau das, was sein Unternehmen ausmache. Zuvor war über Namen wie F70, Enzo 2 oder F150 spekuliert worden – wobei F150 dem bei Ferrari üblichen System der Projektnummern folgt, jedoch als Bezeichnung eines Trucks der F-Serie der Ford Motor Company geschützt ist.

Technische Daten[Bearbeiten]

HY-KERS[Bearbeiten]

  • max. Gesamtleistung kW (PS): 708 (963)
  • max. Drehmoment: >900 Nm

Ottomotor[Bearbeiten]

  • Hubraum: 6262 cm³
  • Bohrung × Hub: 94,0 mm × 75,2 mm
  • Verdichtungsverhältnis: 13,5:1
  • Zylinder: V12, 65°
  • Ventile: 48
  • Nockenwellen: 4
  • Leistung kW (PS) bei 1/min: 588 (800)/9000
  • Drehmoment Nm bei 1/min: 700/6750
  • max. Drehzahl 1/min: 9250
  • Literleistung PS/Liter: 128,0
  • Antriebsart: Heck
  • Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Elektroantrieb[Bearbeiten]

  • Antriebsmotor hinten (synchron), Generator vorne
  • Leistung kW (PS): 120 (163)
  • Drehmoment Nm bei 1/min: 270
  • Batteriegewicht kg: 60

Fahrwerk[Bearbeiten]

  • Bremsen vorne: 398 x 36 mm (Karbon-Keramik)
  • Bremsen hinten: 380 x 34 mm (Karbon-Keramik)
  • Reifengröße vorne: 265/30 ZR19
  • Reifengröße hinten: 345/30 ZR20
  • Reifen: Pirelli P-Zero

Maße und Gewichte[Bearbeiten]

  • Länge: 4702 mm
  • Breite: 1992 mm
  • Höhe: 1116 mm
  • Radstand: 2665 mm
  • Gewicht: 1365 kg (Trockengewicht ohne Flüssigkeiten und Fahrer)
  • Leistungsgewicht: nicht bekannt, da noch kein Leergewicht kommuniziert wurde

Fahrleistungen (Werksangaben)[Bearbeiten]

  • Beschleunigung 0–100 km/h: < 3 s
  • Beschleunigung 0–200 km/h: < 7 s
  • Beschleunigung 0–300 km/h: 15 s
  • Höchstgeschwindigkeit: > 350 km/h

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferrari LaFerrari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien