Ferrum noricum

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Noricum zur Zeit des Römischen Reiches

Ferrum noricum, lateinisch für norisches Eisen oder norischer Stahl war ein weithin bekannter kohlenstoffhaltiger härtbarer Stahl aus Noricum in der Zeit des Römischen Reichs.

Fundorte[Bearbeiten]

Für die sprichwörtliche Stärke des norischen Stahls fand Ovid die Worte: […] durior […] ferro quod noricus excoquit ignis […] [1][2] Fast die gesamte Produktion wurde für die Fertigung von Waffen des Römischen Heeres genutzt.[3] Ursächlich für die besonderen Gebrauchseigenschaften (Schnitthaltigkeit, Schneidfähigkeit und Schärfbarkeit)[4] des Stahls war der bis in neuere Zeit unverstandene Mangangehalt des Erzes bei gleichzeitiger Phosphorarmut.[5][6]

Das Eisenerz wurde in zwei Minen im heutigen Österreich abgebaut. Auch heute noch werden beide Berge, in denen sich die Minen befinden, Erzberg genannt; die eine der Erzberg bei Hüttenberg, Kärnten, die andere der Erzberg in Eisenerz, Steiermark. Die Minen liegen rund 70 km auseinander.

Vagn Buchwald hat ein in Krenovica, Mähren gefundenes Schwert, das auf ca. 300 v. Chr. datiert wird, als ein frühes Beispiel norischen Stahls definiert.[7] Die chemische Zusammensetzung belegt die Herkunft des Eisenerzes aus der Mine Erzberg. Ein neueres Schwert aus der Zeit um ca. 100 v. Chr. wurde in Zemplín im Osten der Slowakei gefunden. Es ist 95 cm lang und trägt eine lateinische Inschrift (?V?TILICI?O) die von Buchwald mit „edles Schwert aus norischem Stahl“ übersetzt wird.[8] Das Handelszentrum befand sich damals in der (heute namenlosen) Stadt auf dem Magdalensberg.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Straube, Heimo Dolenz, Gernot Piccottini: Ferrum Noricum und die Stadt auf dem Magdalensberg. Springer, Wien 1996, ISBN 3-211-82789-7.
  • Brigitte Cech (Hrsg.): Die Produktion von Ferrum Noricum am Hüttenberger Erzberg. Die Ergebnisse der interdisziplinären Forschungen auf der Fundstelle Semlach/Eisner in den Jahren 2003–2005. Österreichische Gesellschaft für Archäologie, Wien 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „...Hart wie Eisen und Stahl, in der norischen Esse geschmolzen“, Metamorphosen (Ovid), 14 712.
  2. Übersetzung nach: Gottwein, s. d.
  3. Noricus ensis, Horaz, Oden, i. 16.9.
  4. „Ferrum Noricum“ – ein Synonym für Qualität und Härte auf den Seiten der Universität Wien
  5. Julius Moshage: Energie bewegt die Welt. Ensslin & Laiblin, Reutlingen 1960, S. 53
  6. Vagn Fabritius Buchwald: Iron and steel in ancient times. Historisk-filosofiske Skrifter 29 (Copenhagen 2005), S.124f.
  7. Vagn Fabritius Buchwald: Iron and steel in ancient times. Kong. Danske Videnskab. Selskab, Kopenhagen 2005, ISBN 87-7304-308-7, S. 118.
  8. Vagn Fabritius Buchwald: Iron and steel in ancient times. Kong. Danske Videnskab. Selskab, Kopenhagen 2005, ISBN 87-7304-308-7, S. 120.
  9. Vagn Fabritius Buchwald: Iron and steel in ancient times. Kong. Danske Videnskab. Selskab, Kopenhagen 2005, ISBN 87-7304-308-7, S. 124.