Fettverdauung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Fettverdauung ist die Verdauung von Fetten und fettähnlichen Substanzen im Körper. Die im Zusammenhang mit der Energiebereitstellung relevanten Fette sind die Triglyceride, bestehend aus Glycerin und drei identischen oder verschiedenen Molekülen Fettsäure.

Durch die Nahrung nehmen wir folgende Lipide auf:

Fettverdauung beim Menschen[Bearbeiten]

Absorption[Bearbeiten]

Im Magen werden die Fette aus der Nahrung durch die Magenperistaltik im Chymus emulgiert. Gleichzeitig werden durch die Magenlipase die Fette schon zu 15 % zerlegt.[1]

Im Darm wird durch die peristaltischen Bewegungen des Darmes eine weitere Emulgierung der Fette ermöglicht. Durch den Gallensaft (der in der Leber gebildet und in der Gallenblase gespeichert wird) bilden sich kleinste Fetttröpfchen (siehe auch: Emulgator). Durch diese Konfiguration können die Lipasen optimal arbeiten, außerdem wird so die Oberfläche, an der die Lipase angreift, beträchtlich vergrößert. Die Pankreaslipase arbeitet in Anwesenheit von Colipase (aus Pro-Colipase durch Einwirkung von Trypsinen entstanden) und Calciumionen. Dabei werden vom Triacylglycerid ein bis zwei Fettsäuremoleküle schrittweise getrennt, so dass schließlich zwei Fettsäuren und ein 2-Monoacylglycerid entstehen. Die zweite wichtige im Dünndarm arbeitende Lipase ist die Gallensalz-aktivierte Lipase, die auch Triglyceride, vor allem aber Cholesterinester spaltet.

Aus den Fettsäuremolekülen und den Monoacylglyceriden entstehen im Darmlumen Mizellen. Diese lagern sich an die Bürstensaummembran an und ihr Inhalt wird passiv, bei freien Fettsäuren auch Carrier-vermittelt, durch die Phospholipidmembran in die Enterozyten aufgenommen. Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K können nur zusammen mit Fetten absorbiert werden.

Transport[Bearbeiten]

Hauptartikel: Lipoproteine

In den Darmzellen findet eine Reveresterung statt, d. h. die Fettsäuren werden mit den Monoglyceriden wieder zu Triglyceriden zusammengebaut. Hydrophobe Stoffe können nicht im Blut transportiert werden. Aus Triglyceriden, Cholesterin, Cholesterinester, Phospholipiden, Apolipoprotein und fettlöslichen Vitaminen werden naszierende Chylomikronen gebaut. Die Chylomikronen werden im Vesikel des Golgi-Apparates aufgenommen und durch Exozytose in die Lacteale ausgeschieden. Etwa 80 % der Chylomikronen gelangen in das lymphatische System[2] und von dort ins Blut.

Die Triglyceride haben folgende Bestimmungsorte:

  • Leber zur Speicherung, Verarbeitung und Oxidation.
  • Myozyten u. a. Organe, wo die Fette zur Energiegewinnung oxidiert werden. Die Muskulatur ist in der Lage, eine gewisse Menge an Triglyceriden zu speichern.
  • Fettzellen zur Speicherung

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Georg Löffler, Petro E. Petrides, Peter C. Heinrich (Hrsg.): Biochemie und Pathobiochemie. 8., völlig neu bearbeitete Auflage. Springer Medizin, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-540-32680-9, S. 1057.
  2. Heinrich Kasper: Ernährungsmedizin und Diätetik. 10., neubearbeitete Auflage. Elsevier, Urban & Fischer, München u. a. 2004, ISBN 3-437-42011-9, S. 14–16