Feuchte Wundbehandlung

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Die feuchte Wundbehandlung wird auch als ideal feuchte [1], moderne [2], aktive (interaktive, hydroaktive, zwischenaktive) Wundbehandlung bezeichnet und kommt besonders bei sekundär heilenden Wunden (meistens Krankenhausversorgung), chronischen Wunden (meistens ambulante Pflegeversorgung) zum Einsatz.

Ziele und Ablauf der Feuchten Wundbehandlung[Bearbeiten]

Ziel der feuchten Wundbehandlung ist, ein ideales Wundheilungsmilieu durch Schutz der Wunde vor Austrocknung, -kühlung und eindringenden Keimen zu schaffen, sowie einen ungehinderten Austausch von Gasen und Wasserdampf zu gewährleisten.[3] Jeglicher Wundbehandlung steht das Erkennen, die Behandlung und - soweit möglich - die Beseitigung der zugrundeliegenden Ursachen, wie einer möglichen Grunderkrankung, voran. Die Wundbehandlung beginnt mit der Reinigung der Wunde, dann folgt die Versorgung mit entsprechenden Wundauflagen. Die Dokumentation der geleisteten Tätigkeiten schließt den Arbeitsprozess ab.

Wundauflagen der feuchten Wundbehandlung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zur traditionellen trockenen Wundbehandlung, bei der manche Materialien der Versorgung als Träger von Medikamenten dienen können, wirken die Wundauflagen der modernen feuchten Wundbehandlung selbst als therapeutisches Mittel, indem sie beispielsweise das erwünschte feuchte Milieu der Wunde erhalten.[4] Einige der Produkte, die in dieser Versorgungsform zum Einsatz kommen, gehen über diesen Anspruch hinaus, indem sie den Abheilungsprozess direkt beeinflussen.

Aktive Wundauflagen[Bearbeiten]

Solche aktiven Wundauflagen sollen die Wundheilung beispielsweise durch Einbringung oder Anregung der körpereigenen Produktion von Kollagen oder Wachstumsfaktoren befördern, oder – etwa durch enthaltenes Silber – entzündliche Prozesse bekämpfen. Einige der in der feuchten Wundversorgung zur Anwendung kommenden Verbandstoffe wirken durch enthaltene Arzneien und sind daher nicht als Medizinprodukte, sondern – zumindest anteilig – als Arzneimittel zu werten.[5] Maßgeblich hierfür sind die Einschätzungen und Angaben der Hersteller. Im Hinblick auf den Schutz der Patienten wird die Praxis, Produkte, die einen wesentlichen Arzneistoffanteil haben, nach den weniger strengen Maßgaben des Medizinproduktegesetzes in Verkehr zu bringen, kritisch gesehen.[6]

Produktauswahl[Bearbeiten]

Die Auswahl der Wundauflage orientiert sich an mehreren Faktoren, beispielsweise der Wundphase, daher können auch Verbandmaterialien der trockenen Wundversorgung zum Einsatz kommen. Wundauflagen die typischerweise in der feuchten Wundbehandlung genutzt werden, sind:

  • Hydroaktive Wundauflagen, wie Alginate, Hydrokolloide, -gele, -polymere und semipermeable Wundfolien
  • Interaktive Wundauflagen, wie kollagen- und gelatinehaltige Wundauflagen und Wundtherapeutika mit Hyaluronsäure
  • Wundauflagen, die gegen Geruch und Bakterien wirken, wie polyhexanid-, silber- und kohlehaltige, sowie hydrophobe Wundauflagen

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vasel-Biergans, Probst; S94
  2. Protz: S.15
  3. Vasel-Biergans, Probst: S.94
  4. Protz: S.15
  5. Vasel-Biergans, Probst: S.92
  6. Vasel-Biergans, Probst: S.93

Literatur[Bearbeiten]

  • Kerstin Protz: Moderne Wundversorgung Praxiswissen, Standards und Dokumentation. 6. Auflage, Urban & Fischer, München 2011, ISBN 978-3-437-27883-9
  • Anette Vasel-Biergans, Wiltrud Probst: Wundversorgung für die Pflege - Ein Praxisbuch. 2. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8047-2798-4
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