Feuchtigkeit

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Der Ausdruck Feuchtigkeit oder Feuchte kennzeichnet das Maß der Anwesenheit von Wasser in oder an einer Substanz oder in einem Gas oder in einem Raum (z. B. im Keller eines Gebäudes).[1] In der Physik und Materialkunde spricht man allgemein von Wassergehalt.

Gasförmige Feuchtigkeit wird im Allgemeinen als Luftfeuchtigkeit und im Verbund mit flüssigem Wasser als Dunst, Nebel oder Nassdampf bezeichnet. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an, wie viel Wasserdampf in der Volumeneinheit des Gasgemisches enthalten ist; Maßeinheit: g Wasser·m−3. Die relative Luftfeuchtigkeit ist der Quotient aus der bei einer bestimmten Temperatur im Gas vorhandenen Wasserdampfmenge und der bei der gleichen Temperatur möglichen Sättigungsmenge an Wasserdampf, multipliziert mit 100; Maßeinheit: % relative Luftfeuchte.[1]

Die Feuchtigkeit des Bodens bezeichnet man als Bodenfeuchte, die des Gesteins als Porenwasser, die der Haut als Hautfeuchtigkeit und die des Holzes als Holzfeuchte. Feuchtigkeit im Bauwesen siehe Feuchtigkeitsschaden und Wasserschaden.

Die Feuchtigkeit eines Stoffes ist mit vielerlei Eigenschaften verknüpft. Beispiele hierfür sind Schwund und Quellen (Abmessungsänderung) bei Wasseraufnahme und -abgabe, die Quellfestigkeit, die elektrische Leitfähigkeit, die Wärmeleitfähigkeit, der Reibkoeffizient.

Den Entzug von Wasser von einer Oberfläche oder aus einer Substanz bezeichnet man allgemein als Trocknung oder Entwässerung.[2]

Analytische Bestimmung[Bearbeiten]

Zur Schnellbestimmung der Feuchtigkeit einer Substanzprobe setzt man gewöhnlich Infrarot-Feuchtemesser ein. Diese Geräte sind zugleich Trockner und Waagen. Als Wärmequelle setzt man Infrarotstrahler ein. Die Infrarotstrahlung dringt über 1 cm tief in die zu trocknende Substanz ein, zugleich wird die Lichtenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Der Feuchtigkeitsgehalt wird bestimmt aus einer Einwaage auf ein und demselben Wägeteller, dessen Gewichtsänderung (Ursache: Feuchtigkeitsverlust) auf eine Anzeigeskala übertragen und direkt in Prozent (%) Feuchtigkeit angezeigt wird.[3]

Eine quantitative Wassergehaltsbestimmung von Proben kann auch titrimetrisch nach dem Karl-Fischer-Verfahren erfolgen.

In der Industrie und bei Leckortungen in Gebäuden ist auch die induktive Feuchtigkeitsmessung verbreitet. Dabei werden durch die Feuchtigkeit verursachte Spannungsänderungen eines elektrischen Feldes ausgemessen in dem mit einer Elektrode an trockenen und feuchten Stellen Vergleichswerte ermittelt werden. Die Messtiefe variiert je nach Materialart und Schichtdicke zwischen 40 und 100 mm wobei das Material nicht beschädigt wird.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 408−409.
  2. Brockhaus ABC Chemie, VEB F. A. Brockhaus Verlag Leipzig 1965, S. 1441.
  3. Walter Wittenberger: Chemische Laboratoriumstechnik, Springer-Verlag, Wien, New York, 7. Auflage, 1973, S. 139, ISBN 3-211-81116-8.
  4. Induktive Feuchtigkeitsmessung, Suter Entfeuchtungstechnik AG