Feuerbach (Stuttgart)

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Feuerbach
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtteil-Wappen Stadtkarte
Ehemaliges Stadtwappen Feuerbachs bis 1933
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Über dieses Bild
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: 1. Mai 1933
Höhe: 292 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte 2.383 Einw./km²
Postleitzahl: 70469, 70499
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirksrathauses:
Wilhelm-Geiger-Platz 10
70469 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteherin: Andrea Klöber
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2011)
Fläche
Nr. Stadtteil
Feuerbach 27.410 1150 ha
341 Feuerbach-Ost 363 92 ha
342 Siegelberg 601 88 ha
343 Bahnhof Feuerbach 2.293 57 ha
344 Feuerbach-Mitte 6.544 60 ha
345 Lemberg/Föhrich 7.250 196 ha
346 Hohe Warte 4.495 127 ha
347 Feuerbacher Tal 4.774 504 ha
348 An der Burg 1.090 30 ha
Verkehrsanbindung
Bundesstraße B10 B27 B295
Regionalbahn R 61
S-Bahn S 4 S 5 S 6
Stadtbahn U5 U6 U13 U15
Bus 91, N3
Quelle: Datenkompass Stuttgart

48.81139.1588Koordinaten: 48° 49′ N, 9° 10′ O

Bezirksrathaus Feuerbach
Feuerbach um 1896

Die ehemalige Stadt Feuerbach ist heute ein Stadtbezirk von Stuttgart. Ihren Namen verdankt sie dem gleichnamigen Bach. Nachbarbezirke sind Zuffenhausen, Bad Cannstatt, S-Nord, S-West, Botnang und Weilimdorf.

Geografie[Bearbeiten]

Der Lemberg ist eine 384 m hohe Anhöhe zwischen den Stuttgarter Stadtbezirken Weilimdorf und Feuerbach.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Feuerbacher Lemberg war bereits in der Hallstattzeit, 800—900 v. Chr., und der Latènezeit, etwa 400 v. Chr., besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung (in den Hirsauer Annalen) stammt aus dem Jahr 1075, damals noch unter dem Namen Biberbach. Später hieß die Gemeinde Fürbach, woraus sich dann bis Ende des 16. Jahrhunderts der Name Feuerbach entwickelte. Ab dem frühen 13. Jahrhundert lag über dem Dorf die Burg Frauenberg, die aber bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts abgetragen war.

Im Jahr 1904 entdeckte Stadtpfarrer Richard Kallee im Gräberfeld an der Schlosserstraße mehrere alamannische Sandsteingräber,[1] deren Erforschung er sich bis an sein Lebensende durch Ausgrabungen von 102 Gräbern widmete, aus denen insgesamt 760 Fundstücke geborgen wurden.[2] Am 4. November 1926 wurde unter seiner Direktion das Feuerbacher Heimatmuseum eingeweiht, dessen wichtigste Funde inzwischen im Foyer des Feuerbacher Bezirksrathauses ausgestellt werden. Im Jahr 1971 stieß man etwas oberhalb der Feuerbacher Heide bei Erdarbeiten auf Mauerreste der ehemaligen Burg Frauenberg. Die Grundmauern des ehemaligen Bergfrieds wurden freigelegt.

Bis um das Jahr 1860 hatte Feuerbach überwiegend ländlichen Charakter. Neben der normalen Landwirtschaft gab es noch den Weinbau auf 140 Hektar (heute noch 15 ha) und am Killesberg gab es Steinbrüche. Überreste davon sind dort heute noch zu sehen. Im Jahr 1848 wurde der erste Eisenbahntunnel zwischen Stuttgart und Feuerbach eingeweiht und von da an begann eine schnelle industrielle Entwicklung. Zum größten Feuerbacher Unternehmen wurde die ab 1910 gebaute Elektrotechnische Fabrik Robert Bosch (von 1917 bis 1937 AG), die heute als Robert Bosch GmbH weltweit bekannt ist.

Stadtteile[Bearbeiten]

Am 15. März 1907 wurde Feuerbach zur Stadt erhoben, 1929 schlossen sich Feuerbach und Weilimdorf freiwillig zusammen. Am 1. Mai 1933 wurde die Stadt Feuerbach zwangsweise nach Stuttgart eingemeindet und als „Stadtteil Feuerbach“ geführt. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurde der Stadtteil Feuerbach zum Stadtbezirk Feuerbach erklärt und bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2001 wurde Feuerbach in die Stadtteile An der Burg, Bahnhof Feuerbach, Feuerbach-Mitte, Feuerbach-Ost, Feuerbacher Tal, Hohe Warte, Lemberg/Föhrich und Siegelberg aufgeteilt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ansässige Firmen[Bearbeiten]

Firmengebäude Esselte Leitz GmbH & Co KG
Thieme-Verlagshaus
  • 1864 kommt als erstes Industrieunternehmen die „Chininfabrik Jobst“ nach Feuerbach und begründete hier die deutsche chemische Industrie.
  • 1871 wurde von dem Mechaniker und Faktura-Bücherfabrikanten Louis Leitz die „Werkstätte zur Herstellung von Metallteilen für Ordnungsmittel“ gegründet. Bekannt wurde die Firma Leitz durch die Erfindung des Leitzordners.
  • 1910 verlegte die Firma Robert Bosch GmbH ihren Sitz von Stuttgart nach Feuerbach. Dieser befindet sich zwar inzwischen in Gerlingen, das Stammwerk verblieb aber weiterhin in Feuerbach.
  • AkzoNobel Coatings GmbH
  • Coperion Werner & Pfleiderer
  • Behr GmbH & Co. KG
  • Thieme Verlagsgruppe
  • Bis Mitte der 1990er Jahre hatte die durch Vergleich abgewickelte Lederfabrik C. F. Roser ihren Sitz in Feuerbach.

Sonstiges[Bearbeiten]

Bei Feuerbach sind zwei Windkraftanlagen geplant. Um die Wirtschaftlichkeit der Anlagen feststellen zu können wurde im September 2013 ein Windmessmast mit 100 Metern Höhe installiert, der voraussichtlich ein Jahr lang Windmessungen durchführen soll.[3]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Feuerbach liegt an den Bundesstraßen 10 (KarlsruheStuttgartUlm), 27 (HeilbronnStuttgartTübingen) und 295 (CalwStuttgart) und es besteht über die B 295 eine Verbindung zur A 81 (WürzburgHeilbronnStuttgartGottmadingen (bei Singen)) und weiterhin eine Verbindung zur A 8 (KarlsruhePforzheimStuttgartUlmMünchen).

Der Stadtbezirk wird von den S-Bahn-Linien S4 (BacknangMarbachStuttgart), S5 (BietigheimStuttgart) und S6 (Weil der StadtLeonbergStuttgart) erschlossen, die den Bahnhof Stuttgart-Feuerbach an der Frankenbahn bedienen.

Der Feuerbacher Bahnhof bei Nacht

Feuerbach wird durch vier Stadtbahnlinien mit Stuttgart verbunden:

U7 MönchfeldZuffenhausen – Feuerbach (Pragsattel) – HauptbahnhofHeumaden (Stuttgart)Ostfildern-Nellingen
U6 Gerlingen – Feuerbach (Mitte) – HauptbahnhofMöhringen BahnhofFasanenhof
U13 Giebel – Feuerbach (Mitte) – Bad CannstattUntertürkheimHedelfingen
U15 Stammheim - Zuffenhausen – Feuerbach (Pragsattel) – HauptbahnhofHeumaden

Zusätzlich gibt es noch die innerstädtischen Buslinien:

Bus 91 Feuerbach – Botnang – Forsthaus – (Vaihingen – Sindelfingen)
Nachtbus N3 Schlossplatz – Feuerbach – Gerlingen

Weitere Buslinien verbinden Feuerbach mit dem Umland.

Schulen in Feuerbach[Bearbeiten]

Vereine/Organisationen[Bearbeiten]

  • Bolivianisches Kinderhilfswerk e. V. (gegründet 1984) [4]
  • Bürgerverein Feuerbach (gegründet 1972, ca. 350 Mitglieder)
  • Chorvereinigung Feuerbach e. V. (gegründet 1896)
  • CVJM-Feuerbach e.V. (gegründet 1902)
  • Deutsches Rotes Kreuz, Bereitschaft Feuerbach (gegründet 1913)
  • Diakonieverein Feuerbach (gegründet 1901 als Krankenpflegeverein durch Richard Kallee)[5]
  • DLRG OG Feuerbach [6]
  • Musikverein Stadtorchester Feuerbach 1899 e. V. (gegründet 1899)
  • FC Feuerbach e. V. 1960 (gegründet 1960)
  • Schutzbauten Stuttgart e.V. (gegründet 2006)
  • SportVg Feuerbach (gegründet 1946, ca. 5.300 Mitglieder)
  • Sozialverband VdK OV S-Feuerbach e. V. (gegründet 1948)
  • Tennisverein Feuerbach e.V. (gegründet 1919)
  • Wein-, Obst- und Gartenbauverein Feuerbach gegründet 1881 e. V. (gegründet 1881)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Friedhof in der Feuerbacher-Tal-Straße erinnert ein Gedenkstein an namentlich genannte Widerstandskämpfer und Opfer des NS-Regimes aus unterschiedlichen politischen Gruppierungen.[7]

Bauwerke[Bearbeiten]

Am Bahnhof Feuerbach befindet sich ein Tiefbunker mit Ausstellung und Inventar aus der Zeit des Kalten Krieges. Nicht weit davon entfernt am Wiener Platz steht ein auffälliger Hochbunker, der letzte von ehemals vier Winkeltürmen in Stuttgart. In ihm befindet sich eine Ausstellung über den Luftschutz von 1933 bis 1945. Beide Bunker stehen unter Denkmalschutz und werden vom Verein Schutzbauten Stuttgart e. V. betreut, die in diesen Bauwerken regelmäßig Führungen veranstalten.

Der 70 Meter hohe Kamin des Schoch-Areals in Stuttgart-Feuerbach

Kirchen und andere Gotteshäuser[Bearbeiten]

Eine Beschreibung aller Feuerbacher Kirchen ist im Artikel Stuttgart zu finden.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
 %
30
20
10
0
23,6
22,2
16,4
12,1
14,2
3,7
4,3
2,6
0,8
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-8,2
+7,3
-6,9
+5,5
+0,9
+2,4
+2,7
-1,8
-2,1
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
g 2004: PDS

Dem Bezirksbeirat Feuerbach gehören auf Grund der Einwohnerzahl des Stadtbezirks 14 ordentliche und ebenso viele stellvertretende Mitglieder an. Seit der letzten Kommunalwahl 2009 gilt folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 4
  • B90 / Die Grünen: 3
  • SPD: 2
  • FDP: 2
  • Freie Wähler: 2
  • SÖS / DIE LINKE: 1

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1524 1661 1793 1850 1900 1910
1.000 443 1.621 2.815 9.052 14.244


1925 1980 1990 2000 2005 2011
17.617 30.387 28.878 28.013 28.046 27 410


Bis ins 19. Jahrhundert war Feuerbach eine fast rein evangelische Stadt. Im Jahr 1850 waren von den 2815 Einwohner 2808 evangelisch und 7 katholisch (siehe Amtsoberamt Stuttgart).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Richard Kallee: Was uns die alten Steine in Feuerbach erzählen, Feuerbacher Geschichtsblätter, Heft 2, 1923.
  2. Heinz Krämer: 'Feuerbach schreibt', Webseite der schmidtroeder Serviceagentur für Print- und Online-Medien Ltd.
  3. Planung von Windkraftanlagenauf der Gemarkung Stuttgart. Stadtwerke Stuttgart. Abgerufen am 26. Oktober 2013.
  4. Bolivianisches Kinderhilfswerk e.V.
  5. Diakonieverein Feuerbach
  6. DLRG Ortsgruppe Feuerbach
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 89