Feuerwerksrakete

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Feuerwerksrakete beim Start
Feuerwerksrakete beim Verstreuen der Lichteffekte

Eine Feuerwerksrakete ist, wie jede Rakete, ein pyrotechnisches Fluggerät, das sich durch Rückstoß fortbewegt und für einfache Feuerwerke verwendet wird. Am Scheitelpunkt der Flugbahn werden meistens verschiedene Effekte (Sterne, Knalleffekte, Crackling Stars usw.) ausgeworfen.

Aufbau und Funktion[Bearbeiten]

Eine Feuerwerksrakete besteht meistens aus folgenden Elementen:

Der Treibstoff im Treibsatz ist meistens Schwarzpulver, dem funkenerzeugende Stoffe, wie grobe Holzkohle oder Aluminium- und Eisenspäne für einen schönen Funkenschweif beigemengt werden. Die Treibsätze sind auf den optischen Effekt und weniger auf die Leistung optimiert. Dieses unterscheidet die Treibsätze von Feuerwerksraketen grundsätzlich von den Modellraketen-Treibsätzen.

Der Effektsatz in der Spitze besteht aus dragierten Leuchtkugeln, die aber auch in Zylinderform vorliegen können. Der Effektsatz wird am höchsten Punkt (Scheitelpunkt) der Flugbahn durch die Zerlegerladung räumlich verstreut. Zur Erzielung einer Flammenfärbung und gleichzeitig als Oxidationsmittel werden verschiedene Alkalimetalle sowie Erdalkalimetall-Salze verwendet, wie Bariumnitrat für grün, Natriumnitrat für gelb und Strontiumnitrat für die Rotfärbung. Als Brennstoff dienen meistens Schwefel, Holzkohle und/oder verschiedene Harze. Silberne Funken werden mit Zusätzen von Metallspänen, wie Aluminium oder Magnesium, erzeugt. Zur Verteilung der Effektladung am Gipfelpunkt der Raketenflugbahn wird zuletzt noch etwas gekörntes, loses Schwarzpulver in die Raketenspitze gegeben.

Damit die Rakete gerade in den Nachthimmel aufsteigt, wird zuletzt ein Leitstab seitlich angeklebt. Der für eine saubere Flugbahn verantwortliche Leitstab bewirkt, dass der Druckpunkt (der Druckpunkt ist der Punkt, in dem sich alle lenkenden Kräfte vereinigen) über den Schwerpunkt verschoben und somit ein "Überschlagen" der Rakete in der Luft verhindert wird. Es gab auch zeitweise Feuerwerksraketen, die ähnlich wie richtige Raketen mit Hilfe von Heckflossen stabilisiert wurden. Obwohl diese Raketen kleiner sind als solche mit Leitstäben und auch ohne besondere Startvorrichtung gestartet werden können, haben sich diese Bauarten für Feuerwerksraketen nicht durchsetzen können, da es gelegentlich zu Stabilitätsproblemen in der Startphase kam. Ein Leitwerk mit Heckflossen arbeitet erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit (ab ca. 60 km/h). Bis diese Geschwindigkeit erreicht ist, müsste die Rakete an z. B. einem Leitstab geführt werden. Hat die Rakete diese Geschwindigkeit noch nicht erreicht, genügt schon ein kleiner Windstoß, um die Rakete in einen flachen Winkel zu drücken. Somit wäre ein senkrechter Aufstieg nicht mehr gewährleistet.

Farben[Bearbeiten]

Farben werden durch hinzufügen von Elementen und Verbindungen erzeugt.

erzeugte Farbe benötigtes Element / benötigte Verbindung
Rot Strontiumsalze (dunkelrot), Calcium (orange), Lithium (karminrot)
Gelb Natriumsalze
Grün Bariumsalze (gelb-grün), Kupfer (smaragdgrün), Tellur (grasgrün), Thallium (wiesengrün), Zink (blassgrün)
Blau Kupfersalze (azurblau), Arsen, Blei, Selen (hellblau)
Violett Cäsium, Kalium
Purpur Rubidium
Weiß; Silber Magnesium, Aluminium, Titan, Zirconium
Gold Eisen, Holzkohle

Rechtliches[Bearbeiten]

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Feuerwerksraketen der Kategorie BAM-F2, dürfen in Deutschland nur an Personen abgegeben werden, die das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben. Es gibt auch Feuerwerksraketen, die im Zuge der EU-Harmonisierung in die Kategorie F2 eingruppiert wurden, aber aufgrund ihrer Satzmenge nur an Personen abgegeben werden dürfen, welche über eine entsprechende Befähigung gemäß Sprengstoffgesetz verfügen. Im Großfeuerwerk werden Feuerwerksraketen aufgrund der erhöhten Sicherheitsabstände immer mehr durch Feuerwerksbomben ersetzt, die aus Mörsern verschossen werden.

Gesundheit[Bearbeiten]

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Aufgrund des bestehenden Gefahrenpotenzials, ist die Verwendung von pyrotechnischen Gegenständen nur gemäß Gebrauchsanweisung zulässig. [1]

  • Es sollten ausschließlich geprüfte und zugelassene pyrotechnische Gegenstände gekauft werden.
  • Fenster, Balkontüren und Rollläden sind zu schließen, dass Raketen nicht ins Haus gelangen.
  • Feuerwerksraketen sollten ausschließlich aus einer geeigneten und standfesten Vorrichtung verschossen werden.
  • Beim Abschießen sollte eng anliegende Kleidung aus Baumwolle, Jeansstoff oder Leder getragen werden; jedenfalls keine Kunstfasern, Kapuzen, aufgekrempelte Ärmel oder Hosenkrempen. Am Abschußplatz ist Rauchen zu unterlassen. Raketen sollen immer in Windrichtung gestartet und Blindgänger nicht nochmals angezündet werden.
  • Feuerlöscher, im Winter vorzugsweise Trockenlöscher und keine Schaumlöscher, sollten in Reichweite aufgestellt werden
  • Zu Gebäuden, Strom- und Telefonleitungen sowie Bäumen muss Abstand gehalten werden; wegen der Lärmbelästigung großen Abstand zu Krankenhäusern, Altenheimen, Tierheimen, Kirchen und Synagogen. Zu Tankstellen, Lagern, Biomasseheizwerken, Betriebsanlagen und Parkplätzen sollte wegen Brandgefahr mindestens die 1,5-fache Steighöhe der Rakete als Abstand gehalten werden.
  • Pyrotechnische Gegenstände, ausgenommen Feuerwerkskörper die für den Innengebrauch vorgesehen sind, dürfen nie in Räumen gezündet werden.

Galerie zum Aufbau[Bearbeiten]

Computertomographische Darstellung einer Silvesterrakte Fa. Weco, Typ Helios Mont Blanc Panorama Effekt mit Bombenfüllung

Filme[Bearbeiten]

2D-Schnittbilder[Bearbeiten]

3D-Renderings[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sicherer Umgang mit Feuerwerkskörpern, abgerufen am 31. Dezember 2012