Fiat 127

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Fiat
Fiat 127 (1971–1977)

Fiat 127 (1971–1977)

127
Produktionszeitraum: 1971–1987
Klasse: Kleinwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine, Kombi
Motoren: Ottomotor:
0,9 Liter (35 kW)
Länge: 3595 mm
Breite: 1525 mm
Höhe: 1360 mm
Radstand: 2225 mm
Leergewicht: 705–710 kg
Vorgängermodell: Fiat 850
Nachfolgemodell: Fiat Uno

Der Fiat 127 ist ein Kleinwagen des italienischen Fahrzeugherstellers Fiat, der von Frühjahr 1971 bis Anfang 1987 (zuletzt nur noch in Argentinien bis 1997) produziert wurde. Das Design stammt von Pio Manzù.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Heckansicht

Ende März 1971 lancierte Fiat als Nachfolger des Fiat 850 mit Quermotor und Frontantrieb den modernen 127, eine Schräghecklimousine mit separatem Kofferraum. Ein Jahr nach Produktionsbeginn, nachdem der Renault 5 auf den Markt gekommen war, wurde eine Variante mit Heckklappe angeboten. Der 127 wurde 1972 zum „Auto des Jahres“ gewählt und erreichte hohe Verkaufszahlen. Der Motor aus der 850 Sport-Baureihe mit 903 cm³ und 34,5 kW (47 PS) trieb ihn über ein vollsynchronisiertes Vierganggetriebe mit Knüppelschaltung an. In Deutschland betrug die Leistung dieses Motors nur 33 kW (45 PS). Der 127 hatte eine selbsttragende Karosserie, vorn eine MacPherson-Achse und hinten die damals bei Fiats Frontantriebsmodellen übliche Radaufhängung an Dämpferbeinen, trapezförmigen Querlenkern und einer Querblattfeder. 1973 folgte der 127 Special mit erweiterter Ausstattung.

Im Herbst 1977 erhielt der 127 eine umfassende Modellpflege mit Facelift, überarbeiteter Innenausstattung und einer Modellstaffelung in L, C und CL, angetrieben vom bisherigen 45 PS-Motor, den es in Deutschland auch in einer Normalbenzin-Version mit 29 kW (40 PS) gab, oder, im Falle des CL von einem neuen, 37 kW (50 PS) starken 1049 cm³-Vierzylinder. Alle Versionen hatten nun eine große Heckklappe, das Grundmodell 900L war anfangs auch als Zweitürer erhältlich. 1978 erschien der 127 Sport mit 51 kW (70 PS) starker Registervergaserversion des 1049 cm³-Motors, Doppelvergaser gab es nur beim aufgewerteten Sondermodell des Tuners Hörmann, und die Transporterversion Fiorino mit höherem Dach. Ab 1980 war das Modellangebot in die Ausführungen Special, Super und Sport gegliedert.

Ab 1981 wurden in Italien unter der Bezeichnung 127 D und 127 Panorama aus Brasilien zugelieferte Diesel- und Kombiversionen des dortigen Fiat 147 verkauft.

Anfang 1982 wurde der 127 erneut einem Facelift unterzogen. Zugleich erhielt der 127 Sport einen 1301 cm³-Motor mit 55 kW (75 PS).

Nach Einführung des Nachfolgers Uno im März 1983 blieb der 127 auf einigen europäischen Märkten in einer einzigen Version, als Limousine in der Ausstattung Super, bis zum Jahresanfang 1987 im Angebot. Insgesamt wurden vom 127 etwa 4,5 Millionen Stück verkauft.

Im Jahr 2005 waren in Deutschland noch ca. 300 Exemplare des 127 offiziell zugelassen, wobei sich diese Zahl auf die Baujahre von 1971 bis 1987 bezieht.

Der Fiat 127 in aller Welt[Bearbeiten]

Ab Herbst 1976 wurde der Fiat 127 mit veränderter Front- und Heckpartie und dem 1049-cm³-Motor als Fiat 147 in Brasilien hergestellt.[1] Optisch unverändert, aber mit anderen Emblemen ausgestattet, wurde er zudem vom polnischen Fahrzeughersteller FSO bis 1987 als Polski Fiat 127p in Polen für den osteuropäischen Markt hergestellt und verkauft.

Anfang 1978 folgte ein dem späteren Fiat Fiorino ähnlicher Lieferwagen mit Kastenaufbau namens 127 Moretti Midimaxi. Um mit entsprechenden Modellen des Hauptkonkurrenten Chevrolet Chevette mithalten zu können, brachte Fiat Brasilien (ebenfalls 1978) zusätzlich den 127 Rallye mit 45 kW (61 PS) starkem 1,3-Liter-Vierzylinder heraus. 1979 war der 127 mit neuem 1,3-Liter-Alkoholmotor 44 kW (60 PS) das weltweit erste Auto, das mit Alkohol betrieben werden konnte.

1980 erhielt der 147 ein Facelift und war in den Versionen L, Gl, GLS und Rallye lieferbar (1050 cm³ oder 1,3-Liter für Benzin- oder Alkoholbetrieb oder 1,3-Liter-Dieselmotor). Zugleich erschien eine Panorama genannte Kombiversion.

1983 kam die besser ausgestattete und mit einer überarbeiteten Frontpartie versehene Variante Spazio ins Programm, dazu der Oggi, eine zweitürige Stufenheckversion. Der in Brasilien im August 1984 eingeführte Fiat Uno löste die 147-Varianten in der Folge nach und nach ab. 1986 endete die Fertigung der letzten Versionen nach insgesamt 1.169.312 Exemplaren.

In Argentinien begann 1981 Sevel Argentina mit der Fertigung eigener, auf dem brasilianischen Fiat 147 basierender Versionen, die erst 1995 beendet wurde. Produziert wurden Schräghecklimousinen unter den Bezeichnungen Fiat 147, 147 TR, 147 Sarpasso IAVA (eine Sportversion mit 66 kW (90 PS) starkem 1,3-Liter-Motor), Brío, Spazio und Vivace, in der Regel angetrieben vom 1049 cm³-Motor, einer Benzinversion des 1,3-Litermotors oder dem 1,3-Liter-Diesel. In Argentinien entstanden insgesamt 232.807 Einheiten dieser Modelle.[2]

In Spanien wurde der Fiat 127 als Seat 127 verkauft und dort zum Fünftürer weiterentwickelt. Nach der Übernahme von Seat durch Volkswagen wurde die Modellbezeichnung in Seat Fura geändert.

Vom Fiat 127 abgeleitet war der Kleintransporter Fiat Fiorino, welcher die Frontpartie des 127 übernahm, aber einen Kastenaufbau am Heck besaß.

In Jugoslawien wurde auf der Plattform des 127 der Yugo entwickelt, der in den USA zum Kultauto der späten 1980er Jahre wurde.

In Griechenland fertigte Autokinitoviomihania Ellados auf Basis des Fiat 127 den Fiat Amico 127, ein offenes Mehrzweckfahrzeug.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Kuch,Wolfgang Schmarbeck: Fiat - Personenwagen seit 1945. 1. Auflage, Motorbuch-Verlag 1998, ISBN 3-613-01906-X (Typenkompaß - kompakt und kompetent)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fiat 127 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. O pequeno notável. Best Cars Web Site (brasilianische Website zur Geschichte des Fiat 147, portugiesisch).
  2. SEVEL ARGENTINA S.A. Coche Argentino (Website zum Fiat 147 in Argentinien, spanisch).