Fiat Cinquecento

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Dieser Artikel beschreibt den Fiat Cinquecento ab 1991. Für einen Überblick über die Fiatmodelle gleichen oder ähnlichen Namens siehe Fiat 500.
Fiat
Fiat Cinquecento

Fiat Cinquecento

Cinquecento
Produktionszeitraum: 1991–1998
Klasse: Kleinstwagen
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
0,7–1,1 Liter
(23–40 kW)
Länge: 3230 mm
Breite: 1490 mm
Höhe: 1435 mm
Radstand: 2200 mm
Leergewicht: 675–727 kg
Vorgängermodell: Fiat 126
Nachfolgemodell: Fiat Seicento
Heckansicht

Nach mehr als zwanzig Jahren baute Fiat zwischen Ende 1991 bis Frühjahr 1998 wieder einen „500er“. Dieser Cinquecento hatte außer dem Namen mit seinem legendären Vorgänger wenig gemein. Seine Motoren mit 0,7, 0,9 und 1,1 Liter Hubraum und ein „heutigeres“ Design prägten ein Auto mit eigenständigem Image. Der Kofferraum des kleinsten Fiat fasst 170 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank lässt sich der Stauraum auf 810 Liter vergrößern. Nachfolger wurde der Seicento (600), der technisch auf seinem Vorgänger Cinquecento basiert.

Für den deutschen Markt wurde obiger Fiat Cinquecento, den das Werk Tychy (Polen) produzierte und von dem über eine Million Exemplare vom Band liefen, in mehreren Versionen angeboten.

Cinquecento 700 cm³[Bearbeiten]

Fahrgestellnummern: 170AA43A & 170AD43A

Diese Variante des kleinen Fiats ist die älteste. Sie wurde bereits ab Ende 1991 in Polen gebaut. Danach war das Auto unter den Namen Cinquecento ED oder Young zu finden. Der Wagen sollte ein Nachfolger für den in Polen stark verbreiteten Fiat 126p werden, daher wurde versucht, den Wagen möglichst preisgünstig zu produzieren. Die Ausstattung ist daher recht mager, verglichen mit den anderen Modellen. So lassen sich je nach Version die hinteren Fenster nicht öffnen, es gibt keinen Heckscheibenwischer. Statt Radblenden gibt es nur kleine Radkappen.

Das Fahrzeug ist mit zwei Arten von Reihenzweizylinder-Motoren ausgerüstet:

  • den 704-cm³-Vergasermotor (FOS Lodz oder Weber) mit Motornummer 170A.000 ohne Katalysator 23 kW (31 PS)
  • den 704-cm³-Vergasermotor mit elektronischer Steuerung (Aisan) mit der Motornummer 170A.046 mit Katalysator 22 kW (30 PS).

Dieser Motor stammt aus dem Fiat 126 BIS. Es ist ein Zweizylinder-Vergasermotor, der liegend angeordnet ist. Das Getriebe in beiden Varianten ist ein Viergang-Schaltgetriebe und ist längs im Fahrzeug angeordnet.

Der Cinquecento ED mit 703 cm³ wurde von Dezember 1991 bis Oktober 1998 hergestellt und war hauptsächlich für den polnischen Binnenmarkt gedacht, wurde aber auch in Italien angeboten. Auf dem deutschen Markt wurde das Modell offiziell von Fiat nicht angeboten.

Cinquecento 903 cm³[Bearbeiten]

Fahrgestellnummern 170AB53A & 170AC53A

Diese Variante des Autos wurde zwischen 1992 und 1993 nur in Polen angeboten und bildet mit dem Cinquecento ED die Basis für weitere Modellentwicklungen. Das Fahrzeug hat die gleiche Ausstattung wie die spätere Standardversion mit dem 899-cm³-Motor.

Als Antrieb dient ein quer eingebauter Reihenvierzylinder-Motor mit 903 cm³ Hubraum (30 kW/41 PS). Er stammte ursprünglich aus älteren Fiat- und Seat-Modellen: Seat Marbella/Fiat Panda bzw. Fiat 127. Dieser ist standardmäßig mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgestattet.

Das 903-cm³-Modell gibt es in zwei Ausführungen. Die erste hat keinen Katalysator und einen mechanischen Weber-Vergaser statt einer Einspritzanlage. Diese Version war ab Oktober 1991 nur für den polnischen Markt hergestellt worden. Sie ist zu erkennen an dem Motortyp 170A1-000 mit einer Leistung von 30 kW (41 PS). Serienmäßig ist ein Fünfgang-Schaltgetriebe verbaut.

Das zweite 903-cm³-Modell wurde ab Juli 1991 hergestellt und hat die Motornummer 170A1-046 mit einer Leistung von 29 kW (40 PS). Der Wagen ist mit einer Einpunkteinspritzanlage (SPI) des Typs Weber IAW 06F ausgestattet, außerdem hat er einen Katalysator.

Die beiden Versionen des Autos wurden bis Mai 1993 hergestellt. Im selben Jahr wurde der Verkauf außerhalb Polens gestartet. Ab der Fahrgestellnummer 00164231 wurde der Hubraum von 903 cm³ auf 899 cm³ gesenkt, um dem Auto KFZ-Steuervorteile zu verschaffen. Dabei wurde die Motornummer auf 1170A1-00 anstatt der 170A1-00 für den Vergasermotor und 1170A1-046 anstatt 170A1-046 für den SPI-Motor eingesetzt.

In Deutschland angebotene Modelle[Bearbeiten]

Fiat Cinquecento 0.9 i.e. (1993)

Cinquecento 0.9 i.e.[Bearbeiten]

Fahrgestellnummer: 170CF53A

Motor[Bearbeiten]

Die Standardversion des Fahrzeugs wird von einem quer eingebauten Reihenvierzylinder-Motor mit 899 cm³ Hubraum angetrieben (Motornummer 1170A1.046). Dieser hat 29 kW (40 PS) Leistung und erreicht bei 3.000/min ein maximales Drehmoment von 65 Nm. Als Übersetzung dient ein Fünfgang-Schaltgetriebe. Der Antrieb wird auf die Vorderräder übertragen.

Der ultrakompakte Fiat beschleunigt in 18 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Maximalgeschwindigkeit beträgt 140 km/h und kann bei 5.500/min im vierten Gang erreicht werden. Der Verbrauch kombiniert beträgt 6,1 l nach 93/116/EG (Super bleifrei). Der Motor mit 899 cm³ erfüllt die Abgasnorm Euro 1 und wird von einer Einpunkt-Benzineinspritzung versorgt. Ab Baujahr 1995 wird die Euro-2-Norm erfüllt.

Die 899-cm³-Motoreinheit ist mit der 903-cm³-Variante aus dem Panda/Marbella/127 identisch, jedoch verfügt der 899 cm³ Motor im Gegensatz zu seinen Vorgängern über Hydrostößel.

Ansicht des 899-cm³-Motors (1995)

Ausstattung[Bearbeiten]

Die Ausstattung basierte weitgehend auf der ED-Version. Die Fahrzeuge wurden mit nicht lackierten Stoßstangen und Außenspiegeln mit schwarzen Kunststoffgehäusen ausgestattet. Außerdem wurden Radvollblenden anstelle der Radnabendeckel verbaut. Die Hauptunterschiede in der Ausstattung zwischen den ED und der in Deutschland lieferbaren Variante sind ausstellbare Seitenscheiben hinten, ein abschließbarer Tankdeckel und ein Heckscheibenwischer mit -waschanlage, sowie das 5-Gang-Getriebe. Ebenso erhielten die Fahrzeuge für den deutschen Markt zwei statt eines Außenspiegels, die, entgegen der Version ED, auch von innen manuell einstellbar waren. Die Scheinwerfer waren wegen der gesetzlichen Anforderungen in der Bundesrepublik vom Innenraum aus einstellbar. Ein aufstellbares Sonnendach war neben elektrischen Fensterhebern als Sonderausstattung lieferbar.

Weiterentwicklung[Bearbeiten]

Ende 1994 nahm Fiat diverse optische Änderungen an den Wagen vor. Die Instrumente wie Tacho wurden neu gestaltet. Das überwiegend schwarze Armaturenbrett wurde zum Teil grau. Die Schalter werden seither beleuchtet. Weiter wurde das Muster der Sitze und Türverkleidungen geändert. Für verschiedene Märkte wurde ein Airbag verfügbar. Die Lenkstockhebel wurden von drei auf zwei reduziert und der Lichtschalter wanderte vom Bedientableau in den rechten Lenkstockhebel. Die einzige motortechnische Veränderung war das Umschlüsseln des Wagens auf die Abgasnorm Euro 2. An der Außenansicht änderte sich zuerst der Tankdeckel, der nun unter einer Klappe verschwand. Später wurde das Design der Radkappen geändert und die Steinschlagecken vor den Hinterrädern, nun nicht mehr bis auf Höhe der hinteren Stoßstange, sondern nur noch bis auf die Höhe der Sicke im Stoßfänger ausgeführt.

Cinquecento 0.9 i.e.S[Bearbeiten]

Er war die auf das Basismodell folgende Ausstattung und wird mit dem gleichen 0.9-i.e.-Aggregat angetrieben. Der Motor ist nach D3-Norm eingestuft.

Der Cinquecento 0.9 i.e.S wurde ab Werk zusätzlich zur Standardversion mit wärmedämmender Verglasung, Digitaluhr und Fernentriegelung für die Heckklappe ausgestattet.

Cinquecento 0.9 i.e. SX[Bearbeiten]

Die ebenfalls vom 0,9-Liter-Motor angetriebene SX-Version wurde zusätzlich mit elektrischen Fensterhebern, Seitenschutzleisten, in Wagenfarbe lackierten Stoßfängern, einfarbigen Rückleuchten, weißen Blinkern und einer Mittelkonsole ausgestattet. Auf Wunsch standen Zentralverriegelung, Glas-/Ausstelldach, Metallic-Lackierung und eine asymmetrisch geteilte Rücksitzbank zur Verfügung.

Cinquecento Suite 0.9 i.e.[Bearbeiten]

Diese Version des kleinen Fiat zielte eindeutig auf Komfort und war serienmäßig mit Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern vorn und Zentralverriegelung ausgestattet. Als Antrieb diente ebenfalls das 0,9-Liter-Triebwerk.

Cinquecento Soleil[Bearbeiten]

Diese Version auf Basis der SX-Version wurde mit einem elektrischen Faltdach ausgestattet.

Der Soleil wird von dem bekannten 0,9-Liter-Motor angetrieben, hat ein elektrisches Webasto-Faltschiebedach. Das doppelschichtige Faltschiebedach des Cinquecento Soleil gibt eine 1,08 Meter lange und 0,79 Meter breite Öffnung frei und besteht aus widerstandsfähigem PVC. Ein Windabweiser bremst bei geöffnetem Dach den direkten Luftzug und eine Aluminiumeinfassung sorgt für die nötige Festigkeit der Karosserie.

Fiat Cinquecento Sporting

Cinquecento Sporting[Bearbeiten]

Die sportliche Version der Baureihe bietet ein sportlicheres Fahrwerk und stellt ein kompaktes und leistungsfähiges Fahrzeug dar. Der Sporting wird von einem 1,1-Liter-Reihenvierzylinder-Motor mit Einspritzanlage angetrieben, der 40 kW (55 PS) bei 5.500/min leistet und ein maximales Drehmoment von 86 Nm bei 3.250/min erreicht. Damit erreicht der nur 725 Kilogramm leichte Wagen in 12,8 Sekunden aus dem Stand Tempo 100 und ist 150 km/h schnell.(Verbrauch nach 93/116/EG 6,2 l Super kombiniert). Der 1,1-Liter-Motor erfüllt je nach Baujahr die Abgasnorm Schadstoffarm E2 oder D3/Euro 2.

Mit tiefergelegter Karosserie, härter abgestimmten Stoßdämpfern und einem Stabilisator an der Vorderachse wurde das Fahrwerk des in Polen produzierten KFZ der höheren Motorleistung angepasst. Der Sporting ist serienmäßig mit Sportsitzen, Lederlenkrad, Leichtmetallrädern mit Breitreifen der Größe 165/55 R 13 S, roten Sicherheitsgurten und einen Drehzahlmesser ausgestattet.

Das Kurvenverhalten des Sporting ist dem eines Gokarts nicht unähnlich; allerdings fordert die extrem harte Abstimmung des Fahrwerks, vor allem an Bahnübergängen und ähnlichen Hindernissen ihren Tribut. Das deutliche Minus an Komfort wird allerdings durch das Plus an Fahrsicherheit kompensiert.

Für den Sporting gab es auch die Ausstattungslinie Abarth als Sonderzubehör mit geänderter Front- und Heckschürze, Seitenschwellern, Heckspoiler, Aluminiumrädern, Sportfahrwerk von Eibach und Abarth-Sitzbezügen.

Cinquecento Turbo[Bearbeiten]

Für die Basis des Cinquecento Sporting (1.108 cm³) bieten bzw. boten die Tuningfirmen Novitec, Hörmann, G-Tech und Merkur Turbo-Umbausätze mit Straßenzulassung an, welche den kleinen Cinquecento in 7,9 s auf 100 km/h beschleunigen. Mit entsprechender Getriebeabstimmung ist damit für den Cinquecento die 200-km/h-Grenze kein Hindernis mehr. Die zu erzielende Leistung für diese Umbausätze ist mit 74 kW (101 PS) angegeben, einige wenige Novitec-Ausführungen hatten sogar 82 kW (112 PS). Die Zahl der entsprechend umgebauten Autos dürfte unter 1.000 liegen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fiat Cinquecento – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien