Fight Club (Roman)

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Fight Club ist ein 1996 geschriebener Roman von Chuck Palahniuk. Das Buch war die Vorlage zum gleichnamigen Film mit Brad Pitt und Edward Norton. Der Erfolg des Films hob das Ansehen des Romans von Palahniuk.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach eigenen Angaben wurde Palahniuk zu dem Roman inspiriert, als er mit einer Verletzung, die er sich bei einer Rauferei zuzog, zur Arbeit ging. Obwohl er sichtbare Verletzungen und Schwellungen hatte, vermieden es seine Mitarbeiter danach zu fragen, was passiert sei:

„Mich zierte damals gerade ein blaues Auge, ein Souvenir von einer Schlägerei während meines Sommerurlaubs. Keiner meiner Kollegen hatte ein Wort darüber verloren, und ich stellte mir vor, man könne in seinem Privatleben alles anstellen, wenn man davon so ramponiert aussähe, dass kein Mensch sich nach den Einzelheiten erkundigt.“[1][2]

Ursprünglich war Fight Club eine Kurzgeschichte, die später zu Kapitel 6 im Roman wurde:

„Es war die erste richtige Geschichte, die ich jemals verkauft habe [...] Um aus der Kurzgeschichte ein Buch zu machen, baute ich alles ein, was meine Freunde zu erzählen hatten. Auf jeder Party sammelte ich Material. Zum Beispiel die Geschichte von Mike, der Pornoszenen in Familienfilme schneidet. Oder die Geschichte von Geoff, der als Kellner bei einem Festessen in die Suppe pinkelt.“[3]

Der Roman erhielt gute Kritiken, und es gab rasch Interesse an einer Verfilmung. 1999 entschieden sich die Drehbuchautoren Jim Uhls, August Olsen, und Co-Produzenten Conor Strait und Aaron Curry mit dem Regisseur David Fincher zusammenzuarbeiten. Der Film war im Kino eher weniger erfolgreich.[4] Dennoch wurde daraus ein Kultfilm, als die DVD auf den Markt kam. Folglich wurde die Hardcover-Erstausgabe des Buches zu einem Sammlerstück.[5]

Fight Club's kultureller Einfluss ist groß. Es gab nur wenige Filme, die so viele Trittbrettfahrer zur Folge hatten. Es fanden z. B. Untergrundkämpfe statt,[6] oder Streiche, wie das in dem Roman beschriebenes Urinieren in Essen von Prominenten.[7] Es gab aber auch Fälle, in denen Leute berichteten, dass sie sich durch den Film ermutigt fühlten, wieder auf das College zu gehen.[3]

Neben Fight Club wurden auch andere Werke von Palahniuk verfilmt, u. A. im Jahr 2008 Choke – Der Simulant. 2004 sollte außerdem ein Musical zu Fight Club, geschrieben von Palahniuk, Fincher und Trent Reznor, entstehen.[8] Dieser Plan, der 2008, anlässlich des 10. Geburtstages der Fight-Club-Verfilmung von David Fincher wieder aufgenommen wurde, wurde jedoch nie in die Tat umgesetzt.[9]

Fight Club wurde 1999 und 2004 mit einem Vorwort des Autors zum Film und Buch neu gedruckt.

Seit 2010 wird im Off-Theater Rottstraße 5 Theater in Bochum das Stück "Fight Club" aufgeführt, dessen Grundlage der Roman und das Filmscript von Jim Uhls sind. Regie führt Oliver Paolo Thomas.[10]

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Der namentlich unbekannte Protagonist arbeitet in der Rückrufabteilung einer Autofirma. Er ist verantwortlich für Rückrufaktionen. Der Stress der Arbeit in Verbindung mit seinen ständigen Reisen erzeugen bei ihm dauernden Jetlag. Ihm wird bewusst, dass sein Leben ausschließlich aus seinem Job und sinnlosem Konsum besteht. Er leidet unter chronischer Schlaflosigkeit.

Als der Protagonist zum Arzt geht, erklärt ihm dieser, dass mit ihm körperlich alles in Ordnung ist. Der Arzt fügt an, dass man von Schlaflosigkeit nicht sterben kann. Da der Protagonist um Hilfe bettelt, sagt ihm der Arzt, dass er sich nicht beschweren brauche. Wenn er Menschen sehen wolle, die leiden, solle er in eine Hodenkrebsselbsthilfegruppe gehen. Diesem Hinweis folgend, besucht der Erzähler die Selbsthilfegruppe. Als er Gefallen daran findet, täuscht er vor, an allen möglichen Krankheiten zu leiden, um jeden Tag in eine andere Gruppe zu gehen. Seine Schlafprobleme verschwinden: „Jede Hoffnung zu verlieren war Freiheit. [...] Wenn Leute denken, dass du stirbst dann hören Sie dir richtig zu.“[11] Als Marla Singer, eine weitere Simulantin, in dieselben Selbsthilfegruppen geht, kehren seine Schlafprobleme zurück.

Unter Stress stehend, nimmt der Protagonist Urlaub und trifft Tyler Durden, einen sonderbaren Fremden, am Nacktbadestrand. Er beobachtet Tyler, wie dieser am Strand ein Gebilde aus Baumstämmen baut. Die Baumstämme werfen einen sonderbaren Schatten auf den Sandstrand. Für eine Minute lang, um eine bestimmte Uhrzeit, ist der Schatten perfekt: „Eine Minute sei genug, sagte Tyler, ein Mensch müsse hart dafür arbeiten, aber eine Minute Vollkommenheit sei die Anstrengung wert. Eine Minute sei das Äußerste, was du an Vollkommenheit erwarten kannst.“[11]

Nachdem die Wohnung und das gesamte Eigentum des Protagonisten durch eine vermeintlich versehentliche Explosion zerstört wird, fragt der Erzähler, ob er bei Tyler übernachten könne. Dieser sagt zu, bittet ihn aber um eine Gefälligkeit: „Ich will, dass du mich so fest schlägst, wie du nur kannst.“[11]

Der Protagonist zieht zu Tyler Durden in ein heruntergekommenes, baufälliges Haus, wo Tyler Seife herstellt und sie unter dem Namen "Paper Street Soap Company" an Leute aus der Oberschicht weiterverkauft.Gemeinsam gründen sie in einer Bar einen Fight Club. Die Mitgliederzahl steigt schon bald und so folgen weitere Clubs in anderen Städten.

Irgendwann reicht der Fight Club nicht mehr. Der Erzähler schlägt bei einem Kampf einen Mann, den er als „Engelsgesicht“ bezeichnet, so stark zusammen, dass Tyler Durden, beschließt das Project Chaos ins Leben zu rufen. Das Zerstören soll ab jetzt „aus dem Keller nach oben wandern“ und die soziale Ordnung ins Schwanken bringen. Die Mitglieder der Fight Clubs werden von Tyler rekrutiert und ziehen auch in das Haus des Protagonisten ein. Sie werden von nun an als „Weltraumaffen“ bezeichnet. Sie sollen erfahren, „dass sie etwas in der Geschichte bewegen können“.[11] Tyler bildet verschiedene Gruppen: die Ausschüsse für Brandstiftung, Überfälle, Unfug und Desinformation, diese bekommen pro Woche eine Aufgabe, die sie erledigen sollen. Die Stadt wird zum Spielplatz für die Weltraumaffen des Project Chaos. Dabei schreckt man nicht vor Toten und Menschenopfern zurück. Der Erzähler verliert immer mehr den Überblick über das Projekt Chaos und auch Tyler kann er nicht mehr finden. Deshalb beschließt er ihn zu suchen und reist in verschiedene Städte, sucht dort die Fight Clubs auf und fragt nach Tyler Durden. Als er in Seattle einen Barkeeper fragt, ob dieser je Tyler Durden begegnet sei, gibt dieser zur Antwort: "Sie haben letzte Woche vorbeigeschaut, Mr. Durden [...] Wissen Sie das nicht mehr?" [11] Verwirrt durch die Aussage des Barkeepers ruft der Protagonist später aus seinem Motelzimmer Marla an und fragt sie nach seinem Namen. Sie antwortet: "Tyler Durden. Du heißt Tyler Durden." [11] Als er nach kurzem Schlaf wieder aufwacht, steht Tyler plötzlich neben seinem Bett und der Protagonist muss erkennen" Tyler ist eine Projektion. Er ist eine dissotiative Persönlichkeitsstörung. Tyler Durden ist meine Halluzination." [11] Da der Protagonist beginnt gegen seine zweite Persönlichkeit zu rebellieren, verkündet diese ihn zu vernichten.

Es kommt zum Showdown. Tyler und der Erzähler stehen auf dem Dach eines Hochhauses, das einstürzen und auf ein Museum krachen soll. Die Sprengladung detoniert jedoch nicht. Tyler Durden hält dem Erzähler eine Waffe in den Mund, als diesem bewusst wird, dass er selbst es ist, der die Waffe hält. Marla kommt mit Mitgliedern der Selbsthilfegruppe auf das Dach des Hochhauses und will ihn davon abhalten sich umzubringen. Doch der Erzähler drückt dennoch ab, um Tyler loszuwerden. So landet er für längere Zeit im Krankenhaus. Auch dort trifft er immer wieder auf mutmaßliche Mitglieder des Fight Clubs, die ihm zu flüstern: "Alles läuft nach Plan. [...] Wir werden die Zivilisation zerstören, damit wir etwas Besseres aus dieser Welt machen können. [...] Wir freuen uns schon bald, Sie wieder bei uns zu haben." [11]

Charaktere[Bearbeiten]

Erzähler[Bearbeiten]

Ein Angestellter einer Autofirma, der sich um Rückrufaktionen kümmert. Er ist namenlos, redet aber oft von „Joes Gefühl der Rache“, daher könnte man meinen, dass sein Name Joe ist. Dies ist aber lediglich eine Vermutung. Ausrufe der Gestalt „Ich bin Joes [Organ/Gefühl]“ benutzt der Erzähler ständig. Diese nehmen Bezug auf die Zeitschrift Reader’s Digest, die er liest. In den Artikeln dieser Zeitschrift erzählen menschliche Organe von sich selbst in der ersten Person.

Tyler Durden[Bearbeiten]

Ein charismatischer aber nihilistischer Primitivist, der Materialismus, Besitz und die Konsumgesellschaft verachtet. Er gelobt die Zivilisation an sich zu zerstören. Er beschreibt die perfekte Welt als neo-paleolithisches Paradies, in postapokalyptischen städtischen Ruinen. Er ist das Alter-Ego des dissoziativ identitätsgestörten Erzählers. „Ich löse meine Verbindung zu physischer Macht und Besitztümern“, sagt Tyler, „denn nur, indem ich mich selbst zerstöre, kann ich die größere Macht meines Geistes entdecken.“[11]

Marla Singer[Bearbeiten]

Eine Frau, die der Erzähler während den Selbsthilfegruppen trifft. Der Erzähler kann sich in den Gruppen nicht mehr fallen lassen, sobald sie auftaucht. Sie taucht im Roman wieder auf, als Tyler sie nach einer Tablettenvergiftung „die ganze Nacht wach hält“.

Motiv[Bearbeiten]

An zwei Stellen im Roman sagt der Erzähler, er will „seinen Arsch mit der Mona Lisa“ abwischen; ein Mechaniker (diese Figur spielt nur am Rande eine Rolle) aus dem Fight Club wiederholt dies an einer anderen Stelle.[12] An einer anderen Stelle sagt er: „Nichts ist statisch. Sogar die Mona Lisa verfällt“. Es gibt Theorien darüber, dass der Erzähler und die anderen Fight-Club-Mitglieder unter einem Ödipus-Komplex leiden.[13] Als Beleg lässt sich eine Aussage des Mechanikers anführen:

„Wenn du weiß bist und christlich und in Amerika lebst, ist dein Vater dein Modell für Gott. Und wenn du deinen Vater nie gekannt hast, wenn sich dein Vater aus dem Staub macht oder stirbt oder nie zu Hause ist, was glaubst du dann über Gott?“

Die Farbe „kornblumenblau“ taucht als die Farbe der Krawatte auf, die der Chef des Erzählers trägt, später als Icon-Symbol, das sich sein Chef aussucht. Weiterhin wird erwähnt, dass sein Chef diese Augenfarbe hat. In Palahniuks Büchern taucht die Farbe „kornblumenblau“ öfter als Motiv auf.

Themen[Bearbeiten]

Vieles im Buch dreht sich um das Thema Männlichkeit und wie damit in der modernen Gesellschaft umgegangen wird. Der Erzähler und Tyler Durden bemängeln, dass sie eine „Generation von Männern sind, die von Frauen erzogen wurden“, sie seien „die mittleren Kinder Gottes“.[11]

Palahniuk gibt eine simplere Themenbeschreibung: „all my books are about a lonely person looking for some way to connect with other people“.[14]

Sprache[Bearbeiten]

Der Autor arbeitet viel mit indirekter Rede. Oft wird direkte und indirekte Rede vermischt.

Des Weiteren werden einige Schlüsselsätze im Buch mehrfach wiederholt. Die Regeln des Fightclubs, die Beschreibungen zum Herstellen von Sprengstoff und Haikus dienen als Puffer um den Leser auf einen Themenwechsel vorzubereiten, ohne ihn zu verlieren. Es wird stark mit Absätzen gearbeitet um Gedankensprünge zu kennzeichnen. Der Erzähler ist nicht zuverlässig und spricht den Leser auch hin und wieder direkt an.

Unterschiede zwischen Roman und Film[Bearbeiten]

  • Der Erzähler mag seinen Chef im Buch, verachtet ihn aber im Film.
  • Tyler taucht relativ früh im Roman auf, direkt am Anfang bei einem Strandurlaub des Erzählers.
  • Tyler und Marla fügen sich mit brennenden Zigaretten selbst Wunden zu.
  • Im Roman stiehlt Tyler das Fett von Marlas verstorbener Mutter aus dem Kühlschrank um daraus Seife herzustellen. Im Film stehlen Tyler und der Erzähler das Fett aus einer Fettabsaugklinik.
  • Im Roman schreckt Tyler nicht vor Toten im Project Chaos zurück, im Film soll explizit keiner sterben.
  • Im Roman behält der Erzähler seinen Job bei der Autofirma bis zum Ende hin. Er erpresst stattdessen den Hotelmanager des Edelhotels, in dem er, dank Tyler, arbeitet; Tyler erpresst seinerseits die Filmverleiher.
  • Die selbstbezüglichen Aussagen von Organen, die von sich selbst erzählen, werden im Buch von Joe und im Film von Jack geäußert.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Roman gewann u.A. folgende Auszeichnungen:

Zitatnachweise[Bearbeiten]

  1. Sam Jemielity: Chuck Palahniuk: The Playboy Conversation (Version vom 6. Juni 2011 im Internet Archive)
  2. Chuck Palahniuk, Vorwort zu Fight Club 2004
  3. a b Sarah Tomlinson: Is it fistfighting, or just multi-tasking?. Salon.com, 13. Oktober 1999.
  4. Art Linson: What Just Happened?: Bitter Hollywood Tales from the Front Line. New York: Grove Press, 2008, S. 125–127.
  5. Craig Offman: Movie makes "Fight Club" book a contender. Salon.com, 3. September 1999.
  6. Fight club draws techies for bloody underground beatdowns. Associated Press, 29. Mai 2006.
  7. Chuck Palahniuk: Stranger Than Fiction: True Stories, S. 212–215.
  8. Jade Chang: tinseltown: fight club and fahrenheit. BBC.co.uk, 2. Juli 2004.
  9. Seite zum angeblichen Fight Club Musical. 2. November 2010.
  10. Stücke. Auf: Webseite des Rottstraße 5 Theater. Abgerufen am 7. März 2014.
  11. a b c d e f g h i j Chuck Palahniuk: Fight Club. Roman (Taschenbuch), ISBN 978-3-442-54210-9
  12. Chuck Palahniuk: Fight Club, 1999, S. 124, 141, 200.
  13. Chuck Palahniuk: Fight Club, 1999, S. 49.
  14. Chuck Palahniuk: Stranger Than Fiction: True Stories, S. xv.
  15. Pacific Northwest Booksellers Association Awards. Abgerufen am 20. Juni 2005.
  16. Oregon Book Awards. Literary Arts, Inc. Abgerufen am 20. Juni 2005.