Filchner-Ronne-Schelfeis

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NASA-Satellitenfoto des Eisschelfes
Die größten Schelfeistafeln der Antarktis (Stand 2007).

Das Filchner-Ronne-Schelfeis ist nach dem Ross-Schelfeis die zweitgrößte permanente Eisdecke in der Antarktis. Der Doppelname leitet sich von dem deutschen Geographen und Expeditionsleiter Wilhelm Filchner (1877−1957) ab, der den östlichen Teil des Schelfeises bei seiner Expeditionsreise 1911 entdeckte, und dem US-amerikanischen Ingenieur Finn Ronne (1899−1980), der den westlichen Teil auf einer Expedition 1947 nach seiner Ehefrau Edith Ronne benannte.

Das 449.000 km² große Schelfeis bedeckt eine große Bucht des Weddell-Meeres und wird im Süden durch das Ellsworthland, im Westen durch das Palmerland der Antarktischen Halbinsel (Zumberge Coast und Orville Coast) und im Osten durch das Prinzregent-Luitpold-Land mit der argentinischen Belgrano-II-Station begrenzt. Südöstlich befindet sich das Queen-Elizabeth-Land, das zum British Antarctic Territory gehört.

Das Filchner-Ronne-Schelfeis wird oft auch als zwei einzelne Schelfeise - Filchner- und Ronne-Schelfeis - dargestellt, deren Trennglied die darin eingeschlossene Berkner-Insel darstellt, wobei die Grenzen der einzelnen Schelfeise nicht genau festzulegen sind. Vom Eis des Schelfeises eingeschlossen sind neben der Berkner-Insel noch eine weitere größere Insel, Guest Island, sowie zwei größere Ice-Rises, Korff Ice Rise und Henry Ice Rise.

Das Filchner-Ronne-Schelfeis ist an seiner Abbruchkante zum Meer lediglich 200 Meter stark. In der Region, in der sich das Inlandeis in das Meer schiebt, ist es jedoch bis zu 1500 Meter hoch.

Von 1982 bis 1999 befand sich auf dem Schelfeis die deutsche Filchner-Sommerstation. Im Herbst 1998 löste sich A-38, ein 150 x 35 Kilometer großes Stück vom Schelfeis, auf dem sich die Station befand. Daraufhin wurde die Station geborgen und am 13. Februar 1999 auf das Forschungsschiff Polarstern verladen.

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