Filder

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Filder (Baden-Württemberg)
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Lage der Filder in Baden-Württemberg
Historische Reklame
Stuttgarter Fernsehturm auf den Fildern

Die Filder – auch Fildern (Plural) oder Filderebene – ist ein Naturraum (Haupteinheit 106) des Schwäbischen Keuper-Lias-Lands im Südwestdeutschen Stufenland.

Es handelt sich um eine leicht gewellte, fruchtbare Hochebene in Baden-Württemberg, die sich über die Westhälfte des Landkreises Esslingen und die südlichen Stadtbezirke der Landeshauptstadt Stuttgart erstreckt. Geologisch ist sie durch Überformung einer Verwerfungszone aus der Lias-Zeit entstanden.

Inhaltsverzeichnis

Name [Bearbeiten]

Der Name „Filder“ ist wortverwandt zum heute üblichen „Feld“ („Felder“) bzw. dem Ausdruck Gefilde und lässt sich durch die landwirtschaftliche Nutzung und Fruchtbarkeit der Gegend erklären. „Filder“ ist der historische Plural zum im Mittelalter für die Landschaft gebräuchlichen Wort „Fild“, wird jedoch heute dennoch im Singular gebraucht. Mit gleicher Bedeutung wird die Region auch als „Fildern“ bezeichnet, wobei diese Bezeichnung im Plural verwendet wird. Für Ortsangaben wird im Deutschen die Präposition „auf“ verwendet („auf der Filder“, „auf den Fildern“).

Geografie [Bearbeiten]

Lage und Geländeform [Bearbeiten]

Die Filder erhebt sich südlich mehr als 200 m über das in einem Talkessel gelegene Stadtzentrum Stuttgarts. Im Norden steil aus dem Tal des Nesenbachs aufsteigend, erreicht die Filderebene im Nordwesten an der Bernhartshöhe maximal 549 m ü. NN, von wo aus sie mit einem Gefälle von etwa einem Prozent nach Südosten abfällt. Das Neckar- und das Aichtal begrenzen die Filder im Osten und Süden. Im Südwesten schließt sich die Waldfläche des Schönbuchs, im Nordwesten der Glemswald an. Die Filderebene wird hauptsächlich durch die in west-östlicher Richtung zum Neckar fließende Körsch entwässert. Die naturräumliche Untergliederung:

  • 106.1 Schönbuchfilder
    • 106.10 Grötzinger Platte
    • 106.11 Harthauser Sattel
    • 106.12 Innere Fildermulde
    • 106.13 Nördlicher Fildersattel
  • 106.20 Nürtinger-Esslinger Neckartal
  • 106.30 Schurwaldfilder

Gemeinden [Bearbeiten]

Auf der Filderebene leben rund 300.000 Menschen. Wichtige Städte sind Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Ostfildern, weitere Gemeinden Neuhausen auf den Fildern, Denkendorf und Wolfschlugen. Im Norden liegen die Stuttgarter Stadtbezirke Vaihingen, Möhringen, Degerloch, Sillenbuch, Birkach und Plieningen. Im Osten, am Hang zum Neckartal, befinden sich die Esslinger Stadtteile Berkheim und Zollberg, in der Stadt Aichtal am südlichen Rand fällt die Hochebene in das gleichnamige Tal ab.

Berge [Bearbeiten]

Zu den Bergen der Filder gehören:

Geologie [Bearbeiten]

Die Filder beinhaltet eine geologische Verwerfung, den Fildergraben, der sich zwischen Schönbuch und dem Schurwald erstreckt. Im Tertiär ist die Erdkruste auf ungefähr 30 km Länge und 14 bis 15 km Breite bis zu 110 m Tiefe abgesunken. Gegen die Alb wird die Absenkung des Grabens allmählich geringer. An der Nordseite ist die starke tektonische Beanspruchung des Gebirges durch Verwerfungen und intensive Zerklüftungen noch deutlich zu erkennen.

Die Filder werden hauptsächlich aus Schichten des Keupers aufgebaut, der vom Schwarzen Jura (Lias) überdeckt wird. Die Keuper-Schichten bestehen aus Unteren Bunten Mergeln, Kieselsandstein, Oberen Bunten Mergeln, Stubensandstein und Knollenmergel. Im Eiszeitalter wurde auf die Filderebene eine mächtige, bis zu vier Meter starke Lössschicht aufgeweht, die in den Kälteperioden der Eiszeiten in anderen Gebieten durch Winderosion abgetragen und hier abgelagert wurde. Später entstand daraus durch Verwitterung Lösslehm (Filderlehm), der für die fruchtbaren Böden der Filderebene verantwortlich ist. Seit der Jungsteinzeit (ca. 5500 v. Chr.) lassen Siedlungsspuren auf Ackerbau schließen.

Nutzung [Bearbeiten]

Filderautobahn bei Unteraichen

Mit den besonders fruchtbaren Lössböden ist die Filderebene sehr gut für die landwirtschaftliche Erzeugung geeignet. Rund 50 Prozent der Filderböden erreichen eine Bodenwertzahl von 75 und mehr, an einigen Stellen über 90. Die Parabraunerden der Filder zählen zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands.[1] Weithin bekannt sind die Filder durch das spitzköpfige Filderkraut, das aber durch die maschinelle Verarbeitung immer mehr von rund wachsenden Krautsorten ersetzt wird. Angebaut wird aber auch vermehrt Gemüse zur Versorgung der Region.

Die landwirtschaftliche Nutzung wird jedoch zunehmend durch Verkehrs- (Flughafen Stuttgart, geplante Neubaustrecke) und Gewerbeansiedlungen (Neue Messe Stuttgart) zurückgedrängt. Um diesem Verlust entgegenzuwirken und wichtige Naturräume von Bebauung freizuhalten, wird das Konzept eines Naturparks Filderpark entwickelt. Mit diesem Konzept soll auch die Nutzung der Landschaft zur Naherholung bei der Raumplanung berücksichtigt werden.

Filder als Namensgeber [Bearbeiten]

Die Bezeichnung „Filder“ findet sich neben den in den 1970er Jahren im Rahmen der Gemeindereform kreierten Städtenamen Filderstadt und Ostfildern vor allem in regionalen Infrastruktureinrichtungen wie der Filderwasserversorgung oder der Filderauffahrt. Verschiedene lokale Bahnstrecken werden als Filderbahn bezeichnet. In Filderstadt gibt es ein Krankenhaus mit dem Namen Filderklinik, ein Kongresszentrum namens FILharmonie und das Erlebnisbad Fildorado, in Leinfelden die Filderhalle. Die Stuttgarter Messe wird in Abgrenzung zum alten Standort auf dem Stuttgarter Killesberg auch als „Fildermesse“ bezeichnet.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Natur- und Umweltschutz Filderstadt – 2009: Spezialthema Boden (pdf; 2,3 MB) Zusammensetzung des Bodens auf den Fildern. S. 43.

48.7000259.263535Koordinaten: 48° 42′ 0″ N, 9° 15′ 49″ O

Weblinks [Bearbeiten]