Filipino

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Dieser Artikel erläutert die Sprache. Als Bezeichnung für die Einwohner siehe Philippinen #Bevölkerung.
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Filipino

Gesprochen in

Philippinen
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von PhilippinenPhilippinen Philippinen
Sprachcodes
ISO 639-1:

ISO 639-2:

fil

ISO 639-3:

fil

Filipino (tagalog Wikang Filipino ‚philippinische Sprache‘) ist die offizielle Bezeichnung einer Sprachebene des Tagalog als Amts- und Nationalsprache der Philippinen.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 13. November 1937 schuf die erste Nationalversammlung der Philippinen das Institut für die Nationalsprache (Surian ng Wikang Pambansa), welche Tagalog zur Grundlage der neuen Nationalsprache bestimmte. Nach Auseinandersetzungen mit den Vertretern der anderen Regionalsprachen vor allem in den 1950er Jahren benannte man sie 1961 (andere Quellen sprechen von 1956) in Pilipino um. 1978 schließlich erhielt sie ihre heutige Bezeichnung Filipino und wurde zur Unterrichtssprache an allen öffentlichen Schulen bestimmt. Als Sprache dazu entwickelt, die lingua franca der Inseln zu sein, sollte sie Wörter der verschiedenen philippinischen Regionalsprachen übernehmen, während sie die Grammatik des Tagalog zur Grundlage hat.

Schreibung[Bearbeiten]

Im Zuge der spanischen Kolonisation wurde im 16. Jahrhundert das lateinische Alphabet mit spanischen Lautwerten in die philippinischen Sprachen eingeführt. Bei der Entwicklung der auf dem Tagalog beruhenden Nationalsprache schrieb Lope K. Santos das Balarila ng Wikang Pambansa und führte das Abakada mit 20 Buchstaben ein, in denen nur je ein Buchstabe einen Bedeutung tragenden Laut dieser Sprache repräsentiert. Die 20 Buchstaben des Abakada sind a b k d e g h i l m n ng o p r s t u w y. Das Institut für die Nationalsprache der Philippinen weihte die neue Sprache 1973 ein. 1976 bestand das Alphabet aus 31 Buchstaben einschließlich der 26 Buchstaben des englischen Alphabets plus der spanischen Buchstaben ñ, ll, rr und ch sowie des tagalischen ng. Im tatsächlichen Gebrauch werden die Digraphen allerdings als die beiden Buchstaben angesehen, aus denen sie bestehen. 1987 wurde das Alphabet wiederum überarbeitet, indem man die aus dem Spanischen kommenden rr, ll und ch wieder entfernte, wodurch 28 Buchstaben übrig blieben.

Phonologie[Bearbeiten]

Filipino/Tagalog ist eine vokalreiche Sprache, /a/ ist der bei weitem häufigste Vokal. Silbenanlaut ist stets ein Konsonant, dies kann der glottale Plosiv /ʔ/ sein. Indigene Wörter besitzen Silben des Baus Kons-Vokal und Kons-Vokal-Kons, Konsonantenkombinationen innerhalb einer Silbe sind selten. Die Silben werden deutlich getrennt ausgesprochen, Silbengelenke sind nicht vorhanden.

Morphologie[Bearbeiten]

Filipino/Tagalog besitzt vorwiegend zweisilbige Wortstämme, deren Mehrzahl auf der letzten Silbe betont wird. Diese können unaffigiert als Substantiv, Adjektiv oder Adverb verwendet werden. Die Sprache besitzt eine größere Anzahl Präfixe, die einzeln und kombiniert verwendet werden. Hinzu kommen zwei Suffixe -an und -in und zwei Infixe -in- und -um-. Von Ausnahmen abgesehen, sind die Affixe nicht wortartspezifisch. Eine eindeutige Einteilung in Wortarten ist problematisch, daher wird der Wortschatz in Inhaltswörter (Verben, Nomina, Adjektive und Adverbien) und Partikel mit zwei Untergruppen Funktionswörter und Alleinwörter eingeteilt.

Verben besitzen besondere morphologische Eigenschaften, die sie von anderen Wortarten unterscheidbar machen. Verbformen sind stets affigiert (es kann jedoch auch der unaffigierte Wortstamm als Kurzform verwendet werden). Alle Verben besitzen ein Flexionsparadigma für Tempus (bzw. Aspekt) mit je einer Form für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Hinzu kommt eine „zeitlose Form“ (oft Nominativ genannt), die mit „jederzeit, irgendwann“ umschrieben werden kann. Von einem Wortstamm werden in der Regel mehrere Aktiv- und Passivverben gebidet, die jeweils ihr eigenes Flexionsparadigma besitzen. Im Prinzip sind Aktiv- und Passivverben in ihrem Bau gleich, die Sprache zieht Passivverben deutlich vor. Für Aktivverben wird das Flexionsparadigma um ein oder mehrere Gerundien ergänzt. Filipinische Verben besitzen keine Personen- und Numerusflexion (von einer Ausnahme abgesehen, auch die anderen Wortarten nicht), so dass Filipino/Tagalog eine flexionsarme Sprache ist.

Syntax[Bearbeiten]

Der filipinische Regelsatz besteht aus zwei gleichwertigen Teilen, die als Prädikat und Subjekt bezeichnet werden können. Im Allgemeinen folgt das Subjekt dem Prädikat. Unabhängige Phrasen können den Satz erweitern. Alle anderen Phrasen (Satzteile) sind Teil von Prädikat und Subjekt und diesen kaskadenförmig untergeordnet. Das Subjekt besitzt eine besondere Eigenschaft, die der semantischen Bestimmtheit. Fehlt die Bestimmtheit, kann die entsprechende Phrase nicht Subjekt im Satz sein. Insbesondere kann das Subjekt nicht erfragt werden.

Eine Besonderheit der filipinischen Sprache ist, dass den Funktionsphrasen (neben Prädikat und Subjekt gibt es vier weitere) in der Regel einsilbige Bestimmungswörter vorangestellt werden, die die syntaktische Funktion der Phrase anzeigen, aber keinen semantischen Inhalt besitzen. Deshalb kann im filipinischen Satz die Reihenfolge der Phrasen oft frei gewählt werden, da ihre Funktion im Satz oder in einer untergeordneten Phrase durch das Bestimmungswort eindeutig festgelegt ist. Das System der Bestimmungswörter erlaubt weiterhin, dass nahezu jedes Inhaltswort in nahezu jeder Funktionsphrase verwendet werden kann. Eine Beziehung wie in indoeuropäischen Sprachen von Prädikat = Verb und Subjekt = Nomen besteht also nicht, insbesondere können andere Wörter als Verben das Prädikat bilden (es gibt keine Hilfsverben, da sie nicht nötig sind).

Ein filipinischer Satz enthält also nicht zwingend ein Verb. Trotzdem bildet in der Mehrzahl der filipinischen Sätze ein Verb das Prädikat. Ein Argument das Verbes wird zum Subjekt bestimmt (es steht dann „im Fokus“ des Verbes). Dieses kann der Täter sein, ist jedoch häufiger das Tatobjekt oder auch der Empfänger, der Zielort, ein Werkzeug oder anderes. Entsprechend wird ein Verb mit einer bestimmten Affigierung aus der Wortfamilie gewählt, um die semantische Funktion des Fokus und der anderen Verbargumente anzuzeigen. Diese Fokuswahl erlaubt eine große Ausdruckvielfalt im filipinischen Satz. Hinzu kommt, dass auch Prädikat und Subjekt ihre syntaktischen Funktionen tauschen können. Dies ermöglicht, einem Nomen ohne semantische Bestimmtheit den Platz des Prädikates zuzuweisen, während das Verb die syntaktische Funktion des Subjektes übernimmt und dessen Bestimmungswort erhält.

Die filipinische Sprache besitzt eine Anzahl enklitischer Adverbien, die ihrem Bezugswort nachgestellt werden. Eine Besonderheit ist, dass pronominale Subjekte (und auch andere Pronomen) sich ebenfalls enklitisch verhalten können und dann den filipinischen Satzbau entscheidend verändern können.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. P. Kelz und H. F. Samson: Wörterbuch Filipino-Deutsch Deutsch-Filipino. ISBN 3-427-62014-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Filipino – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen