Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

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Das Logo der Filmförderung

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH (FFHSH) unter der geschäftsführenden Leitung von Eva Hubert ist die regionale Filmförderinstitution der beiden Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie entstand 2007 aus der Fusion der FilmFörderung Hamburg GmbH und der MSH – Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein.

Zu den von der FFHSH unterstützten Projekten zählen Erfolgsproduktionen wie Gegen die Wand (Gewinner des Goldenen Bären, Berlinale 2005) und Auf der anderen Seite (2007) von Fatih Akın, Detlev Bucks Filme Hände weg von Mississippi (2007) und Männerpension (1996) sowie Lippels Traum von Lars Büchel (2008). Internationale Koproduktionen, z. B. Roman Polanskis Der Ghostwriter (2010) und Kick it like Beckham von Gurinder Chadha (2002), gehören ebenso ins Förderportfolio der FFHSH wie die Unterstützung unabhängiger Dokumentarfilmer wie z. B. Monika Treut, Christian Bau, Thomas Tielsch sowie die Stärkung des regionalen Filmnachwuchses.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Aufgabe der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) ist es, Kinofilme und außergewöhnliche Fernsehproduktionen aller Genres zu unterstützen: vom ersten Drehbuchentwurf über die Produktion bis hin zum Verleih und Vertrieb sowie der Festivalpräsentation.

Jährlich stehen der FFHSH Fördermittel in Höhe von ca. 11 Mio. Euro zur Verfügung (Stand: Budget 2010). Zwei Gremien, bestehend aus erfahrenen Branchenkennern, entscheiden je dreimal jährlich über die Vergabe der Mittel: Gremium 1 ist für Produktionen mit Herstellungskosten über 800.000 Euro zuständig, Gremium 2 entscheidet über Projekte mit einem Produktionsvolumen von bis zu 800.000 Euro. Entscheidungskriterien für eine Förderung sind u.a. die inhaltliche Qualität des jeweiligen Projektes sowie ein regionaler Bezug. Hierzu gehören z. B. die Stärkung der Drehregion Hamburg Schleswig-Holstein sowie die Nutzung von ansässigen Fachkräften und filmtechnischen Betrieben.

Als eigenständiger Förderbereich agiert die Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FWHSH) mit jährlich zwei Einreichterminen und einem Fördervolumen von ca. 250.000 Euro. Seit Januar 2010 arbeitet auch das EU-geförderte New-Media-Projekt „First Motion“ unter dem Dach der FFHSH. Im Verbund von elf Partnern aus sieben Ländern des baltischen Raums fördert „First Motion“ mit der FFHSH als Leadpartner die crossmediale Entwicklung der kreativen Industrie in der Ostseeregion. Mit der Film Commission (FCHSH) bietet die FFHSH zudem eine zentrale Anlauf- und Informationsstelle für Anfragen zu Dreharbeiten in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Service[Bearbeiten]

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH (FFHSH) verfolgt aktuelle Entwicklungen auf dem Film- und Fernsehmarkt und bietet mit zahlreichen Veranstaltungen und Seminaren zu branchenrelevanten Themen wie Filmfinanzierung, Film und Recht und Digitalisierung Produzenten und Filmemachern Orientierung und konkrete Hilfe. Die Veranstaltungsreihe „Film im Gespräch“ in Kooperation mit dem Hamburger Abaton Kino präsentiert außerdem regelmäßig aktuelle Förderprojekte und lädt im Anschluss an die Vorführung zu einem Publikumsgespräch mit dem jeweiligen Regisseur, Produzenten und/oder anderen Produktionsbeteiligten ein. Auch international verfügt die FFHSH über ein breites Netzwerk, hilft Filmemachern bei der Kontaktaufnahme zu ausländischen Produzenten und unterstützt so die Entwicklung internationaler Koproduktionen.

Die Filmwerkstatt Kiel (FWHSH) fördert unter dem Dach der FFHSH u.a. mit der Bereitstellung von technischem Equipment, mit regionaler Nachwuchsarbeit und Festivalförderung die kreative Szene in Schleswig-Holstein. Das von der EU unterstützte Projekt „First Motion“ arbeitet als Regionalentwicklungs- und Forschungsprojekt zur digitalen Zukunft der Kreativindustrien in sieben Ländern des Ostseeraums. Einmal jährlich können innovative Projektideen zur Entwicklungsförderung eingereicht werden.

Die Film Commission (FCHSH), die mit Büros in Hamburg und Kiel vertreten ist, berät Produzenten aus dem In- und Ausland in allen Fragen rund um den Dreh in der Nordregion, hilft bei der Motivsuche, vermittelt Ansprechpartner und Kontakte zu Branchenfachleuten, Behörden und Dienstleistern.

Chronik (Auszug)[Bearbeiten]

Die Geschichte der FFHSH geht auf die Entwicklung unterschiedlicher Filmfördersysteme in Hamburg und Schleswig-Holstein seit Ende der 1970er Jahre zurück.

1979 etablieren bekannte Filmschaffende wie Hark Bohm, Wim Wenders, Werner Herzog, Reinhard Hauff und Volker Schlöndorff in Hamburg das „Filmfest der Filmemacher“ und veröffentlichen die „Hamburger Erklärung“ gegen die Fremdbestimmung des deutschen Films durch Institutionen und Interessengruppen. Zu diesem Zweck wird im selben Jahr das Hamburger Filmbüro e.V. gegründet. Erste Geschäftsführerin ist die spätere Produzentin Helga Bähr.

1980 beschließt die Hamburgische Bürgerschaft eine kulturelle Filmförderung. Die Fördergelder, die die Kulturbehörde bereitstellt, werden über das Hamburger Filmbüro e.V. an die Filmemacher selbst ausgezahlt. Zwei Jahre später wird mit dem Filmförderausschuss der Wirtschaftsbehörde auch eine wirtschaftliche Filmförderung installiert, die Fördermittel werden an Produzenten vergeben.

1988 erfolgt die Umbenennung des Filmförderausschusses in Film Fonds Hamburg, dessen Geschäftsführung Dieter Kosslick, der heutige Indendant der Internationale Filmfestspiele Berlin, übernimmt. Die Geschäftsführung des Filmbüros, die seit 1983 bei Dieter Kosslick lag, übernimmt Torsten Teichert.

1989 gründen das Hamburger Filmbüro und der Film Fonds Hamburg das VertriebKontor als gemeinsame Plattform für Verleih- und Vertriebsförderung. Im selben Jahr entsteht im nördlichsten deutschen Bundesland der Verein Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein, dessen Ziel die regionale Förderung filmkultureller Arbeit durch Beratung, finanzielle Unterstützung und Weiterbildung ist. Angeschlossen wird die produktionsorientierte Filmwerkstatt in Kiel unter der Leitung von Bernd-Günther Nahm, in Lübeck entsteht außerdem das Filmbüro.

1993 wird unter der Leitung von Andrea Kunsemüller die MSH – Gesellschaft zur Förderung audiovisueller Werke in Schleswig-Holstein gegründet. Die MSH, deren Gesellschafter der NDR und die Unabhängige Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR) sind, fördert Produktionen und bezuschusst Produktionsvorbereitung, Drehbuchentwicklung und Hörfunkprojekte. Zur Präsentation geförderter Projekte gründen die Kulturelle Filmförderung Schleswig-Holstein e.V. und das Kommunale Kino Kiel das „Filmfest Schleswig-Holstein Augenweide“.

1995 werden das Hamburger Filmbüro, der Film Fonds Hamburg und das VertriebKontor zusammengefasst, ihre Aufgaben übernimmt ab 1.7. die neu gegründete FilmFörderung Hamburg GmbH (FFHH). Alleinige Gesellschafterin ist die Freie und Hansestadt Hamburg.

1996 erhält die FFHH als 100-prozentige Tochter die Beratungsstelle für das europäische Filmförderprogramm: die MEDIA Desk Deutschland GmbH, seit 2000 geleitet von Cornelia Hammelmann.

1999 erfolgt die Zusammenführung der Kulturellen Filmförderung S-H e.V. mit der Filmwerkstatt Kiel und dem Lübecker Filmbüro am Standort Kiel.

2002 startet die FFHH die Veranstaltungsreihe „Film im Gespräch“ in Kooperation mit dem Hamburger Abaton Kino und die „Hamburger Filmworkshops“ mit der Anwaltskanzlei Unverzagt – von Have (aktueller Veranstaltungsname 2010: „Film und Recht“).

2003 firmiert die Filmfest Hamburg GmbH mit Festivalleiter Albert Wiederspiel als 100-prozentige Tochter der FFHH.

2004 feiert die MSH ihr zehnjähriges Bestehen. Ein Jahr später begeht auch die FFHH ihr Zehn-Jahr-Jubiläum. Beide Institutionen unterzeichnen ein Abkommen, in dem 15 % der Regionaleffekte gegenseitig anerkannt werden.

2007 fusionieren die FFHH und die MSH mit der Unterzeichnung des erweiterten Gesellschaftervertrags und unter der geschäftsführenden Leitung von Eva Hubert zur Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH (FFHSH). Ab 11. Juli übernimmt die FFHSH die Geschäfte der FFHH und die Aufgaben der MSH. Als weitere Gesellschafterin kommt neben der Freien und Hansestadt Hamburg die Landesregierung Schleswig-Holstein hinzu. Die Filmwerkstatt Kiel führt ihre Arbeit unter dem Dach der FFHSH weiter.

2009 feiern die Kulturelle Filmförderung S-H e.V. und die Filmwerkstatt Kiel ihr 20-jähriges Bestehen.

2010 steht im Zeichen eines weiteren Jubiläums: „30 Jahre Filmförderung in Hamburg.“

Struktur[Bearbeiten]

Gesellschafter der FFHSH GmbH sind die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg sowie die Staatskanzlei der Landesregierung Schleswig-Holstein in Kiel. Am jährlichen Fördervolumen der FFHSH beteiligen sich die TV-Sender NDR und ZDF mit jeweils 1 Mio. Euro (Stand: Haushalt 2010). Standort der FFHSH ist Hamburg mit der Filmwerkstatt in Kiel und Büros der Film Commission der FFHSH in beiden Landeshauptstädten.

Aufsichtsrat[Bearbeiten]

Der Aufsichtsrat der FFHSH besteht aus drei Vertretern der Gesellschafterländer und sechs Fachleuten der Film- und Medienbranche. Die Aufgaben des Aufsichtsrates umfassen u.a. die Verabschiedung des Wirtschaftsplans, der Vergaberichtlinien, die Ernennung des Geschäftsführers/der Geschäftsführerin und die Auswahl der Mitglieder der Vergabegremien. Derzeit gehören folgende Personen dem Aufsichtsrat an (Stand: 2010):

Gremien[Bearbeiten]

Über die Vergabe der Fördermittel der FFHSH entscheiden zwei Gremien, die je dreimal jährlich tagen. Gremium 1 ist für Filmprojekte mit Herstellungskosten über 800.000 Euro zuständig, Gremium 2 entscheidet über Produktionen mit Herstellungskosten von bis zu 800.000 Euro. Die Vergabegremien bestehen aus je sechs Mitgliedern. Gremium 1 setzt sich aus drei Branchenfachleuten, zwei Redakteuren und der Geschäftsführerin der FFHSH zusammen. In Gremium 2 entscheiden drei Branchenkenner, eine Sender-Vertreterin, der Leiter der FWHSH und die Geschäftsführerin der FFHSH. Die Ausschussmitglieder werden vom Aufsichtsrat für die Dauer von jeweils drei Jahren bestimmt.

Mitglieder von Gremium 1:

  • Christian Granderath, NDR, Programmbereichsleiter Fernsehfilm, Spielfilm und Theater, Hamburg
  • Alfred Holighaus (bis April 2014), Geschäftsführer Deutsche Filmakademie, Berlin
  • Eva Hubert, Geschäftsführerin Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH, Hamburg
  • Claudia Landsberger, Head of EYE International, Amsterdam
  • Peter Preisser, Film Business Consultant, Hamburg
  • Caroline von Senden, ZDF, Redaktionsleiterin Fernsehspiel I, Mainz
  • Dr. Andreas Ströhl (ab April 2014), Goethe-Institut München, Leiter Kultur und Information

Stellvertreter/innen:

  • Sophie Molitoris, Molitoris-Casting, Dozentin für Casting an der Hamburg Media School, Hamburg
  • Sebastian Schipper, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur, Berlin

Mitglieder von Gremium 2:

  • Barbara Denz, NDR, Redakteurin Dokumentation & Reportage, Hamburg
  • Maike Mia Höhne (bis März 2014), Filmemacherin und Kuratorin »Berlinale Shorts«, Hamburg
  • Eva Hubert, Geschäftsführerin Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH, Hamburg
  • Katrin Klamroth, Dramaturgin und Filmemacherin, Kulturmanagerin, Hamburg
  • Joachim Kühn, Geschäftsführer REAL FICTION Filmverleih, Köln
  • Arne Sommer, Leiter Filmwerkstatt, Kiel
  • Andres Veiel (ab März 2014), Regisseur und Autor, Berlin

Stellvertreter/innen:

  • Maike-Mia Höhne (ab März 2014), Filmemacherin und Kuratorin »Berlinale Shorts«, Hamburg
  • Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer, Moderator und Autor, Berlin

Tochterfirmen[Bearbeiten]

Als 100-prozentige Tochterfirmen der FFHSH firmieren seit 1996 die MEDIA Desk Deutschland GmbH, eine Beratungsstelle für das europäische Filmförderprogramm, und seit 2003 die Filmfest Hamburg GmbH.

Kooperationspartner[Bearbeiten]

Die FFHSH kooperiert mit

Weblinks[Bearbeiten]