Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern
Das filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern ist ein Filmfestival in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2007 ist es der Nachfolger des filmkunstfestes Schwerin und gilt mit rund 17.000 Besuchern im Jahr als das größte Publikumsfestival der Neuen Bundesländer.
Veranstalter und Veranstaltungsorte[Bearbeiten]
Das filmkunstfest M-V wurde im Wendejahr 1991 von norddeutschen Filmemachern ins Leben gerufen und wird jetzt von der gemeinnützigen Filmland M-V GmbH veranstaltet. Es findet in der ersten Maiwoche des Jahres in der Landeshauptstadt Schwerin statt. Hauptspielstätte ist das Schweriner Kino Capitol. Weitere Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen oder Ausstellungen finden u. a. in den Schweriner Höfen, im „Schleswig-Holstein-Haus“, im Staatlichen Museum Schwerin, dem Schweriner Dom, dem E-Werk, dem Soziokulturellen Zentrum "Der Speicher", dem Stadtkrug und im Ruderhaus statt.
Ehrenpreis des Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten]
Der Goldene Ochse (Anspielung auf das Landeswappen von Mecklenburg) ist der Ehrenpreis des filmkunstfestes M-V, vergeben für herausragende Beiträge zur nationalen Filmkultur. Bisherige Preisträger:
- 2002: Frank Beyer
- 2003: Mario Adorf
- 2004: Götz George
- 2005: Senta Berger und Michael Verhoeven
- 2006: Bruno Ganz
- 2007: Hannelore Elsner
- 2008: Klaus Maria Brandauer
- 2009: Michael Ballhaus
- 2010: Manfred Krug
- 2011: Katrin Sass
- 2012: Otto Sander
- 2013: Michael Gwisdek
Jurys seit 2012[Bearbeiten]
Spielfilmwettbewerb
- 2012: Renate Krößner, Maria Schrader, Ulrich Matthes, Jan Schomburg, Rudolf Worschech (epd Film)
- 2013: Sheri Hagen, Sarah-Judith Mettke, Hinnerk Schönemann, Ludwig Trepte, Patrick Seyboth (epd Film)
Jury der deutschsprachigen Filmkritik in der FIPRESCI (Spielfilmwettbewerb)
- 2012: Beat Glur (Journalist), Hans Christian Leitich (Filmkritiker), Ingrid Beerbaum (freie Journalistin, Filmkritikerin)
- 2013: Sonia Lazslo, Wilfried Hippen, Rolf Breiner
Kurzfilmjury
- 2012: Jule Böwe, Winfried Glatzeder, André Hennicke, Sven Taddicken, Christian Granderath
- 2013: Luisa Sappelt, Charly Hübner, Heinz Herrmanns, Wolfgang Winkler, Thorsten Merten
Spielfilmwettbewerb[Bearbeiten]
Nach dem Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken gilt das filmkunstfest M-V in Schwerin als eines der wichtigsten Nachwuchsfestivals in Deutschland. Im Spielfilmwettbewerb treten zehn Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um den Hauptpreis Fliegender Ochse und sieben weitere Auszeichnungen an. Verliehen werden die Preise:
Hauptpreis Der Fliegende Ochse[Bearbeiten]
Der Fliegende Ochse ist der Hauptpreis beim Spielfilmwettbewerb des Filmkunstfestes. Er wird gestiftet vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Mecklenburg-Vorpommern und ist seit 2012 mit 10.000 Euro dotiert. Der Spielfilmwettbewerb mit aktuellen Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz steht gemeinsam mit den Wettbewerben für Dokumentarfilme und Kurzfilme im Zentrum des Festivals.
Preisträger seit 1997:
- 1997: Helke Misselwitz für Engelchen
- 1998: Andreas Dresen für Raus aus der Haut
- 1999: Andreas Dresen für Nachtgestalten
- 2000: Franziska Buch für Verschwinde von hier
- 2001: Esther Gronenborn für 99 Euro Balkan Rhapsody
- 2002: Ulrich Köhler für Bungalow
- 2003: Anne Wild für Mein erstes Wunder
- 2004: Michael Sturminger für Hurensohn
- 2005: Esther Gronenborn für Adil geht
- 2006: Benjamin Heisenberg für Schläfer
- 2007: Barbara Albert für Fallen
- 2008: Götz Spielmann für Revanche
- 2009: Arash T. Riahi für Ein Augenblock Freiheit
- 2010: Franz Müller für Die Liebe der Kinder
- 2011: Jan Schomburg für Über uns das All
- 2012: Hans-Christian Schmid für Was bleibt
- 2013: Friederike Jehn für Draussen ist Sommer
NDR-Regiepreis[Bearbeiten]
Gestiftet vom Norddeutschen Rundfunk. Preisträger seit 2007:
- 2007: Oliver Rihs für Schwarze Schafe
- 2008: Stefan Jäger für Hello Goodbye
- 2009: Arash T. Riahi für Ein Augenblock Freiheit
- 2010: Jasmila Žbanić für Zwischen uns das Paradies (Na Putu)
- 2011: Christine Repond für Silberwald
- 2012: Sarah-Judith Mettke für Transpapa
- 2013: Stephan Lacant für Freier Fall
Nachwuchsförderpreis[Bearbeiten]
Gestiftet von der DEFA-Stiftung. Preisträger seit 2007:
- 2007: Ann-Kristin Reyels für Jagdhunde
- 2008: Brigitte Maria Bertele für Nacht vor Augen
- 2009: Almut Getto für Ganz nah bei Dir
- 2010: Dietrich Brüggemann für Renn, wenn Du kannst
- 2011: Andreas Kannengießer für Vergiss Dein Ende
- 2012: Vergeben im Dokumentarfilmwettbewerb
- 2013: Aron Lehmann für Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeiten der Mittel
Publikumspreis[Bearbeiten]
Gestiftet von der Schweriner Volkszeitung (SVZ). Preisträger seit 2007:
- 2007: Bernd Böhlich für Du bist nicht allein
- 2008: Christian Schwochow für Novemberkind
- 2009: Andreas Kleinert für Haus und Kind
- 2010: Damir Lukacevic für Transfer
- 2011: Anna Justice für Die verlorene Zeit
- 2012: Bernd Böhlich für Bis zum Horizont, dann links!
- 2013: Bettina Blümner für Scherbenpark
Preis für die beste darstellerische Leistung[Bearbeiten]
Gestiftet von Sky Deutschland. Vergeben seit 2012:
- 2012: Devid Striesow und Luisa Sappelt in Transpapa (Preis geteilt)
- 2013: Lina Wendel in Silvi
Nachwuchsdarstellerpreis[Bearbeiten]
Gestiftet von den Stadtwerken-Schwerin. Vergeben seit 2008:
- 2008: Anna Maria Mühe in Novemberkind
- 2009: Ludwig Trepte in Ein Teil von mir
- 2010: Jacob Matschenz in Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung
- 2011: Jasna Fritzi Bauer in Ein Tick anders
- 2012: Alina Levshin in Kriegerin
- 2013: Maria Victoria Dragus in Draussen ist Sommer
CineStar[Bearbeiten]
Gestiftet von der CineStar-Gruppe/Greater Union GmbH & Co. KG. Vergeben seit 2008:
- 2008: Bernd Böhlich für Der Mond und andere Liebhaber
- 2009: Almut Getto für Ganz nah bei Dir
- 2010: Dietrich Brüggemann für Renn, wenn Du kannst
- 2011: Marc Bauder für Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen
- 2012: Bernd Böhlich für Bis zum Horizont, dann links!
- 2013: Bettina Blümner für Scherbenpark
Preis für die beste Tongestaltung[Bearbeiten]
Gestiftet von Studio Mitte, Berlin. Vergeben seit 2009:
- 2009: Jan Henrik Stahlberg und Marcus Mittermeier für Short Cut to Hollywood
- 2010: Reinhold Heil und das Tonstudio DIE BASISberlin für Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung, Regisseur: Oliver Kienle
- 2011: Benno Belke für Mein Prinz. Mein König., Regisseur: Ciril Braem Tscheligi
- 2012: Wie man leben soll von David Schalko
- 2013: nicht vergeben
Preis der Jury der deutschsprachigen Filmkritik in der FIPRESCI[Bearbeiten]
Vergeben seit 2011:
- 2011: Dirk Lütter für Die Ausbildung
- 2012: Sarah-Judith Mettke für Transpapa
- 2013: Bettina Blümner für Scherbenpark
Drehbuchpreis[Bearbeiten]
Gestiftet von Weinhandel Höglinger. Vergeben nur 2009:
- 2009: Wolfgang Kohlhaase für Haus und Kind
Kurzfilmwettbewerb[Bearbeiten]
Im Kurzfilmwettbewerb konkurrieren gleichfalls zehn Filme aus dem deutschsprachigen Raum um drei Preise:
Hauptpreis der Landeshauptstadt Schwerin
Bisherige Preisträger:
- 2007: Michael Dreher für Fair Trade
- 2008: Susann Schimk für Begegnung
- 2009: Andrzej Król für Birthday
- 2010: Bernadette Knoller für Mein Mallorca
- 2011: Eva Becker für n gschichtn
- 2012: Leonie Krippendorff für Streuner und Liv Scharbatke und Jörg Rambaum für Olgastraße 18 (Preis geteilt)
- 2013: Barbara Marheineke für Grünes Gold
„Findling“ – Preis des Landesverbandes Filmkommunikation e.V. des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Vergeben in Form einer Tournee durch die Kommunalen Kinos Mecklenburg-Vorpommern. Bisherige Preisträger:
- 2007: Jan Peters für Wie ich ein freier Reisebegleiter wurde
- 2008: Jan Zabeil für Was weiß der Tropfen davon
- 2009: Volker Schlecht für Germania Wurst
- 2010: Olga Petrova für Marivanna
- 2011: Florian Borkamp für Der Stift und sein Sheriff
- 2012: Liv Scharbatke und Jörg Rambaum für Olgastraße 18
- 2013: Dietrich Brüggemann von One Shot
Preis für die beste Bildgestaltung
Vergeben seit 2010 durch Artia Nova Film:
- 2010: Jakob Süß für Faustschlag, Regisseur: Malte Ollroge
- 2011: Falko Lachmund für Rausch, Regisseurin: Verena Jahnke
- 2012: Alexander Griesser für Kursdorf, Regisseur: Michael Schwarz
- 2013: nicht vergeben
Dokumentarfilmwettbewerb[Bearbeiten]
Publikumspreis[Bearbeiten]
Gestiftet von RPV Regionalpaket Vertriebsgesellschaft mbH, Vergeben seit 2009:
- 2009: Britta Wauer für Gerdas Schweigen
- 2010: Meike Materne für Katharina Joachim – genannt Thalbach
- 2011: Dieter Schumann für Wadans Welt
- 2012: Andreas Dresen für Herr Wichmann aus der dritten Reihe
- 2013: Malou Berlin für Nach dem Brand
Nachwuchsförderpreis[Bearbeiten]
Gestiftet von der DEFA-Stiftung. 2012 vergeben im Dokumentarfilmwettbewerb:
- 2012: Marten Persiel für This Ain't California
Kinder- und Jugendfilm-Reihe[Bearbeiten]
Der Leo[Bearbeiten]
Vergeben seit 2013 durch eine Kinder- und Jugendjury, gestiftet von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin:
- 2013: Puppe von Sebastian Kutzli
Weitere Preise außerhalb der Filmreihen[Bearbeiten]
film residence mecklenburg-vorpommern – Stipendium für Drehbuch[Bearbeiten]
Vergeben seit 2010 als Stipendium in Kooperation mit dem Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop
- 2010 Ulrike Vahl
- 2011 Sven Taddicken
- 2012 Stefan Stabenow
- 2013 Alexandra Schmidt
Vielfaltspreis[Bearbeiten]
Vergeben seit 2012 in Kooperation mit der Initiative "Wir. Erfolg braucht Vielfalt"
- 2012: David Wnendt für Kriegerin
- 2013: Malou Berlin für Nach dem Brand
Weitere Filmreihen[Bearbeiten]
In der Reihe Hommage wird der Ehrenpreisträger mit einem Querschnitt seines filmischen Schaffens vorgestellt.
Das NDR-Special zeigt neueste Produktionen des Medienpartners als Preview.
In der Reihe gedreht in M-V werden aktuelle Filmproduktionen gezeigt, die in Mecklenburg-Vorpommern gedreht wurden.
Cinema of the World – FIPRESCI-Preiträger stellt internationale Filme vor, die auf anderen Festivals mit einem Preis der Internationalen Vereinigung der Filmkritiker und Filmjournalisten FIPRESCI ausgezeichnet wurden.
die jungen wilden ist seit 2012 eine Reihe, in der unkonventionelle deutschsprachige Produktionen junger Regisseure gezeigt werden.
In der Länderreihe präsentiert sich seit 1998 jeweils ein Gastland mit aktuellen Spielfilmen und Klassikern. Folgende Länder waren Gastland der Länderreihe:
Filmforum Länderreihe:
- 1998: Skandinavien
- 1999: Niederlande
- 2000: Frankreich
- 2001: Italien
- 2002: Polen
- 2003: Ungarn
- 2004: Island
- 2005: Schweiz
- 2006: Portugal
Länderreihe:
- 2007: Norwegen
- 2008: Österreich
- 2009: USA
- 2010: Deutschland
- 2011: Israel
- 2012: Russland
- 2013: Großbritannien
Kurzfilmnacht[Bearbeiten]
Auf der traditionellen Kurzfilmnacht, die in den meisten Jahren im soziokulturellen Zentrum Speicher stattfindet, wird der Publikumspreis Golden Moon vergeben.
- 1993: Thomas Struck für Kleiner Furz
- 1994: Rainer Matsutani für Klinik des Grauens
- 1995: Uli Gaulke für Irgendwo in Deutschland
- 1996: Katarina Peters für Mascha und Gelb
- 1997: Janek Rieke für Jenseits von Schweden
- 1998: Manuel und Marian Piper für Luft und Liebe
- 1999: Dylan De Jong für Johnny
- 2000: Wim Wenders für Alabama: 2000 Light Years
- 2001: Guenter Schulz für Face It
- 2002: Virgil Vildrich für Copy Shop
- 2003: Zoltan Blank für Erinnerungen – Der Rabe im Käfig
- 2004: Henning Hesse für Rosenreigen
- 2005: Karl Heinz Lotz für Banküberfall (Arbeitstitel)
- 2006: Martin Molter für Bier | Bernd Scharfenberg für Satisfaction – Entnazifizierung durch Blues
- 2007: Thomas Pönitz für Afrika
- 2008: Marina Hartfelder für Das Spiel des Wahnsinns
- 2009: Frauke Thielecke für Abendlied
- 2010: Verena Fels für mobile
- 2011: Holger Löwe für Regeln der Filmkunst
- 2012: Christian Ricken für Schwitzkasten
- 2013: Sascha Quade für Meyer
Forum der Künste[Bearbeiten]
Das Forum der Künste (zeitweise auch Werkstatt der Künste), das mit der jeweiligen Länderreihe korrespondiert, spielt mit Ausstellungen, Lesungen, Theater und Konzerten auf die Querverbindungen des Films mit den anderen Künsten an.
Festivalzeitung[Bearbeiten]
Filmab! ist ein Projekt des Jugendmedienverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V. Die Begleitzeitschrift zum filmkunstfest M-V wird während des Festivals täglich von jungen Medienmachern erstellt.
Künstlerische Leitung[Bearbeiten]
- 1991: Dieter Schumann
- 1991–1993, 1998: Ulrich Kavka (Leitung Forum der Künste)
- 1992–April 2010: Hasso Hartmann
- April–Dezember 2010: Saskia Walker und Stefan Fichtner
- 2011–Mai 2012: Stefan Fichtner
- seit Juni 2012: Oliver Hübner
Weblinks[Bearbeiten]
- Internetauftritt des filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern
- Internetauftritt des Veranstalters Filmland Mecklenburg-Vorpommern gGmbH
- Homepage der kostenlosen Begleitzeitschift filmab! des JMMV