Filmpreis Sebastiane

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Sebastiane estatua.jpg

Der Filmpreis Sebastiane wird seit dem Jahr 2000 an herausragende Filme oder Dokumentarfilme verliehen, die sich mit dem Dasein und der Realität von Homosexuellen, Transgenden und Bisexuellen auseinandersetzen. Er wird jedes Jahr im September im Rahmen des Filmfestivals Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián (Donostia Zinemaldia-Festival de San Sebastián) verliehen. Eine Jury, bestehend aus Vertretern der Abteilungen des Festivals Sección Oficial, Zabaltegui, Horizontes Latinos, Made in Spain, prämiert die besten Filme.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 entstand unter den Mitgliedern der Gehitu-Organisation, eine homosexuelle, bisexuelle und transgender Organisation aus dem Baskenland die Idee im Rahmen des Filmfestivals San Sebastian (Zinemaldia) einen schwul-lesbischen Filmpreis zu schaffen.

Damit wurde beabsichtigt, wie es bereits seit 1987 mit dem Teddy Award auf der Berlinale der Fall ist, dass der Preis Filmen mit homosexuellen Hintergrund helfen soll, mehr Relevanz in Filmtheatern sowie in Massenmedien zu verschaffen.

Krámpack ("Nico und Dani" auf Deutsch), vom Filmregisseur Cesc Gay, war der erste Film, der mit dem Sebastiane Filmpreis ausgezeichnet wurde. Der Film erzählt humorvoll und einfühlsam das sexuelle Erwachen von zwei Teenagern. Die Jury der Preisvergabe setzte sich aus dem Schriftsteller Luis G. Martin, der Filmkritikerin Begoña del Teso, Angel Retamar von der Zeitschrift Zero sowie den Mitgliedern der Gehitu-Organisation, Patricia García und David Montero, zusammen.

Der vergebene Name des Filmpreises Sebastiane beruht auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1976 des britischen Regisseurs Derek Jarman. Es war sein erster Film, in dem er introspektiv den römischen Soldaten Sebastian, Märtyrer des Christentums, später ein Heiliger des Mittelalters, porträtierte, und sich schließlich zu einer homoerotische Ikone erhoben wird.

Der heilige Sebastian ist einerseits Schutzpatron und die Hauptfigur der Stadt Donostia-San Sebastián. Andererseits verkörpert der heilige Sebastian das Sinnbild der homosexuellen Kultur und ist somit dafür prädestiniert den Filmpreis des Festivals zu repräsentieren.

Der Preis[Bearbeiten]

Die Preisfigur ist eine Silhouette aus Metall, die den Märtyrer von San Sebastián darstellt: Ein halb nackter Körper, dessen Rumpf durch Pfeile durchstoßen wird. Hinter der besagten Silhouette befinden sich 2 Blöcke aus Edelstahl, welche die 2 Blöcke des Gebäudes “Kursaal”, Sitz des Filmfestivals, nachbilden.

Preisträger[Bearbeiten]

  • 2000: "Krämpack". Filmregisseur: Cesc Gay, (deutsch: Nico und Dani).
  • 2001: "Le fate ignoranti". Filmregisseur: Ferzan Ozpetek.
  • 2002: "Tani tatuwen pyabanna" (Flying with one wing). Filmregisseur: Asoka Handagama.
  • 2003: "Le soleil assassiné". Filmregisseur: Abdelkrim Bahloul.
  • 2004: "Beautiful Boxer". Filmregisseur: Ekachai Uekrongtham.
  • 2005: "Malas temporadas". Filmregisseur: Manuel Martín Cuenca.
  • 2006: "Estrellas de las Línea". Filmregisseur: Chema Rodríguez.
  • 2007: "Caramel". Filmregisseur: Nadine Labaki.
  • 2008: "Vicky Cristina Barcelona". Filmregisseur: Woody Allen.
  • 2009: "Contracorriente". Filmregisseur: Javier Fuentes-León.
  • 2010: "80 egunean". Filmregisseur: José Marí Goenaga & Jon Garaño.
  • 2011: "Albert Nobbs". Filmregisseur: Rodrigo García
  • 2012: "Joven & Alocada". Filmregisseur: Marialy Rivasç
  • 2013: "Dallas Buyers Club". Filmregisseur: Jean-Marc Vallée
  • 2014: "Une nouvelle amie". Filmregisseur: François Ozon[1]

Lateinamerikanischer Sebastiane-Filmpreis (Sebastiane Latino)[Bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde der erste lateinamerikanische Sebastiane-Filmpreis vergeben. Diese Auszeichnung versucht, die LGBT-Werte in der lateinischen Gemeinschaft zu fördern. Die enge Beziehung des Filmfestivals Festival Internacional de Cine de Donostia-San Sebastián mit Lateinamerika unterstützt deses Vorhaben.

Preisträger:

  • 2013: Quebranto, Filmregisseur: Roberto Fiesco (Mexiko)
  • 2014: Praia do Futuro, Filmregisseur: Karim Aïnouz (Brasil)[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://yagg.com/2014/09/28/francois-ozon-recompense-du-prix-sebastiane-pour-une-nouvelle-amie/
  2. http://www.latamcinema.com/noticia.php?id=6362