Fin-Garten

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Kuschak im Bāgh-e Fin, Kaschan
Im Bāgh-e Fin

Der Fin-Garten oder Bāgh-e Fin ist ein Persischer Garten in der Nähe des Dorfes Fin, einige Kilometer südwestlich von Kaschan im Iran. Er verbindet architektonische Elemente aus der Safawiden-, Zand- und Kadscharenzeit. Mit seinen zahlreichen Fontänen, Wasserbecken, Wasserläufen und alten Bäumen zählt er zu den berühmtesten und schönsten Gärten des Iran.

Im westlichen Teil des Gartens befindet sich das Nationalmuseum von Kaschan mit archäologischen Funden unter anderem aus Tappe Sialk, Tschoga Zanbil, Hasanlu, Khorvin und Lorestan. Außerdem sind ethnographische Gegenstände, Kalligraphien (Nastaliq) von Künstlern aus der Kadscharenzeit sowie zeitgenössisches Handwerk ausgestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge des Gartens gehen angeblich auf die Zeit vor den Safawiden zurück. Überreste eines älteren Gartens sollten demnach zugunsten der Neuanlage des Gartens zurückgelassen worden sein. Doch konnte dies bislang nicht nachgewiesen werden [1]. Eine Beschreibung des Bāgh-e Fīn von 1504, als der Safawidische Herrscher Ismail hier empfangen wurde ist überliefert [2].

In seiner heutigen Form wurde der Garten unter dem Safawidenkönig Abbas I. (1571–1629) als traditioneller Persischer Garten erbaut, wie eine Beschreibung aus der Zeit von Abbas II. belegt. Sie ist nicht erhalten[3]. Der Garten wurde als Vision des Paradieses verstanden.

Unter Abbas II. (1633–1666) und unter dem Kadscharenkönig Fatḥ ʿAli Schah (1799–1834) wurde der Garten erweitert und teilweise umgebaut. Alle heute noch sichtbare Gebäude gehen auf Fatḥ ʿAli Schah zurück[4]. 1852 wurde hier Mirza Taghi Chan, bekannt als Amir Kabir, Ministerpräsident des Kadscharenkönigs Nāser ad-Dīn Schah, ermordet; wie es heißt, durch einen Gesandten des Königs. Danach lag der Garten lange brach und wurde bis 1935 mehrmals zerstört. Der Garten wurde 1935 unter Denkmalschutz gestellt und 2007 für die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vorgeschlagen.

Aufbau des Gartens[Bearbeiten]

Der Fin-Garten ist 2,3 Hektar groß und ist von einem Schutzwall mit vier runden Türmen umgeben. Ähnlich wie viele andere Gärten der Provinz verfügt der Fin-Garten über mehrere wasserführende Elemente. Diese werden vor allem aus der Soleymaniyeh Quelle mit Hilfe des Qanatsystems gespeist. Der Wasserdruck ist so hoch, dass eine Reihe von Wasserbecken und Springbrunnen ohne mechanische Pumpen betrieben werden können. Im Garten befinden sich zahlreiche Zypressen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe Artikel zum Bāgh-e Fin (UNESCO-Weblink)
  2. Donald N. Wilber 1957, Bāgh-e Fīn near Kashan. Ars Orientalis 2, 506–508
  3. Donald N. Wilber 1957, Bāgh-e Fīn near Kashan. Ars Orientalis 2, 506-508
  4. Donald N. Wilber 1957, Bāgh-e Fīn near Kashan. Ars Orientalis 2, 506–508

33.94583333333351.371666666667Koordinaten: 33° 56′ 45″ N, 51° 22′ 18″ O