Final Cut Pro

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Final Cut Pro
Entwickler Apple Inc.
Aktuelle Version 10.1.1
(17. Januar 2014)
Betriebssystem Mac OS X
Kategorie Videoschnitt
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
Final Cut Pro

Final Cut Pro ist ein kommerzielles Video- und Filmschnittprogramm, das 1998 von Randy Ubillos für Macromedia unter dem Namen "Keygrip" als Windows-Schnittsystem entwickelt wurde. Heute wird Final Cut Pro von Apple entwickelt und ausschließlich für Mac OS X vertrieben. Die Software ermöglicht den Import unterschiedlicher Videoquellen, den digitalen nichtlinearen Videoschnitt, native Unterstützung für zahlreiche Videoformate sowie Erweiterungsmöglichkeiten und Interoperabilität auf Studioniveau.

Funktionen[Bearbeiten]

Final Cut Pro war von Anfang an als Schnittlösung auf dem Markt, und zwar für viele analoge und digitale Videoformate von DV, später dann auch HD. Auch die Verarbeitung weiterer SD-Videoformate war möglich. So konnte man mit zusätzlicher Videohardware externe Videospieler wie Betacam SP oder Digital Betacam anschließen.

Seit der Version 4.5 (Final Cut Pro HD) kann DVCPRO-HD-Videomaterial mit Hilfe des integrierten Firewire-Anschlusses an einem entsprechend ausgestatteten Power Mac ohne zusätzliche Spezialausrüstung aufgenommen, bearbeitet und ausgegeben werden. Zu den bisherigen Standard-Videoformaten wie z. B. PAL, NTSC (wahlweise 10 oder 8 Bit unkomprimiert), DV, DVCPRO 25, DVCPRO 50, Serial Digital Interface kommen die neuen High-Definition-Formate im progressiven Vollbildformat (25p) oder in verschiedenen Halbbildformaten (interlaced) dazu. Final Cut Pro 4.5 „HD“ unterstützt nativ DVCPRO-HD-Medien sowie sämtliche HDTV-Standards (720p, 1080i, 1080p).

Im Juni 2005 ist Version 5 auf dem Markt erschienen; sie trägt den Namen „Final Cut Pro 5“, ohne den Zusatz „HD“, der 2005 schon zum Standard für Final Cut Pro geworden ist. Neu aufgekommene Videoformate werden integriert, z. B. Panasonic P2, HDV oder XDCAM von Sony. Diese Formate können direkt über Final Cut Pro importiert bzw. mit kostenlosen Plugins "XDCAM Transfer" der Hersteller (Sony) importiert werden. Dabei kann eine XDCAM wahlweise über SDI oder Firewire 400 angesteuert werden. Sie verhält sich dann entweder wie ein Disk Laufwerk oder ein Rekorder.

Final Cut Pro ist seit der NAB-Messe 2006 nicht mehr einzeln erhältlich, sondern ist Bestandteil des Final-Cut-Studio-Paketes. Am 15. April 2007 veröffentlichte Apple die neueste Version „Final Cut Studio 2“. Neben Final Cut Pro 6 selbst sind auch noch das DVD-Authoring-Programm DVD Studio Pro 4.2, das Audiobearbeitungsprogramm Apple Soundtrack, der Titelgenerator LiveType, die Encodier-Software Apple Compressor, das Motion-Graphics-Programm Apple Motion 3, die Negativschnitt-Software Cinema Tools (für echten Filmschnitt von 16 mm, 35 mm oder 70 mm), Color (High-End-Farbkorrektur) sowie Apples Quicktime Pro 7 enthalten. Final Cut Pro 6 unterstützt den Red Digital Cinema Camera Company oder kurz RED Codec nicht nativ, kann diesen aber als Proxy direkt oder als gewandelte YUV-Sequenz importieren. Das Bearbeiten von (RED)RAW-Dateien, 10- oder 12-bit-RGB444 oder von für Kameras wie die Red verwendeten Auflösungen wie 4520×2160 beherrscht FCP allerdings allesamt nicht, und daher wird FCP oft als Offline-Schnittsystem eingesetzt, von dem aus dann Schnitt per EDL an onlinefähige >4K-, >12bit-RGB-Systeme wie beispielsweise Media 100, Blackmagic Davinci, Adobe Premiere oder Iridas Speedgrade übergeben werden.

Am 23. Juli 2009 veröffentlichte Apple Final Cut Pro 7, das in Final Cut Studio 3 enthalten ist. Final Cut Studio bietet in Version 3 nun auch rudimentäre BD-AV-Unterstützung – während der komplette Blu-ray-Standard, der unter anderem auch BD-Java, BD-Menü, 3D, DRM und anderes voraussetzt, von Apple weiterhin zugunsten von iTunes nicht unterstützt wird.

Final Cut Express[Bearbeiten]

2003 veröffentlichte Apple mit Final Cut Express eine kostengünstigere Version von Final Cut Pro, mit derselben Oberfläche, allerdings ohne gewisse Pro-Funktionen. Im Januar 2005 kamen die Pro-Tools Soundtrack und LiveType zu FCE hinzu, ebenso neue HDV-Funktionen. Zwecks Funktionsvereinheitlichung wurde FCE im Juni 2011 eingestellt – zugunsten von Final Cut Pro X.

Final Cut Pro X[Bearbeiten]

Am 21. Juni 2011 erschien Final Cut Pro X. Das Programm wurde komplett neugeschrieben, um vollständig 64-bit kompatibel zu sein sowie OpenCL und Grand Central Dispatch zu unterstützen. Die Version basiert im Aussehen stark auf iMovie. Mit der Version Final Cut Pro X wurde die Suite Final Cut Studio aufgelöst.

Das Farbkorrektursystem Color wurde ersatzlos eingestellt, ebenso das Authoringsystem DVD Studio Pro. Die zuvor integrierten Programme Final Apple Motion und Apple Compressor sind jetzt einzeln erhältlich. Der Vertrieb erfolgt nicht mehr auf DVD, sondern ausschließlich über den Mac App Store.

Wegen dieser Punkte und wegen des Fehlens von Funktionen wie Multicam-Schnitt, dem Importieren von Schnittlisten und der Unterstützung externer Bildschirme hagelte es Kritik aus professionellen Kreisen. In späteren Updates reagierte Apple darauf und reichte einige der fehlenden Funktionen nach, beispielsweise Multicam-Schnitt und Unterstützung des REDCODE RAW-Formates. Letzteres kommt bei professionellen Kameras der Firma RED zum Einsatz.

Es fehlen jedoch weiterhin im Vergleich zu dem eingestellten Final Cut Pro zahlreiche für professionelle Anwender äußerst relevante Funktionen. Entsprechend der neuen Ausrichtung auf die zahlreicheren Nutzer aus dem Amateur- und semi-professionellen Bereich wurde weiterhin der Preis von Final Cut Pro X um rund 70% gesenkt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]