Finaltopologie
Als Finaltopologie bezüglich einer Abbildungsfamilie bezeichnet man in der Topologie die feinste Topologie auf einer Menge X, die diese Familie von Abbildungen aus anderen topologischen Räumen nach X stetig macht. Die Finaltopologie entsteht also durch „Vorwärtsübertragung“ der auf den Urbildräumen vorhandenen topologischen Strukturen auf die Menge X. Dies ist die Anwendung eines allgemeineren Konzepts aus der Kategorientheorie auf topologische Räume, mit der wichtige „natürliche Räume“ wie Quotienten- und Summentopologie in einen gemeinsamen Rahmen gestellt werden können.
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[Bearbeiten] Definition
Gegeben ist eine Menge X, eine Familie von topologischen Räumen
und eine Familie von Abbildungen fi :Yi → X . Eine Topologie S auf X heißt Finaltopologie bezüglich der Familie
wenn sie eine der folgenden gleichwertigen Eigenschaften hat:
- S ist die feinste Topologie auf X, bezüglich der alle Abbildungen
stetig sind. - Eine Teilmenge O von X ist offen (also in S) genau dann, wenn alle ihre Urbilder
in den jeweiligen Urbildräumen offen sind. - Eine Funktion
von X in einen topologischen Raum
ist genau dann stetig, wenn
stetig ist für jedes
der Familie.
[Bearbeiten] Bemerkungen
Die drei Formulierungen der Definition beleuchten unterschiedliche Aspekte der Finaltopologie:
- Hier wird sie als Infimum gewisser Topologien im Verband aller Topologien auf X angesehen: Durch jede einzelne Abbildung
wird aus dem Urbildraum
eine topologische Struktur
auf X übertragen – die Bilder von in
offenen Mengen bilden jeweils eine Basis für eine solche Topologie auf
– und die Finaltopologie S ist der Durchschnitt all dieser Topologien! Mit dieser Definition lässt sich die Existenz der Finaltopologie beweisen. - Diese Definition ist konstruktiv. Mit ihr kann man für beliebige Teilmengen von X entscheiden, ob sie in der Finaltopologie offen sind. Hieraus ergibt sich leicht die Eindeutigkeit dieser Topologie.
- Die abstrakte Charakterisierung durch eine universelle Eigenschaft rechtfertigt die Bezeichnung „Final“-Topologie und gestattet es, diese Strukturen im allgemeineren Rahmen der Kategorientheorie zu betrachten. Die Initialtopologie kann durch die hierzu duale Eigenschaft charakterisiert werden.
[Bearbeiten] Beispiele
- Die Quotiententopologie ist die Finaltopologie bezüglich der kanonischen Projektion auf den Quotientenraum.
- Der Topologische Summenraum einer Familie
von Topologischen Räumen ist die Finaltopologie auf der disjunkten Vereinigungsmenge der Familie bezüglich der kanonischen Inklusionsabbildungen. - Die Kombination der Summen- und Quotientenraumbildung, also das „Verkleben“ mehrerer Topologischer Räume, kann mit der Finaltopologie in einem Schritt vorgenommen werden.
[Bearbeiten] Literatur
- Boto von Querenburg: Mengentheoretische Topologie. 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Springer, Berlin u. a. 1979, ISBN 3-540-09799-6 (Hochschultext).

stetig sind.
in den jeweiligen Urbildräumen offen sind.
von X in einen topologischen Raum
ist genau dann stetig, wenn
stetig ist für jedes
eine topologische Struktur
auf X übertragen – die Bilder von in
– und die Finaltopologie S ist der Durchschnitt all dieser Topologien! Mit dieser Definition lässt sich die Existenz der Finaltopologie beweisen.
von Topologischen Räumen ist die Finaltopologie auf der disjunkten Vereinigungsmenge der Familie bezüglich der kanonischen Inklusionsabbildungen.