Finanzunternehmen

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Ein Finanzunternehmen ist

  • a) ein Begriff aus dem Kreditwesengesetz (KWG) und dient der Abgrenzung verschiedener Unternehmen der Finanzbranche,
  • b) ein Unternehmen, das keine Institut und keine Kapitalverwaltungsgesellschaft oder extern verwaltete Investmentgesellschaft ist.
  • c) eine Finanzholding-Gesellschaft, deren Tochterunternehmen ausschließlich oder hauptsächlich Institute oder Finanzunternehmen sind und die mindestens ein Einlagenkreditinstitut, ein E-Geld-Institut oder ein Wertpapierhandelsunternehmen zum Tochterunternehmen haben.(§ 1 Abs.3a KWG)

Die Haupttätigkeit eines Finanzunternehmens besteht darin,

  1. Beteiligungen zu erwerben und zu halten,
  2. Geldforderungen entgeltlich zu erwerben,
  3. Leasing-Objektgesellschaft zu sein (§ 2 Abs.6 S.1 Nr.17 KWG),
  4. mit Finanzinstrumenten für eigene Rechnung zu handeln,
  5. andere bei der Anlage in Finanzinstrumenten zu beraten,
  6. Unternehmen über die Kapitalstruktur, die industrielle Strategie und die damit verbundenen Fragen zu beraten sowie bei Zusammenschlüssen und Übernahmen von Unternehmen diese zu beraten und ihnen Dienstleistungen anzubieten oder
  7. Darlehen zwischen Kreditinstituten zu vermitteln (Geldmaklergeschäfte)(§ 1 Abs.3 KWG).

Bis zum 31. Dezember 2008 zählten auch noch das Factoring und das Leasinggeschäft dazu. Diese sind aber seit 1. Januar 2009 als Finanzdienstleistungen einzustufen (§ 1 Abs.1a KWG).

Das Bundesministerium der Finanzen kann nach Anhörung der Deutschen Bundesbank durch Rechtsverordnung weitere Unternehmen als Finanzunternehmen bezeichnen.