Findelgletscher

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Findelgletscher
Blick vom Stockhornpass nach Osten auf den Findelgletscher nahe der Eisscheide zum Gornergletscher

Blick vom Stockhornpass nach Osten auf den Findelgletscher nahe der Eisscheide zum Gornergletscher

Lage Kanton Wallis, Schweiz
Gebirge Walliser Alpen
Typ Talgletscher
Länge 7,3 km (2011)[1]
Fläche 13,08 km² (2010)[2]
Exposition Nährgebiet Nordwest, Zehrgebiet West
Höhenbereich 3'911 m ü. M. – 2'550 m ü. M. (2006)[2]
Neigung ⌀ 10° (18%) [3]
Eisvolumen 1,89 ± 0,47 km³ (1995)[4]
Koordinaten 631261 / 9537146.0091666666677.84222222222223230.5Koordinaten: 46° 0′ 33″ N, 7° 50′ 32″ O; CH1903: 631261 / 95371
Findelgletscher (Wallis)
Findelgletscher
Entwässerung Findelbach, Matter Vispa, Vispa, Rhone

Der Findelgletscher (auch Findelngletscher und Findelengletscher genannt) ist ein Talgletscher im Monte-Rosa-Massiv östlich von Zermatt, im Süden des Kantons Wallis. Der Gletscher mit ausgeprägter Zunge war im Jahr 2010 bei eine Fläche von etwas mehr als 13 km² etwa 7,3 km lang.[2] Seit den 1970er Jahren hat er sich, unterbrochen von einem Vorstoss in den 1980er Jahren, um mehr als einen halben Kilometer zurückgezogen.[1] Der westexponierte Gletscher reicht von 3'911 m ü. M. auf etwa 2'550 m ü. M. hinunter, seine durchschnittliche Neigung wird mit 18 % (10°) angegeben.[3] Über das Firnfeld des Schwarzberg-Weisstores ist er mit dem Schwarzberggletscher verbunden.

Seinen Ausgangspunkt nimmt der Findelgletscher an der Cima di Jazzi (3'803 m ü. M.) im Weissgrat, einem durchgehend vergletscherten Teil des Grenzkamms zwischen Itealien und der Schweiz. Im nördlichen Bereich des Nährgebiets befindet sich ein nicht direkt mit den anderen Eismassen verbundener Gletscherteil, welcher jedoch zum Akkumulationsgebiet des Findelgletschers gezählt wird und eine maximale Höhe von etwa 3'900 m erreicht. Der Gletscher fliesst mit ziemlich gleichmässiger Neigung nach Westen entlang dem Südfuss von Strahlhorn (4'190 m ü. M.) und Rimpfischhorn (4'199 m ü. M.), im Süden flankiert vom Stockhorn (3'532 m ü. M.). Der Gletscher speist den Findelbach, der sich im Talkessel von Zermatt mit der Gornera und dem Zmuttbach zur Matter Vispa vereinigt und durch das Mattertal zur Rhone fliesst.

Seit dem Hochstadium der Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich der Findelgletscher um über 2,5 km zurückgezogen. Damals reichte die Gletscherzunge bis auf 2'100 m hinunter und lag unterhalb der Waldgrenze nahe beim Alpweiler Findeln. Auch die Verbindung mit dem 3 km langen Adlergletscher, einem Hanggletscher zwischen Rimpfischhorn und Strahlhorn, ist heute unterbrochen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich (Hrsg.): Findelgletscher. In: Schweizerisches Gletschermessnetz. (online, auch als PDF, abgerufen am 10. Januar 2014).
  2. a b c WGMS: Fluctuations of Glaciers Database. World Glacier Monitoring Service, Zurich 2013 (DOI:10.5904/wgms-fog-2013-11), abgerufen am 11. Dezember 2013
  3. a b Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich: Findelgletscher. In: Naturgefahren Gletscher. (online, auch als PDF, abgerufen am 16. November 2012).
  4. Daniel Farinotti, Matthias Huss, Andreas Bauder, Martin Funk: An estimate of the glacier ice volume in the Swiss Alps. In: Global and Planetary Change. 68: 225–231, 2009 (online; PDF; 756 kB).

Weblinks[Bearbeiten]