Fingerknacken

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Person beim Durchdrücken der Fingergelenke

Fingerknacken beschreibt das Überdehnen der Fingergelenke durch Ziehen an den Fingern oder durch Durchdrücken der Fingergelenke in Begleitung von knackenden Geräuschen.

Ursachen[Bearbeiten]

In der Forschungs sind die Ursachen des Fingerknackens umstritten.[1]

Einer Theorie und Untersuchung der Forscher J. B. Roston und R. Wheeler Haines aus dem Jahre 1947 nach, werden im Gelenk die glatten Knorpelflächen durch einen dünnen Film aus sogenannter Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) voneinander getrennt. Wenn man das Gelenk dehnt, wird in der Gelenkkapsel ein Unterdruck erzeugt. Dabei werden schlagartig in der Flüssigkeit gelöste Gase (überwiegend Kohlendioxid) frei (Kavitation). Es dauert einige Minuten, bis das Gas wieder gelöst ist und der Vorgang wiederholt werden kann.[2]

Einer Theorie aus dem Jahre 1971 entsteht das Knacken durch zerplatzen der Blasen.[3]

Folgen[Bearbeiten]

Die meisten Fachleute sind der Ansicht, dass das „Fingerknacken“ mancher Menschen auch über viele Jahrzehnte eine harmlose Angewohnheit sei. Auch die verbreitete Ansicht, dass dies zu Arthritis führt, konnte bisher nicht belegt werden.[4][5]

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Unsworth, D. Dowson, V. Wright: Cracking joints. A bioengineering study of cavitation in the metacarpophalangeal joint. In: Annals of Rheumatic Diseases. 1971 (30), S. 348–358. PMID 5557778, PMC 1005793 (freier Volltext)
  • R. Brodeur: The audible release associated with joint manipulation. In: J Manipulative Physiol Ther. 1995; (3), S. 155–164. PMID 7790795
  • M. G. Protopapas, T. C. Cymet: Joint cracking and popping: understanding noises that accompany articular release. In: Journal of American Osteopathic Association. Band 102, 2002, S. 283–287. PMID 12033758 Volltext (PDF; 42 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Irene Berres: Höhle im Gelenk: Forscher lösen Rätsel ums Fingerknacken. auf: spiegel.de, 15. April 2015.
  2. J. B. Roston, R. Wheeler Haines: Cracking in the metacarpo-phalangeal joint. In: Journal of anatomy. 81.Pt 2 (1947), S. 165.
  3. A. Unsworth, D. Dowson, V. Wright: Cracking joints. A bioengineering study of cavitation in the metacarpophalangeal joint. In: Annals of the rheumatic diseases. 30.4 (1971), S. 348.
  4. D. L. Unger: Does Knuckle Cracking Lead to Arthritis of the Fingers? In: Arthritis and Rheumatism. Band 41, 1998, S. 949–950. PMID 9588755 (Ig-Nobelpreis 2009)
  5.  J. Castellanos, D. Axelrod: Effect of habitual knuckle cracking on hand function. In: Annals of the Rheumatic Diseases. Band 49, 1990, S. 308–309, doi:10.1136/ard.49.5.308, PMC 1004074 (freier Volltext).


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