Finkenbach-Gersweiler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Finkenbach-Gersweiler
Finkenbach-Gersweiler
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Finkenbach-Gersweiler hervorgehoben
49.6833333333337.7458333333333235Koordinaten: 49° 41′ N, 7° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Alsenz-Obermoschel
Höhe: 235 m ü. NHN
Fläche: 7,73 km²
Einwohner: 328 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67822
Vorwahl: 06362
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 021
Adresse der Verbandsverwaltung: Schulstraße 16
67821 Alsenz
Webpräsenz: www.alsenz-obermoschel.de
Ortsbürgermeister: Willi Becker
Lage der Ortsgemeinde Finkenbach-Gersweiler im Donnersbergkreis
Obermoschel Niedermoschel Unkenbach Finkenbach-Gersweiler Waldgrehweiler Schiersfeld Sitters Alsenz Oberndorf (Pfalz) Mannweiler-Cölln Winterborn (Pfalz) Kalkofen (Pfalz) Niederhausen an der Appel Münsterappel Oberhausen an der Appel Gaugrehweiler Seelen Rathskirchen Teschenmoschel Bisterschied Ransweiler Stahlberg Bayerfeld-Steckweiler Sankt Alban (Pfalz) Gerbach Würzweiler Ruppertsecken Dielkirchen Katzenbach (Donnersbergkreis) Schönborn (Pfalz) Dörrmoschel Reichsthal Gundersweiler Gehrweiler Imsweiler Rockenhausen Höringen Schweisweiler Falkenstein (Pfalz) Winnweiler Lohnsfeld Wartenberg-Rohrbach Münchweiler an der Alsenz Gonbach Sippersfeld Breunigweiler Imsbach Börrstadt Steinbach am Donnersberg Ramsen (Pfalz) Kerzenheim Eisenberg (Pfalz) Göllheim Dreisen Standenbühl Lautersheim Biedesheim Ottersheim Bubenheim (Pfalz) Zellertal Einselthum Immesheim Albisheim (Pfrimm) Rüssingen Weitersweiler Marnheim Bennhausen Jakobsweiler Dannenfels Bolanden Kirchheimbolanden Mörsfeld Kriegsfeld Oberwiesen Orbis Morschheim Ilbesheim (Donnersbergkreis) Bischheim (Donnersberg) Rittersheim Stetten (Pfalz) Gauersheim Landkreis Bad Kreuznach Landkreis Alzey-Worms Landkreis Kusel Landkreis Kaiserslautern Landkreis Bad DürkheimKarte
Über dieses Bild
Finkenbach-Gersweiler

Finkenbach-Gersweiler ist eine Ortsgemeinde im Donnersbergkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Alsenz hat.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Finkenbach-Gersweiler liegt im mittleren Moscheltal im Westen des Donnersbergkreises. Die Talsenke wird von den Höhen des Nordpfälzer Berglandes umschlossen. Die Ortslage wird von Mischwäldern, bedeckten Bergen, Ackerland, Wiesen und Streuobstflächen beherrscht. Der bereits 1384 belegte Weinbau kam in den 1970er-Jahren zum Erliegen. Auch ist nur noch ein Vollerwerbslandwirt übrig geblieben.

Zur Gemeinde gehören die Wohnplätze Bergmühle und Zollstation.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte bis zur Vereinigung[Bearbeiten]

Gersweiler wurde im Jahr 1190 erstmals erwähnte, Finkenbach am 25. Februar 1236. Beide Orte sind fränkische Gründungen der Aufbauzeit des 6. bis 7. Jahrhunderts und gehörten überwiegend denselben historischen Territorien an.. Im Frühmittelalter gehörten die Orte zum Nahegau, später zum Stammesherzogtum Franken. Von 1304 bis 1602 waren sie Teil der freien Reichsherrschaft Hohenfels-Reipoltskirchen. Neben mehreren Gerichtssitzen besaß die, ringsum von kurpfälzischem und veldenzischem Hoheitsgebiet umgebene reipoltskirchische Enklave bereits um 1300 Marktrechte. Dass Finkenbach kirchlich bereits im frühen Mittelalter eine bedeutende Rolle spielte, zeigt der wuchtige Trutzbau der 1304 erstmals erwähnten ehemaligen Wehrkirche. 1409 wurde diese Wallfahrtskirche für Quatembermessen.

Nach dem Aussterben der Dynastie Reipoltskirchen (1602) erbte die Tochter des Grafen Johann III. von Dhaun-Falkenstein die Orte. Bereits 1603 fielen Finkenbach und Gersweiler durch Testament an die Grafen Johann Casimir und Steino von Löwenhaupt. Auf diese Weise wurde die Hälfte, ein anderes Mal ein Viertel der Gemarkung verkauft oder vererbt. Nach mehrfachem Besitzerwechsel befanden sich beide Dörfer ab dem Jahre 1777 im gemeinschaftlichen Besitz der Fürstin Karoline von Isenburg einerseits und der Grafen von Hillesheim andererseits. Der letzte Graf von Hillesheim starb 1785 und sein Teil an den Dörfern fiel an seine beiden Schwestern. Gegen Ende der Feudalzeit regierten drei Frauen gemeinsam die Herrschaft Reipoltskirchen, zu der Finkenbach und Gersweiler gehörten. In Reminiszenz an die ehemaligen Ortsherren von Isenburg werden die Bewohner als „Isenburger“ bezeichnet. Nach der Eroberung durch französische Revolutionstruppen 1792, erfolgte 1797 der faktische Anschluss der Pfalz an Frankreich.[3]

Finkenbach-Gersweiler[Bearbeiten]

Ortsteil Finkenbach

1798 wurden Finkenbach und Gersweiler zu einer Gemeinde vereinigt und Bestandteil des Kantons Rockenhausen im „Departement Du Mont Tonnerre“ (Departement Donnersberg) und ab 1800 auch des „Arrondissements Kaiserslautern“. Der Rückzug der Franzosen hatte zunächst die gemeinsame Verwaltung der Pfalz durch Österreich und Bayern (1814–1816) und danach gemäß dem Wiener Kongress ihre Angliederung an das Königreich Bayern zur Folge. 1818 wurde die Gemeinde dem Landkommissariat Kirchheimbolanden im Rheinkreis zugeordnet, aus dem das gleichnamige Bezirksamt hervorging. 1900 fiel Finkenbach-Gersweiler an das neuentstandenen Bezirksamt Rockenhausen, welches 1939 in Landkreis Rockenhausen umbenannt wurde. Seit 1946 ist die Gemeinde Teil des damals neuen Landes Rheinland-Pfalz.

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Kreisreform wurden 1969 die beiden Landkreise Rockenhausen und Kirchheimbolanden zum Donnersbergkreis zusammengelegt. Nach Auflösung der Bürgermeisterei Bisterschied (entstand 1802) kam Finkenbach-Gersweiler 1972 zur Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel. Auf diese Weise wechselte die Ortsgemeinde insgesamt zwölf Mal die Herrschaft beziehungsweise die Verwaltungszugehörigkeit.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Finkenbach-Gersweiler besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Silber und Grün; rechts Madonna in rotem Gewand und blauem Mantel, auf dem linken Arm das Kind, beide golden nimbiert, links in dem mit goldenen Schindeln bestreuten Feld ein silberner Fink, golden bewehrt.

Ortsbild[Bearbeiten]

Das Ortsbild prägen Bauerngehöfte und kleine Taglöhnerhäuser aus der Zeit zwischen 1750 und 1900, sowie die Sandsteinvilla des ehemaligen Steinbruchbesitzers Werrmann von 1908, die Turnhalle von 1925 und das Pfarrhaus von 1830 mit angrenzendem Pfarrhof. Als Fachwerkbauten sind lediglich zwei Anwesen erhalten geblieben. Am Ortsrand von Gersweiler befindet sich die schlossartige Dreiflügelanlage des Viktoriastiftes. Der Ortskern von Finkenbach mit dem Lindenplatz ist als Denkmalzone erfasst. Markantestes Bauwerk der Gemeinde ist die historische Wehrkirche von Finkenbach mit ihren spätgotischen Wandmalereien der Passion Christi und der Stumm-Orgel.

Siehe auch:

Weideabtriebsfest

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die traditionelle Kerwe am ersten Wochenende im September ist das bedeutendste Dorffest. Das Rinderschlachtfest sowie das Erntedankfest des örtlichen Gesangvereins sind ebenso regelmäßige Veranstaltungen. Turnusgemäß findet ein Dorffest in der Lindenstraße statt. Die Kirchengemeinde veranstaltet in Zusammenarbeit mit Vereinen und Gemeinde einen Laternenumzug, eine Altenfeier sowie Adventskonzerte. Der TuS Finkenbach-Waldgrehweiler veranstaltet eine Nikolausfeier, eine Kinderfastnacht und den Kerwetanz. Die Gemeinde richtet einen Lumpenball am Fastnachtdienstag aus. Darüber hinaus findet am letzten Samstag im Oktober das sogenannte „Weideabtriebsfest“ statt. Zudem existiert zweimal im Jahr einen Plattenparty in der Turnhalle, die die Freiwillige Feuerwehr Finkenbachveranstaltet. Die Termine sind immer am ersten Samstag im Januar und an Ostersonntag.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Finkenbach-Gersweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 88 (PDF; 2,3 MB)
  3. Webseite zur Historie der Herrschaft Reipoltskirchen
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen