Finnentrop

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Finnentrop. Für den gleichnamigen Hauptort dieser Gemeinde siehe Finnentrop (Ort).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Finnentrop
Finnentrop
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Finnentrop hervorgehoben
51.1680555555567.9730555555556250Koordinaten: 51° 10′ N, 7° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Olpe
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 104,42 km²
Einwohner: 16.958 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 162 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 57413
(bis 30. Juni 1993 = 5950
ab 1. Juli 1993 = 57413)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 02721, 02395, 02724
Kfz-Kennzeichen: OE
Gemeindeschlüssel: 05 9 66 012
Gemeindegliederung: 40 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Markt 1
57413
(bis 30. Juni 1993 = 5950
ab 1. Juli 1993 = 57413)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text Finnentrop
Webpräsenz: www.finnentrop.de
Bürgermeister: Dietmar Heß (CDU)
Lage der Gemeinde Finnentrop im Kreis Olpe
Rheinland-Pfalz Hochsauerlandkreis Kreis Siegen-Wittgenstein Märkischer Kreis Oberbergischer Kreis Attendorn Drolshagen Finnentrop Kirchhundem Lennestadt Olpe Wenden (Sauerland)Karte
Über dieses Bild

Finnentrop ist eine Gemeinde im Kreis Olpe in Nordrhein-Westfalen. Sie wird als Große Landgemeinde klassifiziert.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm Finnentrop-Bamenohl

Finnentrop liegt an der Nordspitze des Kreises Olpe zwischen den Gebirgszügen des Ebbegebirges im Südwesten und der Homert im Nordosten. Markantester Fluss ist die Lenne, die das Gemeindegebiet von Süd nach Nord auf einer Länge von etwa 11 km durchfließt. Sie gelangt südlich von Bamenohl auf das Gemeindegebiet und verlässt es bei Rönkhausen wieder. Zuvor fließen der Lenne bei Finnentrop die von Südwesten kommende Bigge, bei Lenhausen der von Osten kommende Fretterbach und bei Rönkhausen der von Osten kommende Glingebach zu. Hier liegt der tiefste Punkt im Gemeindegebiet mit 220 m ü. NN.

Die höchsten Erhebungen Finnentrops finden sich im waldreichen nördlichen Gemeindegebiet, der Übergangszone zwischen Lennegebirge und Homert. Der höchste Punkt liegt mit einer Höhe von 651 m ü. NN nördlich von Weuspert. Die südliche Gemeindegrenze verläuft weitgehend entlang der Wasserscheide zwischen Fretterbach und Elspebach mit Erhebungen bis zu 519 m ü. NN (Primenekes Kopf).

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet hat nach Angaben der Gemeindeverwaltung eine Nord-Süd-Ausdehnung von 11,97 km und eine West-Ost-Ausdehnung von 12,42 km.[3] Die größte Ausdehnung misst sich von Hollenbock im Südwesten bis Fretterspring im Nordosten mit rund 17 Kilometern.[4]

Von den 104,42 km² Gemeindefläche entfallen 65,10 km² (62 %) auf Waldflächen und 22,45 km² auf Landwirtschaftsflächen (21 %). Auf Siedlungs- und Verkehrsflächen entfallen 15,20 km² (15 %). In den Jahren 2001 und 2002 gingen die Verkehrs- und Siedlungsflächen leicht zurück und nehmen seitdem wie im Landesdurchschnitt zu (Stand: 2011).[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Finnentrop grenzt im Norden an Sundern, im Nordosten und Osten an Eslohe (beide Hochsauerlandkreis), im Süden an Lennestadt und Attendorn (beide Kreis Olpe) sowie im Westen an Plettenberg im Märkischen Kreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist politisch nicht weiter gegliedert. Jedoch wurden für die Bezeichnung in Personenstandsbüchern und -urkunden in der Hauptsatzung folgende Gemeindeteilbezeichnungen festgelegt, denen teilweise weitere Flurbezeichnungen zugeordnet sind:[5]

Ahausen, Ahauser Mühle, Dahm
Altfinnentrop
Bamenohl
Bausenrode
Deutmecke
Elsmecke
Faulebutter
Fehrenbracht, Fretterspring
Finnentrop
Fretter, Delf, Giebelscheid
Frettermühle, Mißmecke
Frielentrop
Gierschlade, Schwartmecke
Glinge
Heggen
Hollenbock
Hülschotten, Tiefenau
Illeschlade
Lenhausen
Müllen
Ostentrop
Permecke
Ramscheid
Rönkhausen
Sange
Schliprüthen, Schliprüthener Mühle, Becksiepen, Kuckuck, Steinsiepen
Schöndelt
Schönholthausen, Besten
Serkenrode
Weringhausen
Weuspert, Klingelborn
Wiebelhausen
Wörden

Geschichte[Bearbeiten]

Haus Bamenohl
Fachwerkhaus in Lenhausen

Die Geschichte einzelner Ortschaften der Gemeinde geht bis in das Mittelalter zurück. In den Quellen werden um 1162 erstmals die Ortsteile Lenhausen und Rönkhausen erwähnt. Auf Grund archäologischer Untersuchungen ist aber gesichert, dass an Stelle der heutigen Pfarrkirche in Schönholthausen ein Vorgängerbau aus dem 11. Jahrhundert bestand. Die Kirche war eine Eigenkirche des Stifts Herford. Daneben waren die Grafen von Arnsberg, die Edelherren zu Bilstein, die Abtei Deutz sowie das Kölner Mariengnadenstift im Gebiet der heutigen Gemeinde begütert. Hinzu kommen Besitzungen des niederen Adels, die als Bauwerke teilweise heute noch erhalten sind. Seit dem 13. Jahrhundert bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts gehörte das Gebiet zum Herzogtum Westfalen. Danach gehörte es zu Hessen-Darmstadt und seit 1816 zu Preußen.

Der Name geht auf den alten Ort Finnentrop zurück, der heute Altfinnentrop heißt und einige hundert Meter biggeaufwärts liegt. Die Endung „trop“ leitet sich aus „trop“ oder „torp“ für „Dorf“ ab und kommt in Nordrhein-Westfalen nicht selten vor (wie etwa bei Bottrop, Castrop, Frintrop oder Waltrop).

Durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert kam es in Teilen des bislang überwiegend agrarisch geprägten heutigen Gemeindegebiets zur Ansiedlung von Fabriken und einem damit zusammenhängenden sozialen Wandel. Erste Veränderungen brachte der Straßenbau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit sich. Der entscheidende Faktor hin zur industriellen Entwicklung war die Eröffnung der Ruhr-Sieg-Bahn im Jahr 1861. Der Bahnhof des Gebiets wurde am Zusammenfluss von Bigge und Lenne ganz in der Nähe einer Brücke und dem erst seit 1828 bestehenden Wohnplatz Neubrücke errichtet. In dieser Gegend siedelten sich seither die ersten Unternehmen an. In diesem Teil des Gemeindegebiets entwickelte sich das heutige Zentrum der Gemeinde.[6]

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs erreichten amerikanische Kampfverbände am 11. April 1945 den Ort und nahmen ihn ein. Während des Krieges starben 68 Männer als Angehörige der Wehrmacht.[7]

Im Jahr 2002 stellte die Deutsche Bahn AG den Fahrkartenverkauf im Finnentroper Bahnhofsgebäude Finnentrop ein. Zwei Jahre später übernahm die Gemeinde das Gebäude. Ende 2007 wurde der alte Bahnhof, trotz Protesten aus der Bevölkerung, abgerissen.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Finnentrop wurde durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Olpe am 1. Juli 1969 durch einen Zusammenschluss der Gemeinden Schliprüthen und Schönholthausen, beide zuvor im Amt Serkenrode (Kreis Meschede), gebildet.[9] Gebietsteile der Gemeinden Attendorn-Land, Helden und Oedingen kamen hinzu. Die neue Gemeinde wurde durch die Gebietsreform dem Kreis Olpe zugeordnet.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), Düsseldorf, 2013. In: Landesdatenbank NRW - Gemeindemodellrechnung 2011 bis 2030. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), 31. Dezember 2011, abgerufen am 9. April 2013. Werte vor 1977 wurden durch den Landesbetrieb auf den Gebietsstand zum 1. Juli 1976 umgerechnet.

Seit einigen Jahren ist die Einwohnerzahl in der Gemeinde rückläufig. Gab es 2002 noch einen Überschuss der Geburten gegenüber den Todesfällen (+30), so sind es seit 2006 mehr Todesfälle als Geburten (-20). Zur negativen Bevölkerungsbilanz trägt auch bei, dass die Zahl der Abwanderer höher ist als die Zahl der Zuzügler. Lag der Wanderungssaldo 2002 noch bei -72, so waren es 2008 -243 Personen. Der Gesamtsaldo des Bevölkerungsverlusts stieg von -2,3% (2002) auf -14,7% (2008).

Die Bevölkerungsdichte lag 2008 bei 172 Einwohner pro km2. Dies ist etwas weniger als Durchschnitt des Kreises Olpe (187 Einwohner pro km2) und deutlich niedriger als im Landesdurchschnitt (628,1 Einwohner pro km2).

Die Zahl der nichtdeutschen Staatsbürger lag 1981 bei 895 (5,5%), stieg bis 1996 auf 1.950 (10,6%) und sinkt seitdem wieder (2011: 1.508, entspricht 8,8%).[2]

Religion[Bearbeiten]

Der größte Teil der Einwohner (78 %) ist katholisch. Etwa 12 % sind evangelisch und 10 % gehören anderen Religionsgemeinschaften an oder sind konfessionslos.[11]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten]

Sitzverteilung Gemeinderat nach Fraktionen
    
Von 34 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 54,69 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,0 %
18,7 %
9,9 %
10,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,5 %p
-1,2 %p
-4,3 %p
+10,5 %p

Bürgermeister ist Dietmar Heß (CDU). Ihm zur Seite stehen Günter Schneider (CDU) als 1. Stellvertreter und Bernd Dahlmann (SPD) als 2. Stellvertreter.

Bei der letzten Landtags- und Bundestagswahl erhielten die Parteien in Finnentrop folgende Stimmenanteile:

Partei Landtagswahl 2012[12] Bundestagswahl 2013[13]
CDU 46,3 % 55,9 %
SPD 28,5 % 23,9 %
FDP 6,5 % 4,3 %
Die Grünen 5,5 % 3,7 %
Die Linke 1,7 % 3,6 %
Piraten 7,8 % 1,6 %
Sonstige 3,7 % 7,0 %

Wappen[Bearbeiten]

Gemeindewappen Finnentrop.svg

Blasonierung:
Das Wappen der Gemeinde zeigt in Grün eine silberne (weiße) Rose unter gekappten silbernen (weißen) Wellensparren.[14]

Beschreibung:
Die Rose ist das Sinnbild der Herren von Finnentrop (von Vinnentrop) und aus dem Jahre 1358 überliefert. Der gekappte Wellensparren soll den Zusammenfluss von Bigge und Lenne versinnbildlichen. Die Farbe Grün deutet auf die großen Grünflächen im Gemeindegebiet hin.[15]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Finnentrop unterhält partnerschaftliche Beziehungen mit der belgischen Stadt Diksmuide (seit 1979) und der sachsen-anhaltischen Gemeinde Helbra (seit 1990).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Art organisiert der Verein Kulturgemeinde Finnentrop. Ein Veranstaltungsort ist die Festhalle Finnentrop. Auch die „Schützenhof Lichtspiele“, ein 2006 komplett renoviertes Kino von 1954 mit 170 Sitzplätzen, wird seit 2007 für Veranstaltungen genutzt. In verschiedenen Gemeindeteilen bestehen Laientheatergruppen, wie die Laienspielgruppe „Ostentroper Scala“ oder die Laienspielgruppe Serkenrode. Zahlreiche Vereine betreiben Chorgesang oder andere Formen von Musik.

Museen[Bearbeiten]

Land- und Forstwirtschaft, dörfliches Handwerk und heimisches Brauchtum werden im Museum Heimatstube in Finnentrop-Schönholthausen gezeigt. Zu diesem Zweck wurden im Museum unter anderem eine Schusterwerkstatt, eine Schreinerei, eine Schmiede mit Blasebalg, eine Schulstube, eine Arztpraxis und ein Schlafzimmer aus der Zeit um 1900 eingerichtet. Neben Exponaten zur Milchverarbeitung und aus der Hausschlachtung sind eine Vielzahl von Küchengerätschaften ausgestellt. Zudem gibt es eine Ausstellung zum Thema Auswanderung aus dem Kirchspiel Schönholthausen.

Bauwerke[Bearbeiten]

St. Georg in Schliprüthen

Zu den bedeutenden sakralen Bauwerken gehört die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt in Schönholthausen. Der heutige Bau wurde etwa von 1733 bis 1736 im gotisierenden Stil des Barock errichtet, wobei der Westturm über romanische Elemente verfügt und noch von einem Vorgängerbau stammt. Die Pfarrkirche St. Georg in Schliprüthen ist eine romanische Hallenkirche. Die Innenausstattung stammt teilweise aus dem 17. Jahrhundert. Aus dem Jahr 1383 stammt die Matthiaskapelle in Altfinnentrop. Weitere sakrale Bauwerke sind die Katholische Pfarrkirche „St. Johannes Nepomuk“ oder die Evangelische Christuskirche.

Von Bedeutung sind drei aus ehemaligen Wasserburgen hervorgegangene Adelssitze. Das Schloss Ahausen bei Heggen stammt in der heutigen Form aus dem 18. Jahrhundert. Das Schloss Lenhausen entstand im heutigen Zustand im Wesentlichen im 16. Jahrhundert. Das Haus Bamenohl stammt in der jetzigen Form aus dem Barock. In den Bereich der technischen Kulturdenkmale gehören verschiedene Wassermühlen. Die „Alte Mühle“ in Frettermühle hat eine 600 Jahre zurückreichende Tradition aufzuweisen. Die sogenannte „Knochenmühle“ stammt aus der Zeit um 1900. Beide Mühlen lassen sich besichtigen. Aus den 1920/30er Jahren stammen einige Wasserkraftanlagen. Dazu gehören das Laufwasserkraftwerk Lenhausen und das Laufwasserkraftwerk Bamenohl.

Prägend für den Ort waren lange Zeit die Eisenbahnanlagen. Das 1896 an einem Eisenbahnknotenpunkt erbaute Empfangsgebäude des Bahnhofs an der Ruhr-Sieg-Strecke wurde 2007 abgerissen. Hinzu kommt ein Reiterstellwerk. Der 1874 am Lenneufer erbaute Ringlokschuppen wurde 1944 teilweise zerstört und 1982 stillgelegt. Das historische Gebäude ist abbruchreif, nachdem am 6. Februar 2010 das Dach unter der Schneelast einbrach.[16]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Finnentrop

Natur- und Landschaftsschutz[Bearbeiten]

Hohe Lei bei Finnentrop-Heggen

In Finnentrop wurden verteilt auf sechs Teilflächen die Kalkbuchenwälder, Kalkhalbtrockenrasen und -Felsen südl. Finnentrop als Europäisches Schutzgebiet (FFH-Gebiet) ausgewiesen .[17] Weitere Teilflächen dieses 220 ha großen FFH-Gebietes liegen in den Stadtgebieten von Attendorn und Lennestadt. Im Gemeindegebiet gibt es sieben ausgewiesene Naturschutzgebiete.[18] Dabei handelt es sich um die Naturschutzgebiete (NSG) Kalkhalbtrockenrasen bei Bamenohl (4,70 ha), Hohe Ley (47,50 ha), Auf dem Hahne (3,26 ha), Elberskamp (9,64 ha), Ahauser Klippen und Stausee (23,93 ha), Auf dem Stein (12,85 ha), Hohkuhl (9,51 ha) und Muttersteinhöhle (2,60 ha). Die ersten fünf genannten NSG’s sind ganz bzw. teilweise auch Teil des oben genannten FFH-Gebietes.

Das imposanteste Schutzgebiet in Finnentrop ist das NSG Hohe Ley, auch Hohe Lei geschrieben, und Falkenstein genannt. Die hohen Felswände der Hohe Lei, einem ehemaligen Steinbruch, sind von der Landstraße im Ortsteil Heggen aus nicht zu übersehen. Das NSG Hohe Ley ist als historischer Brutplatz von Uhu und Wanderfalke bekannt. Eine weitere imposante Kulisse bietet das NSG Ahauser Klippen und Stausee am Ahauser Stausee. In beiden NSGs ist das Klettern zum Schutz der Natur verboten. Seit Jahren gibt es einen Konflikt zwischen Naturschutz und Klettersport um diese Felsenwände, da die Klettersportler unbedingt auch an diesen Felswänden klettern wollen. Neben Felsen befinden sich vor allem artenreiche Magerrasen und Buchenaltholzwälder in den NSG’s.

Teilansicht der Ahauser Klippen und des Ahauser Stausee im Biggetal von Westen

Teile des Gemeindegebiets von Finnentrop westlich der Lenne gehören zum Naturpark Ebbegebirge, während sich östlich der Lenne der Naturpark Homert befindet. Nur der Ort Finnentrop und Umgebung ist nicht Teil eines der beiden Naturparke. Ein Großteil der jeweiligen Naturparke war seit der Gründung der Naturparke 1964 bzw. 1965 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Seit dem 30. November 2006 gibt es für das westliche Finnentroper Gemeindegebiet den Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden, welcher auch das östliche Stadtgebiet von Attendorn umfasst. In diesem Landschaftsplan sind Flächen außerhalb der bebauten Ortsteile und des Geltungsbereichs eines Bebauungsplans als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen wurden, sofern kein höherer Schutzstatus wie beispielsweise (NSG) besteht.[19] Im Gemeindegebiet von Finnentrop gibt es zwei Landschaftsschutzgebiete. Dabei handelt es sich um das Landschaftsschutzgebiet Attendorn-Heggen-Helden Typ A und das Landschaftsschutzgebiet Attendorn-Heggen-Helden Typ B. Landschaftsschutzgebiet Typ A, steht für Allgemeiner Landschaftsschutz, während Typ B für Besonderer Landschaftsschutz: Schutz prägender Wiesentäler steht. Im Landschaftsschutzgebiet Typ A ist unter anderem das Errichten von Bauten verboten. Im Typ B, sind zusätzlich Erstaufforstungen, auch die Neuanlage von Weihnachtsbaumkulturen, verboten, ferner besteht ein Umwandlungsverbot von Grünland und Grünlandbrachen. Das Landschaftsschutzgebiet Typ B besteht aus sechs Teilflächen, während das Landschaftsschutzgebiet Typ A eine zusammen hängende Fläche bildet, in dem alle andere Schutzgebiete und die bebauten Bereiche der Gemeinde liegen.

Im Gemeindegebiet befinden sich auch vier geschützte Landschaftsbestandteile (LB).[20] Bei den LB’s handelt es sich um den Bigge-Steilhang an der Attendorner Straße (1,47 ha), Feldgehölz Haardt (0,95 ha), Lüdenstein (1,07 ha) und Ökozelle im Biggetal (1,11 ha). Im Stadtgebiet befinden sich zahlreiche gesetzlich geschützte Biotope. Die gesetzlich geschützte Biotope stehen wegen der Seltenheit überall unter Schutz und bestehen unabhängig der oben genannten Schutzkategorien.[21] Es gibt in Finnentrop kein Naturdenkmal.[22]

Neben dem Uhu kommen in Finnentrop die Großvogelarten Schwarzstorch, Rotmilan und Kolkrabe vor.[17]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schützenfeste in Finnentrop und den größeren Gemeindeteilen
  • Prunksitzung des Lenhauser Carnevalsclubs (Samstag vor Altweiber)
  • Kinder-Jugendgardettreff des FFK (Sonntag vor Altweiber)
  • Waldfest „Im Schee“ Finnentrop (Wochenende nach Pfingsten)
  • Spritzenfest der Löschgruppe Bamenohl (zweites Wochenende im August)
  • Jazz-Frühschoppen am Haus Bamenohl (drittes Wochenende im August)
  • Bürgerfrühschoppen der Freiwilligen Feuerwehr Finnentrop (Tag der Deutschen Einheit)
  • Weihnachtsmarkt am Rathaus (zweites Adventswochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Kraftwerk Bamenohl

Bis in das 19. Jahrhundert hinein war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig. Das vorindustrielle Montangewerbe oder der Bergbau spielten nur eine begrenzte Rolle. Mit dem Straßen- und vor allem dem Bau der Ruhr-Sieg-Bahn seit den 1860er Jahren begannen sich vermehrt gewerbliche Betriebe anzusiedeln. Der Trend wurde durch die Eröffnung der Biggetalbahn nach Attendorn noch verstärkt. Es entstanden eine Reihe von Industriebetrieben.

Heute ist neben der metallverarbeitenden Industrie auch das holzbe- und verarbeitende Gewerbe sowie die Kunststoffverarbeitung von Bedeutung. Im Jahr 2002 wurden 5.371 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte gezählt. Von diesen waren 66% (3.544) im verarbeitenden Gewerbe beschäftigt. Es folgte der Handel mit 760 Erwerbstätigen und der Bereich der Dienstleistungen ohne Berücksichtigung der öffentlichen Verwaltungen mit 268 Beschäftigten.[23]

Zu überregional bekannten ortsansässigen Unternehmen gehören Metten Fleischwaren, Eibach Federn und die ThyssenKrupp Steel Europe.

Verkehr[Bearbeiten]

Dreiländerbahn in Finnentrop

Der Bahnhof Finnentrop liegt an der Ruhr-Sieg-Strecke von Hagen nach Siegen, von der hier die Biggetalbahn nach Olpe abzweigt. Bis Mai 1966 verkehrten von hier auch auf der damaligen Bahnstrecke nach Wennemen Personenzüge. Busverbindungen existieren unter anderem nach Attendorn, Eslohe, Lennestadt und Plettenberg. Darüber hinaus organisiert ein Bürgerbusverein Fahrten im Gemeindegebiet.

Finnentrop liegt an der Bundesstraße 236.

Auf dem Gemeindegebiet befindet sich der Flugplatz Attendorn-Finnentrop.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Rathaus Finnentrop
  • Erlebnisbad Finto
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Jugendherberge Bamenohl (erste private Jugendherberge Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg)
  • Freiwillige Feuerwehr Finnentrop mit elf Löschgruppen
  • Jugendherberge Heggen (im ehemaligen Krankenhaus untergebracht)

Bildung[Bearbeiten]

In der Gemeinde Finnentrop gibt es sechs Grundschulen, eine Haupt-, eine Realschule und eine Gesamtschule.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Erwin Oberkalkofen († 27. Januar 2007), ehemaliger Bürgermeister[24]
  • Ernst Vollmer, ehemaliger Gemeindedirektor

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bitter, Franz, Finnentrop Sauerland. Das Pfarrdorf, seine Industrie, der Eisenbahnknotenpunkt und seine Bewohner. Finnentrop 1955. Bearbeitet von Sasse, R., 2005. (PDF)
  • Feldmann, Thomas, Die Finnentroper Chronik. Finnentrop 1994.
  • Pickert’sche Sammlung, aufgeschrieben von Voss, W., bearbeitet von Sasse, R., 2005, PDF
  • weitere Literatursammlung des „Arbeitskreises für Geschichte und Heimatpflege in der Gemeinde Finnentrop e. V.“ [1], seit 6. Mai 2010 "Heimatbund Gemeinde Finnentrop"
  • Die Ortschroniken und weitere Literatur sind unter den einzelnen Ortschaften der Gemeinde zu finden.
  • Christian Linder: Der Bahnhof von Finnentrop – Eine Reise ins Carl Schmitt Land, Matthes & Seitz, 2008, ISBN 3-88221-704-9
  • Finnentrop eine Gemeinde im Sauerland, Strobel, 1989, ISBN 3-87793-026-3
  • Kreis Olpe: Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden Nr. 3. Olpe 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Finnentrop – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. a b c Kommunalprofil Finnentrop (PDF-Datei; 215 kB)
  3. Gemeinde Finnentrop: Allgemeine geographische Informationen
  4. Topografische Karte 1:25.000
  5. Hauptsatzung der Gemeinde Finnentrop vom 4. September 1997 in der Fassung des 5. Nachtrages vom 11. Mai 2010
  6. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster, 2005 S.82f.
  7. Albert Hyskens: Der Kreis Meschede unter der Feuerwalze des Zweiten Weltkrieges, Bielefeld 1949, S. 118f und 178-180.
  8. Bahnhof-finnentrop.de – Geschichte, abgerufen am 28. Juni 2012
  9.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 89.
  10. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 88f.
  11. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster, 2005 S. 82
  12. KDVZ: Landtageswahlergebnis Gemeinde Finnentrop
  13. KDVZ: Bundestagswahlergebnis Gemeinde Finnentrop
  14. § 2 Abs. 1 der Hauptsatzung der Gemeinde Finnentrop
  15. Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 88.
  16. derwesten.de: Ringlokschuppen in Finnentrop eingestürzt, abgerufen am 9. Februar 2010
  17. a b http://www.naturschutzinformationen-nrw.de/bk/de/karten/bk Biotopkataster NRW
  18. Kreis Olpe: Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden Nr. 3. S. 16–40.
  19. Kreis Olpe: Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden Nr. 3. S. 47–51.
  20. Kreis Olpe: Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden Nr. 3. S. 52–63.
  21. Kreis Olpe: Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden Nr. 3. S. 75–82.
  22. Kreis Olpe: Landschaftsplan Attendorn-Heggen-Helden Nr. 3. S. 41–46.
  23. Peter Kracht: Sauerland, Siegerland und Wittgensteiner Land. Münster, 2005
  24. CDU Kreis Olpe, abgerufen am 2. April 2010