Finnische Demokratische Republik

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Die Finnische Demokratische Republik oder Demokratische Republik Finnland, finnisch: Suomen kansanvaltainen tasavalta, schwedisch: Demokratiska republiken Finland war ein lediglich vom 1. Dezember 1939 bis zum 12. März 1940 bestehender Vasallenstaat der Sowjetunion. Präsident der Marionettenregierung war Otto Ville Kuusinen. Das Staatsgebiet bestand überwiegend aus den von der Roten Armee im Winterkrieg eroberten Gebieten Kareliens im Osten Finnlands (nicht zu verwechseln mit der 2010 aufgehobenen Provinz Ostfinnland).

Die offizielle Hauptstadt war Helsinki (im nicht besetzten Teil Finnlands), die De-facto-Hauptstadt war Terijoki, heute Selenogorsk. Am 31. März 1940 wurde das Gebiet der vormaligen Karelischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik angegliedert und bildete als Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik fortan eine eigenständige Unionsrepublik innerhalb der Sowjetunion.

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion der Wehrmacht 1941 kämpfte Finnland im Fortsetzungskrieg an der Seite Deutschlands gegen die UdSSR und konnte die verlorenen Gebiete zunächst weitestgehend zurückerobern. Als jedoch die Ostfront zusammenbrach und sich eine Niederlage der Mittelmächte abzeichnete, schloss Finnland 1944 einen separaten Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Aufgrund der Bestimmungen der Pariser Friedenskonferenz von 1946 musste Finnland die strittigen Teilgebiete Kareliens an die UdSSR abtreten. Sie wurden wieder der Karelo-Finnischen Sozialistischen Sowjetrepublik angegliedert, die 1956 als Karelische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik ein Teil der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik wurde und seit 1991 im Wesentlichen die heutige Republik Karelien bildet.

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